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26.10.2013

11:38 Uhr

Flugzeugbauer

Airbus verlangt Auszahlung von Regierungskredit

Mit 1,1 Milliarden Euro wollte sich die Bundesregierung an der Entwicklung des Langstreckenjets A350 beteiligen. Eine Rate von 600 Millionen Euro steht allerdings noch aus. Nun geht Airbus in die Offensive.

Der Airbus A350 XWB: Bundesregierung soll ausstehende Rate zahlen. dpa

Der Airbus A350 XWB: Bundesregierung soll ausstehende Rate zahlen.

BerlinIm Streit über eine Kreditzusage der Bundesregierung geht Airbus nach der Bundestagswahl in die Offensive. Der europäische Flugzeughersteller sieht alle Bedingungen erfüllt und pocht auf eine Auszahlung der in Aussicht gestellten 600 Millionen Euro. „Der Ball liegt jetzt bei der Bundesregierung“, sagte Airbus-Vorstand Günter Butschek der Zeitung „Tagesspiegel“. „Aus unserer Sicht sind alle Argumente ausgetauscht.“ Die Forderung betrifft eine Hilfe zur Anschubfinanzierung des Langstreckenjets A350. Von den insgesamt zugesagten 1,1 Milliarden Euro hat die Regierung 500 Millionen ausgezahlt, der Rest steht noch aus.

Deutschland ist Großaktionär der Airbus-Mutter EADS . Der Konflikt dreht sich um die Frage, ob der Konzern seine Zusagen zur Stärkung des Forschungs- und Entwicklungsstandorts Deutschland eingehalten hat. Nach Darstellung der Regierung war dies zuletzt nicht der Fall. Das Wirtschaftsministerium hatte daher konkrete Vorschläge und deren Umsetzung gefordert.

Butschek betonte dagegen nun: „Wir haben unsere Versprechen deutlich übererfüllt und sind der Meinung, dass es keinen Grund gibt, die ausstehende Rate zurückzuhalten“, kritisierte er. „Mit 4000 der A350 zugeordneten Arbeitsplätzen haben wir unsere Zielvorgabe um 250 Prozent überschritten und auch beim Entwicklungsanteil liegen wir weit über dem versprochenen Drittel.“ Im Umkreis des Unternehmens war angesichts der stockenden Gespräche zuletzt die Hoffnung geäußert worden, dass sich womöglich nach der Bundestagswahl ein neues Bild ergeben werde.

Butschek zufolge würde Airbus auch ohne die verlangte Kreditrate keine gravierenden Probleme bekommen. „Wir haben mit dem Erstflug und mittlerweile knapp 400 absolvierten Flugstunden den Beweis erbracht, dass wir so ein Projekt auch ohne das restliche Darlehen der Bundesregierung finanzieren und auch planmäßig abwickeln können“, unterstrich er. Zugleich bekräftigte der Manager die Erwartung, dass die erste A350-Maschine wie geplant im zweiten Halbjahr 2014 ausgeliefert wird.

Von

rtr

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