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15.06.2011

15:57 Uhr

Förderung

Solarboom flaut deutlich ab

Es gibt so wenig neue Solaranlagen, dass die Förderung wohl doch nicht gekürzt werden muss. Weniger als 1000 Megawatt an Solaranlagen sind in den vergangenen Monaten installiert worden.

Der Solarboom ist abgeflaut. Quelle: dpa

Der Solarboom ist abgeflaut.

BerlinNach jahrelangem Ansturm auf Solaranlagen ist der Boom im Frühjahr überraschend abgeflaut. Zwischen März und Mai wurden nach Angaben aus Regierungs- und Branchenkreisen vom Mittwoch deutlich weniger Solarzellen auf Dächer und Freiflächen gebaut als zuletzt erwartet.

Mit den Zahlen Vertraute sagten, es seien deutlich weniger als 1000 Megawatt installiert worden. Die erwartete Kürzung der Solarförderung ab Juli werde es so wohl nicht geben. Diese ist für den Fall verankert, dass mehr Solaranlagen errichtet werden als die Regierung festgelegt hat. Die Zahlen kommen mitten in den Gesprächen der Koalition über die Solarhilfe ab 2012. Der Wirtschaftsflügel von Union und FDP dringt auf Kappungen, während Regierung und Umweltpolitiker diese angesichts der Energiewende ablehnen.

Der Einbruch wurde in den Kreisen auf eine Verunsicherung in Folge der politischen Diskussionen über die Photovoltaik sowie auf Vorzieheffekte zurückgeführt. 2010 wurden angesichts der Kürzungsdebatte noch Module mit über 7000 Megawatt installiert. Auch die Atom-Katastrophe von Fukushima habe hier nicht den erwarteten Impuls ausgelöst. Die Bundesnetzagentur wollte sich nicht zu den Daten äußern: „Wir veröffentlichen die uns vorliegenden Zahlen in den nächsten Tagen“, sagte ein Sprecher.

Die Monate März bis Mai sind sogenannte Referenzmonate, die im Erneuerbaren Energien Gesetz (EEG) festgelegt sind. Der Zubau in diesen drei Monaten wird mit vier multipliziert und so auf ein Jahr hochgerechnet. Bei mehr als 3500 Megawatt-Jahreszubau hätte es für neue Solaranlagen eine weitere Kürzung von drei Prozent ab Juli gegeben, bei 4500 Megawatt erneut drei Prozent und in 1000er Schritten so weiter. Schon der Wert von 3500 Megawatt wird den Angaben zufolge nun aber wohl nicht erreicht, so dass eine Juli-Kürzung ausfällt.

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