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17.01.2011

10:53 Uhr

Flugzeugverkäufe verdoppelt

Airbus gelingt ein neuer Rekord

Airbus beschenkt sich zum 40-jährigen Jubiläum selbst. 2010 hat der europäische Flugzeugbauer Airbus mehr als doppelt soviel Verkehrsflugzeuge wie im Vorjahr verkauft und die Marke von 10 000 Bestellungen überschritten.

TOULOUSE. Er humpelte zwar auf Krücken in das Auslieferungszentrum, doch er kam. Sir Richard Branson, Milliardär und Miteigentümer der Fluggesellschaft Virgin America, stattete Airbus in Toulouse am heutigen Montag persönlich einen Besuch ab, um den zehntausendsten Auftrag in der Airbus-Geschichte feierlich zu unterzeichnen: 60 Mittelstreckenmaschinen vom Typ A320, davon 30 der neuen motorisierten Version A320 Neo. „Wir werden einer der ersten Betreiber des neuen Flugzeugs sein“, sagte Branson stolz.

Bestellungen zu zelebrieren, davon versteht Airbus was. Wieder einmal haben die Europäer den amerikanischen Erzrivalen Boeing abgehängt, sowohl bei den Neubestellungen als auch bei den Auslieferungen (siehe Grafik). Und auch für das laufende Jahr erwartet Airbus-Chef Thomas Enders ein neues Rekordjahr bei den Auslieferungen: „Wir werden in diesem Jahr 520 bis 530 Maschinen an unsere Kunden ausliefern“, kündigte Enders an.

„Auch 2011 haben wir noch Sonderlasten“

Derzeit ist kein Ende des Booms in Sicht, das hat der vergangene Woche verkündete Großauftrag der indischen Fluggesellschaft Indi-Go an Airbus eindrucksvoll gezeigt. So rechnet etwa Boeing damit, dass die Airlines bis 2029 weltweit 30900 neue Flugzeuge im Wert von 3600 Milliarden Dollar bestellen werden. Die Hauptnachfrage kommt aus Asien, aber auch die US-Unternehmen werden nicht umhin können, ihre alternden Flotten in den kommenden Jahren zu erneuern.

Bei einer entscheidenden Kenngröße hinken Airbus und Mutterkonzern EADS den Amerikanern allerdings noch hinterher. Trotz der extrem guten Verkaufszahlen dürfte der Gesamtkonzern EADS auch in diesem Jahr nur 1,1 Milliarden Euro Vorsteuergewinn (Ebit) abwerfen. Bei Boeing rechnen Analysten 2011 im Schnitt mit umgerechnet 3,9 Milliarden Euro Ebit.

„Auch 2011 haben wir noch Sonderlasten“, räumte Airbus-Chef Enders ein. Die Gründe: Noch immer verdient das Unternehmen mit seinem Super-Airbus A380 kein Geld, die Entwicklung des neuen Langstreckenflugzeugs A350 belastet – und vor allem der schwache Dollar kostet Geld. Enders hofft, dass sich die Ertragslage 2012 aufhellen wird.

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