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07.01.2010

20:00 Uhr

Flugzeugbauer

Boeing ächzt unter der Wirtschaftskrise

Die Wirtschaftskrise hat dem Flugzeugbauer Boeing kräftig zugesetzt. Die Bestellungen brechen weg, außerdem muss der US-Konzern wohl seinem Dauerrivalen EADS den Jahressieg bei den Orders überlassen. Boeings Hoffnungen ruhen nun vor allem auf dem Prestigeflieger 787 "Dreamliner" - und auf einem alten Verkaufsschlager.

Boeings Hoffnungen ruhen auf dem Dreamliner. Reuters

Boeings Hoffnungen ruhen auf dem Dreamliner.

SEATTLE. Die Wirtschaftskrise hat dem Flugzeugbauer Boeing kräftig zugesetzt. Nicht nur, dass die Bestellungen im vergangenen Jahr massiv eingebrochen sind. Bestätigt sich ein Medienbericht, hätte Boeing auch das zweite Jahr in Folge weniger Flugzeuge ausgeliefert als der europäische Erzrivale, die EADS-Tochter Airbus. "2009 blieb nicht ohne Herausforderungen", kommentierte der Chef der Verkehrsflugzeug- Sparte, Jim Albaugh, die Situation am Donnerstag in Seattle.

Die Amerikaner bekamen im vergangenen Jahr nach Abzug von Stornierungen lediglich 142 Bestellungen herein. 2008 hatten die Kunden noch 662 Flugzeuge geordert. Besonders die Käufer des problembehafteten Langstrecken-Flugzeugs 787 Dreamliner traten reihenweise von ihren Verträgen zurück. Es gab 24 Bestellungen und 83 Abbestellungen, so dass Boeing zum Jahresende 59 Dreamliner weniger im Auftragsbuch hat als zum Jahresbeginn. Das ehedem als Hoffnungsträger gefeierte Modell war nach technischen Schwierigkeiten erst im Dezember 2009 zum ersten Mal abgehoben. Das Projekt hinkt damit drei Jahre hinter dem ursprünglichen Zeitplan zurück.

"Mit den ersten Anzeichen einer sich erholenden Wirtschaft 2010 freuen wir uns auf bessere vor uns liegende Zeiten", sagte Boeing - Spartenchef Albaugh. Verkaufsschlager ist und bleibt auf absehbare Zeit die kleinste Modellreihe 737, die vor allem auf kurzen bis mittleren Strecken eingesetzt wird. Vier von fünf ausgelieferten Boeing-Maschinen waren im vergangenen Jahr eine 737

.

Trotz aller Probleme ruhen weiterhin auch auf dem leichten und sparsamen Dreamliner große Erwartungen. Die erste dieser neuartigen, weil teils aus Kohlefaser statt Aluminium gefertigten Maschinen soll im vierten Quartal ausgeliefert werden. Für Boeing ist es das erste komplett neue Flugzeugmodell seit über zehn Jahren. Airbus hingegen ist mit seinem direkten Gegenstück A350 noch nicht über die Planungsphase hinaus gekommen.

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