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09.08.2015

08:40 Uhr

Fördergelder in der Solarbranche

Die Subventionskarawane

VonFranz Hubik

Gestern Europa, heute USA, morgen China: Die Solarbranche grast eine Förderwelle nach der nächsten ab. Dabei unterbindet der staatliche Geldregen Innovationen – und verhindert so nachhaltige Gewinne. Ein Teufelskreis.

Dreht ein Staat den Geldhahn zu, ziehen die Solarunternehmen zur nächsten Subventionsquelle weiter. dpa - picture-alliance

Kamele in der Wüste

Dreht ein Staat den Geldhahn zu, ziehen die Solarunternehmen zur nächsten Subventionsquelle weiter.

DüsseldorfSolarmodule sind die Zebras der Sonnenindustrie: Auf den ersten Blick sehen alle gleich aus. Für selbst ernannte Premiumhersteller wie Solarworld, Deutschlands letzten noch existenten Großproduzenten, ist das ein veritables Problem. Wie sollen die Bonner, die 2013 nur knapp an der Pleite vorbeischrammten, potenziellen Kunden klar machen, dass ihre Produkte hochwertiger sind, als jene der Konkurrenz aus China? Wie lässt sich der Preisaufschlag gegenüber der Ware aus Fernost rechtfertigen?

Um die Qualität seiner Module unter Beweis zu stellen, setzt Solarworld-Chef Frank Asbeck gerne auf Live-Anschauungsunterricht. So bat er etwa Sigmar Gabriel vor gut zwei Monaten darum, bei einer besonderen Belastungsprobe mitzuwirken. Auf der weltgrößten Solarmesse, der Intersolar in München, sprang Asbeck zusammen mit dem SPD-Vizekanzler auf eines seiner doppeltverglasten Module und hüpfte unentwegt darauf herum. „Das ist der ultimative Härtest“, witzelte Gabriel angesichts des Gewichts, das die beiden Mitfünfziger gemeinsam auf die Waage bringen. Doch das Modul hielt stand. Asbecks Botschaft: Wir sind unzerstörbar. Solar lebt. Es geht wieder bergauf.

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Tatsächlich ist in der Branche gerade ein neuer Goldrausch ausgebrochen. Das Analysehaus IHS Technology rechnet allein für 2015 mit einem weltweiten Zuwachs an installierten Solaranlagen von 30 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Bis 2019 könnte die jährliche globale Nachfrage von aktuell etwa 45 Gigawatt sogar auf 75 Gigawatt steigen.

Und auch die aktuellen Halbjahreszahlen von Solarworld geben Anlass zur Hoffnung. Zwar ist das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) weiter negativ. Doch der Konzernumsatz erhöhte sich um rund 40 Prozent auf 320 Millionen Euro. Anders als die zahlreichen Showeinlagen von Solarworld-Chef Asbeck suggerieren, wird das Wachstum der Bonner aber weniger durch Innovationen als durch Subventionen getrieben.

Abhängig von der Spendierlaune anderer

Die Branche hängt noch immer am staatlichen Fördertropf wie Heroinsüchtige an der Nadel. Schlimmer noch: Die Industrie hat sich der Politik und den Stimmungsschwankungen ihrer Akteure heillos ausgeliefert. Je nach Spendierlaune der Regierungen verlagern sich große Teile der Unternehmensumsätze sprunghaft von Kontinent zu Kontinent. War Europa 2012 noch der größte Solarmarkt, ist Asien heute schon drei Mal so bedeutend und Amerika bald doppelt so wichtig. Wer nicht schnell genug auf die Veränderungen reagiert, wird im Preiskampf eliminiert.

Die Misere läuft dabei meist ähnlich ab: Auf einen kurzen Boom folgt der steile Absturz. Die Blase platzt – so wie in Deutschland. Bis vor drei Jahren war die Bundesrepublik mit einem jährlichen Zubau an Photovoltaikanlagen von bis zu 7,6 Gigawatt noch der wichtigste Solarmarkt der Welt. Heute spielt Deutschland dagegen kaum noch eine Rolle. Nachdem die Vergütung für Solarstrom von einst mehr als 34 Cent pro Kilowattstunde auf zwölf Cent gedrosselt wurde, ist der Markt auf ein Viertel der einstigen Größe zusammengeschrumpft. Und es geht weiter abwärts. In Italien, Spanien und Tschechien waren die Schocks sogar noch drastischer.

Kommentare (4)

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Herr Holger Narrog

10.08.2015, 08:08 Uhr

Es ist bereits seit Jahrzehnten bekannt, dass die Solarenergie ungeeignet ist ein Industrieland mit Strom zu versorgen. Die Herausforderungen sind, niedrige Sonneneinstrahlungsdichte und vor allem die Sonneneinstrahlung erfolgt nicht entsprechend dem Strombedarf. Gerade Strom, der in dem Augenblick erzeugt werden muss wenn er verbraucht wird, ist diesbezüglich auf eine exakte, zeitgerechte Erzeugung angewiesen.

Dieses Manko hat man seitens der Ökolobby mit einer sehr erfolgreichen, selektiven und sehr phantasiereichen Kommunikation überkompensiert. In Deutschland und auch in anderen Ländern schwärmen viele Mitmenschen von "Solarenergie" und sehen eine sonnige Zukunft.

So hat man in zahlreichen Ländern Subventionsgesetze etabliert die die menschlichen Gesellschaften wohl bereits nahezu 1 Billion $ gekostet haben. Sobald die Kosten der Subventionen ausser Kontrolle geraten, ziehen die Staaten dann bis auf Deutschland?? die Notbremse.

Irgendwann ist dieses Subventionspotenzial erschöpft, die Gläubigen sind sehr enttäuscht, phantasieren von Verschwörungen der Grosskonzerne und der Naturwissenschaft gegen die Solarenergie.

Account gelöscht!

10.08.2015, 08:13 Uhr

Energiewende/EEG = erst kommt die Lüge (Energie wenden zu können), dann kommt der Betrug/Selbstbetrug (marktfeindliches EEG), danach kommt der Mangel (Stromeinspar-Energieeinsparzwang) und zum Schluss die Offenen Hände der Armut (unbezahlbare Strom-Energiepreis bei einer mangelhaften Strom-Energieversorgung).

Herr G Bauer

10.08.2015, 10:09 Uhr

"Die Branche hängt noch immer am staatlichen Fördertropf wie Heroinsüchtige an der Nadel."
Wie es aussieht, brauchen die Erneuerbaren Energien Subventionen, weil Erd-Öl/Gas, Kohle usw. so hoch subventioniert werden.
welt.de: "Die Welt steckt mehr Geld in Öl als in Gesundheit. Fossile Energieträger werden weltweit mit 5,3 Billionen Dollar subventioniert."
http://bit.ly/1Uyjp6C
Wir leben in einer irren Welt.
Zur EEG-Abgabe empfehle ich ein Video von Prof. Dr. Weber:
https://youtu.be/VjN_J3QA3RI

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