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22.03.2017

18:08 Uhr

FMC Corp

BASF hat offenbar Großübernahme geprüft

BASF plant offiziell keine größeren Zukäufe. Doch laut einem Bericht hat der Chemieriese eine mögliche Übernahme des US-Konkurrenten FMC Corp zumindest geprüft. Vorerst seit das Thema aber zurückgestellt.

Plant der deutsche Chemiekonzern doch größere Zukäufe? AFP; Files; Francois Guillot

BASF

Plant der deutsche Chemiekonzern doch größere Zukäufe?

FrankfurtDer Chemiekonzern BASF zieht entgegen aller Beteuerungen offenbar doch einen großen Wurf in Sachen Übernahmen in Betracht. BASF habe im vergangenen Jahr den Kauf des US-Chemieunternehmens FMC Corp geprüft, erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters von drei mit der Sache vertrauten Personen. Momentan sei das Vorhaben aber zurückgestellt.

Die Ludwigshafener wollten sich zunächst auf Gelegenheiten konzentrieren, die sich aus kartellrechtlich erforderlichen Verkäufen aus den Mega-Deals der Konkurrenz in der Agrarchemiebranche ergeben. Danach könnte man sich aber wieder FMC zuwenden. Auch wenn sich BASF-Chef Kurt Bock nach außen gelassen beim Thema Akquisitionen gebe, rumore es hinter den Kulissen. „Sie müssen etwas tun“, sagte einer der Insider.

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Während die Wettbewerber seit mehr als einem Jahr intensiv an ihren Transaktionen schmieden, geht Bock bislang vergleichsweise kleine Schritte. „Größe an sich ist kein Wert“, hatte er jüngst bei der Bilanzvorlage sein Mantra bekräftigt und erneut vor überteuerten Zukäufen gewarnt. Rund 3,2 Milliarden Dollar legte Bock zuletzt für die Frankfurter Chemetall auf den Tisch. FMC ist an der Börse gegenwärtig 8,2 Milliarden Dollar wert und wäre die größte Übernahme in der Geschichte von BASF seit dem Kauf des US-Katalysatorenherstellers Engelhard 2006 für rund fünf Milliarden Dollar.

Im Vergleich zu den Deals der Konkurrenz nimmt sich das immer noch klein aus: So will Bayer rund 66 Milliarden Dollar für Monsanto zahlen, ChemChina für die Schweizer Syngenta 43 Milliarden Dollar. Zudem arbeiten in den USA Dow Chemical und Dupont an ihrem Zusammenschluss zu einem neuen Branchenriesen, aus dem unter anderem das Agrarchemiegeschäft als eigenständiges Unternehmen abgespalten werden soll.

Bei BASF – weltweit Nummer drei im Pflanzenschutzgeschäft – wird deshalb intensiv diskutiert, wie man den wachsenden Wettbewerb im Agrarchemiegeschäft bewältigen kann. Dabei werden Insidern zufolge auch lange gehegte Überzeugungen infrage gestellt: So hat sich BASF stark auf die Erforschung neuer, innovativer Pflanzenschutz-Moleküle konzentriert und das Geschäft mit günstigeren Pflanzenschutzmitteln ohne Patentschutz eher vermieden – ein Bereich, in dem FMC tätig ist.

Gerade dieses Geschäft könnte aber den Zugang zu Schwellenmärkten wie China und Afrika öffnen, wo sich die meisten Landwirte nicht die neuesten Innovationen im Pflanzenschutz leisten können. „Der chinesische Agrarmarkt ist sehr geprägt von Generika und auch von einem enormen Einsatz von Handarbeit“, hatte Bock selbst Anfang 2016 gesagt. „In China werden sie noch Menschen sehen, die mit der Hand Unkraut jäten. Der Markt ist nicht offen für hochpreisige Produkte.“

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