Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

25.03.2012

12:17 Uhr

Förderungsumbau

Solar-Kürzung führt zu kurzfristigem Ansturm

Schnell mitnehmen, was noch zu holen ist: Derzeit führt die geplante Kürzung von Solar-Förderungen zu einem Ansturm auf Investitionen nach dem alten Subventionsmodell. Das führt zu Milliardenkosten für den Steuerzahler.

Derzeit findet ein Ansturm auf Investitionen in staatlich geförderte Solarprojekte statt. Reuters

Derzeit findet ein Ansturm auf Investitionen in staatlich geförderte Solarprojekte statt.

HamburgDie Bundesregierung fürchtet offenbar, dass die geplante Kürzung der Solarförderung einen neuen Anlagen-Boom auslöst. So führe die angekündigte Reform der Zuschüsse derzeit in erheblichem Umfang zu „Vorzieheffekten“, weil Investoren möglichst viele Solaranlagen noch zu alten Konditionen ans Netz bringen wollten, berichtet das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ unter Berufung auf ein internes Papier des Bundesumweltministeriums. Dieser Boom könne die Stromkunden in den nächsten 20 Jahren demnach rund neun Milliarden Euro zusätzlich kosten.

Bereits im vergangenen Dezember hatte es mit der letzten Kürzungsrunde einen ähnlichen Aufschwung gegeben. Dieser könne durch den aktuellen Boom noch „deutlich übertroffen werden“, heiße es in dem Papier.

Von

dapd

Kommentare (4)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

SolarzentrumNorderstedt

25.03.2012, 13:02 Uhr

So wie unsere Regierung agiert ist für diesen Boom letztlich wieder dier die Solarbranche schuld. Warum verkaufen wir denn auch soviel und beschränken uns nicht in unserem tun?
Vor vielen Jahren wurde politisch das EEG auf den Weg gebracht. Der weltweite einzigartige Erfolg wird heute nur noch negativ oder in Kosten dargestellt. Wo wir doch viel mehr Punkte auf der Ertragsseite zu verbuchen haben. Aber hier ist es halt so, dass die Einsparungen nicht bei den Bürgern landen, sondern bei den Energieversorgern und beim Staat. Letztlich zwängt sich der Eindruck auf, dass es kein revolutionärers Energiekonzept der BRegierung gibt sondern eine Steuerung durch die Energiekonzern-Lobby. Wohin ich der höre, nur die Politiker haben mit dem EEG Probleme, der Bürger fühlt die Benzinpreise viel stärker in seinem Portemonnaie. Also Herr Röttgen und Rössler 1.Plan machen, 2. Plan überprüfen 3. Plan mit klaren Terminen veröffentlichen und umsetzen - aber nicht diese Salamitaktik der Verunsicherung. Und dann sich wundern warum es einen Schlussverkauf gibt. Thomas Leidreiter

foforita

26.03.2012, 09:49 Uhr

Ich kann diesem Kommentar nur zustimmen. Wir reden von Kosten, die in keinem Verhältnis stehen zu den Kosten die verursacht werden durch den Braunkohleabbau, Atommüll, Atomtransporte, etc. Diese werden nur nie öffentlich vorgelegt, und schön verdeckt über die Steuern vom Bürger gezahlt. Würde man diese einrechnen in den ach so günstigen Atomstrom oder Braunkohlestrom, wir würden uns doch aehr wundern, wie teuer das ganze wäre. Man kann nicht Äpfel mit Birnen vergleich. Im übrigen sind bei einem Thema der Energiewende, wo es darum geht, von den endlichen Ressourcen Öl, Kohle und Uran wegzukommen, die Kosten nur einer Seite der Argumentation. Schaut man sich die Bilder von Fokushima an, dürften eigentlich solche Disskussionen gar nicht mehr aufkommen. Und doch werden sie geführt. Wohlgemerkt von unserem Umweltminister. Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Armes Deutschland!

TomSch

26.03.2012, 12:35 Uhr

"Dieser Boom könne die Stromkunden in den nächsten 20 Jahren demnach rund neun Milliarden Euro zusätzlich kosten". Aber was die Photovoltaik uns bringt wird verschwiegen. Wenn man die Preise an der Strombörse www.eex.com verfolgt stellt man fest, dass die Strompreise für Stundenkontrakte an Sonnentagen immer weiter fielen, je mehr Photovoltaik zugebaut wurde. Das hat Auswirkungen auf die langfristigen Kontrakte und wird uns Stromverbrauchern in Zukunft viel Geld sparen - je teurer die fossilen Energien werden, umso höher der Einspareffekt durch Sonnenstrom. Diese ständig genannten Milliardenkosten basieren auf Rechnungen, in denen wesentliche Faktoren bewusst ignoriert werden. Thomas Schaufler

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×