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05.08.2013

10:24 Uhr

Flugzeugbauer

Hedgefonds drängt EADS zum Verkauf von Dassault-Anteil

„Begrenzter strategischer Wert”: Der Hedgefonds TCI hält die EADS-Beteiligung an Dassault für einen „schlechten Einsatz von Kapital“. Aber EADS kann nicht alleine über einen Verkauf entscheiden.

Dassault stellt vor allem auch Militärflugzeuge her. Reuters

Dassault stellt vor allem auch Militärflugzeuge her.

ParisDer Hedgefonds TCI drängt das EADS-Management zum Verkauf der Anteile an dem Flugzeughersteller Dassault Aviation. Die Beteiligung im Volumen von vier Milliarden Euro sei ein „schlechter Einsatz von Kapital”, schrieb der Fonds am Freitag in einem Brief an EADS-Chef Tom Enders. Es bestünden „keine Synergien” und ein „begrenzter strategischer Wert”.

TCI schlägt vor, den Anteil von 46 Prozent an dem Hersteller des Kampfjets Rafale entweder an ein anderes Unternehmen zu verkaufen oder an die Börse zu bringen. Die Einnahmen sollten über einen Aktienrückkauf oder eine Sonderdividende an die EADS-Aktionäre ausgeschüttet werden.

TCI hält derzeit mehr als ein Prozent der EADS-Papiere. Der Fonds ist bekannt dafür, sich in die Geschäfte der Unternehmen einzumischen, bei denen er investiert hat. Die „Financial Times” berichtete unter Berufung auf eine EADS nahe stehende Person, das Spitzenmanagement des Airbus-Mutterkonzerns dürfte dem TCI-Vorschlag wohlwollend gegenüberstehen.

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Allerdings kann EADS durch den Aktionärspakt mit der französischen Regierung, die zwölf Prozent der EADS-Aktien hält, nicht alleine über einen Verkauf entscheiden. Bei EADS war zunächst niemand für eine Stellungnahme zu erreichen.

Von

rtr

Kommentare (2)

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Michkenntman

05.08.2013, 12:27 Uhr

Hab ich es nicht gesagt? Und schon will man die Dassault-Anteile aus EADS rausziehen. Das Ende vom Lied wird sein, dass die Deutschen den Eurofighter für das eigene Ländle teuer aus EADS rauskaufen müssen, während die Franzosen weiter auf Dassault Rafale setzen.

Die bessere Startegie für EADS wäre hingegen ganz im Gegensatz zu den Vorschlägen des Hedgefonds den Anteil an Dassault auf über 50% hochzufahren und einen Kombipack aufzulegen Eurofighter+Rafale...

Hans

05.08.2013, 13:50 Uhr

Pfarrer Hintze ist wohl nicht mehr für die Bundes EADS Strategie zuständig. Die hat sich daher wohl geändert. Der Bund hat nur die EADS Aktien von den Bank Konsortium gekauft, aber auf den geplanten Kauf von Daimler verzichtet. Und hält nur 7,5%, statt den geplanten 12% EADS Aktien.

Die ganzen Hochwertanteile am Eurofighter sind doch komplett in Britisch Italienischer Hand. Das Eurofighter Geschäft geht bekanntlich massiv zurück, und die Endfertigung läuft bis 2017 gänzlich aus. Wenn EADS ein Deppen Käufer für die EF Endfertigung finden würde, wäre das schon längst weg. TCI sollte sich mal bei EADS kundig machen, mit welchen Werten das Deutsche Rüstungsgeschäft in den Büchern steht, und welche Realen Kaufpreise bei einen Verkauf erzielbar wären. Oder nach den Abschreibungsbedarf, wenn Airbus keine A380 Neukunden mehr findet.

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