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28.06.2012

03:44 Uhr

Flugzeughersteller

Airbus plant US-Werk in Alabama

Airbus denkt Insidern zufolge ernsthaft über ein Werk im Heimatland seines Erzrivalen Boeing nach. Die Pläne sehen vor, den Bestseller A320 in Mobile im US-Bundesstaat Alabama zu produzieren.

Ein Flugzeug der Fluggesellschaft Emirates des Herstellers Airbus vom Typ A380. dapd

Ein Flugzeug der Fluggesellschaft Emirates des Herstellers Airbus vom Typ A380.

New YorkDer europäische Flugzeughersteller Airbus will offenbar ein Werk im US-Staat Alabama bauen. Wie die Nachrichtenagentur AP am Mittwoch aus mit den Plänen vertrauten Kreisen erfuhr, sollen in der Stadt Mobile künftig Maschinen vom Typ A320 produziert werden. Dort wollte der Airbus-Mutterkonzern EADS Tankflugzeuge für das US-Militär bauen, bevor das Unternehmen den gigantischen Auftrag an Boeing verlor.

Die „New York Times“ berichtete unter Berufung auf anonyme Quellen, eine offizielle Ankündigung könne bereits am Montag erfolgen. Eine Airbus-Sprecherin sagte auf Anfrage, ein entsprechender Beschluss vom Vorstand liege nicht vor.

Das Unternehmen hat wiederholt angekündigt, expandieren zu wollen und dafür einen Standort im Süden der USA zu favorisieren. Für Airbus wäre es das erste derartige Werk in den USA - und damit im Heimatmarkt des größten Konkurrenten Boeing. Der A320 wird unter anderem von den amerikanischen Fluggesellschaften Delta und US Airways genutzt.

Während die beiden Flugzeugbauer international ungefähr gleichauf liegen, hat Airbus in den USA nur einen Marktanteil von 20 Prozent bei den mittelgroßen Flugzeug-Typen, die - wie der A320 - über einen Gang verfügen. Dass die Flugzeuge in den USA gefertigt werden, könnte Fluggesellschaften zudem den Wechsel von Boeing zu Airbus erleichtern, schrieb die „New York Times“.

Für Airbus brächte ein Werk in den USA zudem eine hohe Kostenersparnis, hieß es in dem Bericht. Dazu trüge bei, dass die Arbeiter in Alabama nicht gewerkschaftlich organisiert seien. Um die Gewerkschaften in Europa, vor allem in Frankreich und Deutschland, von den Plänen zu überzeugen, will Airbus laut dem Bericht argumentieren, dass jeder neue Job in Alabama zehn neue Stellen in Europa bei Airbus und seinen Zulieferern schaffe.

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