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19.12.2013

08:02 Uhr

Flugzeugbauer

NSA vermiest Boeing Brasilien-Geschäft

Offiziell sollen geringere Wartungskosten der Grund sein, dass die Konkurrenz den Auftrag bekommt. Doch Insider vermuten, dass Boeing im Brasiliengeschäft über die NSA-Affäre stolpert. Dem US-Konzern entgehen Milliarden.

Deal vermasselt

NSA-Affäre kostet Boeing Großauftrag in Brasilien

Deal vermasselt: NSA-Affäre kostet Boeing Großauftrag in Brasilien

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Brasilia/ Sao PauloDie Spionagetätigkeit des US-Geheimdienstes NSA hat Boeing offenbar einen Milliarden-Auftrag der brasilianischen Luftwaffe verhagelt. Verteidigungsminister Celso Amorim kündigte am Mittwoch überraschend an, sein Land werde bis 2020 insgesamt 36 Kampfflugzeuge vom schwedischen Saab-Konzern für 4,5 Milliarden Dollar kaufen. Lange galt das US-Unternehmen als aussichtsreichster Bieter. Amorim sagte, entscheidend für die Auftragsvergabe seien unter anderem Anschaffungs- und Wartungskosten gewesen. Doch ein brasilianischer Regierungsinsider sagte: „Das NSA-Problem hat es den Amerikanern verdorben.“ Brasilien sei zu dem Schluss gekommen, dass man einem US-Konzern nicht trauen könne. Den Enthüllungen des ehemaligen NSA-Mitarbeiters Edward Snowden zufolge zapfte der Geheimdienst die Telefongespräche und E-Mails von Präsidentin Dilma Rousseff an.

Boeing nannte die Entscheidung enttäuschend. Man wolle jedoch weiter mit Brasilien im Verteidigungssektor zusammenarbeiten. Der US-Konzern hatte die F/A-18 Super Hornet gegen Saabs Gripen-NG-Maschinen ins Rennen geschickt.

Die größten Luftwaffen der Welt

Platz 10

Frankreich. 363 aktive Kampfeinheiten.

Platz 9

Pakistan. 373 aktive Kampfeinheiten.

Platz 8

Südkorea. 413 aktive Kampfeinheiten.

Platz 7

Ägypten. 458 aktive Kampfeinheiten.

Platz 6

Syrien. 483 aktive Kampfeinheiten.

Platz 5

Nordkorea. 514 aktive Kampfeinheiten.

Platz 4

Indien. 653 aktive Kampfeinheiten.

Platz 3

China. 1452 aktive Kampfeinheiten.

Platz 2

Russland. 1485 aktive Kampfeinheiten.

Platz 1

USA. 2818 aktive Kampfeinheiten.

(Quelle: FlightGlobal)

Aus dem Umfeld der amerikanischen Verhandlungspartner verlautete, die Spionageergebnisse könnten wohl kaum das geplatzte Geschäft aufwiegen. „War das vier Milliarden Dollar wert?“, fragte ein Insider.

Saab erklärte, seine neuen Maschinen vom Typ Gripen NG hätten geringere Betriebs- und Wartungskosten als alle anderen Kampfflugzeuge, die derzeit im Einsatz seien. Die Einzelheiten des Vertrages zwischen der brasilianischen Regierung und Saab sollen binnen eines Jahres vereinbart werden. Das erste Flugzeug soll dann zwei Jahre später ausgeliefert werden.

Um den Auftrag hatte sich auch der französische Konzern Dassault Aviation beworben. Auch Dassault zeigte sich enttäuscht von der Entscheidung der brasilianischen Regierung. Noch vergangene Woche hatte sich der französische Präsident Francois Hollande bei einem Besuch in Brasilien für die Rafale-Kampfflugzeuge stark gemacht.

Von

rtr

Kommentare (4)

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Einsstein

19.12.2013, 08:49 Uhr

Hut ab vor so viel konsequentem Handeln.
Diese Sprache verstehen selbst US-Politiker.
Unsere Politik sollte sich ein Beispiel nehmen und Rückgrat zeigen.
Auch wir müssen uns nicht alles bieten lassen, egal aus welcher Richtung!

norbert

19.12.2013, 09:07 Uhr

Das ist die einzige Sprache, die die USA verstehen: schlechte Handelsbeziehungen. Mal sehen, welche Produkte nach Deutschland liefert, die werde ich konsequent kaufen.

Deutschland verabschiedet lieber TTIF und tappt weiter in die Falle.

norbert

19.12.2013, 10:13 Uhr

Es sollte natürlich heißen:
... welche Produkte Brasilien nach Deutschland liefert ...

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