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18.03.2011

16:56 Uhr

Folgen der Katastrophe

Bei Opel stehen Bänder wegen Japan still

Die Katastrophe in Japan wirkt sich immer stärker auf die Autobranche aus - und ist nun auch in Eisenach bei Opel angekommen. Die Produktion liegt still. Teile fehlen. So geht es auch General Motors, Toyota und Honda.

Ein Opel Corsa hängt im Opel-Werk Eisenach in einer Produktionsstraße. Quelle: dapd

Ein Opel Corsa hängt im Opel-Werk Eisenach in einer Produktionsstraße.

Detroit/Stuttgart/Offenbach/RüsselsheimDie erste deutsche Autofabrik steht wegen der Katastrophe in Japan bald still: Bei Opel fallen am Montag und Dienstag im Werk Eisenach jeweils zwei Schichten aus, wie ein Firmensprecher am Freitag der Nachrichtenagentur dpa sagte. Das spanische Werk Saragossa wird sogar den ganzen Montag angehalten, womit drei Schichten verloren gehen. Am darauffolgenden Freitag fällt hier überdies eine der Acht-Stunden-Schicht aus.

In den beiden Werken wird der Kleinwagen Corsa produziert. Dafür fehlt ein Elektronikbauteil eines japanischen Zulieferers. Welche Komponente genau betroffen ist, blieb unklar. Japan ist eine Hochburg der Chipindustrie. „Von derart kurzen Ausfällen bekommen die Kunden aber nichts mit“, sagte der Sprecher. „Weitere Unterbrechungen sind für kommende Woche nicht geplant.“ Was danach geschehe, müsse kurzfristig entschieden werden.

Das Beben und der Tsunami in Japan hatten die dortige Auto- und Elektroindustrie in Mitleidenschaft gezogen. Die Produktion läuft nur langsam wieder an. Das bekommen auch die Abnehmer von Zulieferteilen im Ausland zu spüren. Die Opel-Mutter General Motors muss ein US-Werk für Pick-up-Trucks vorübergehend stilllegen. Der Chef von Deutschlands größtem Autobauer Volkswagen, Martin Winterkorn, hatte zumindest bis in die kommende Woche hinein Entwarnung gegeben. „Danach müssen wir sehen.“

In Japan selbst ruht die Produktion von Autos und Zulieferteilen weitgehend. Nach Branchenprimus Toyota hat nun auch Honda erklärt, wegen der Katastrophe seine Endmontagewerke frühestens Mitte der kommenden Woche wieder zu öffnen. Daimler lässt seine Lastwagenproduktion in Japan bis mindestens Dienstag ruhen. Wie dramatisch die Lage ist, zeigt eine Entscheidung von General Motors: Der US-Autobauer hält eine komplette Pick-up-Fabrik im heimischen Louisiana für eine ganze Woche an - es fehlen wichtige Teile aus Japan.

Die Sicherheit der knapp 13.000 Mitarbeiter an den elf Standorten habe oberste Priorität, begründete Daimler-Nutzfahrzeugvorstand Andreas Renschler am Freitag in Stuttgart den Produktionsstopp. Sobald es die Sicherheitslage erlaube, werde die Tochter Mitsubishi Fuso den Betrieb wieder aufnehmen. „Aber natürlich sind auch bei Fuso einige Gebäude und Anlagen beschädigt“, sagte Renschler. Nach derzeitigem Kenntnisstand sei bisher kein Mitarbeiter persönlich von größeren Schäden betroffen.

Kommentare (4)

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Account gelöscht!

18.03.2011, 19:35 Uhr

Bereits jetzt ist in Ostasien eine Strahlenhysterie ausgebrochen, die dazu führen wird, dass die Menschen dort aus Angst vor möglcher Kontamination auf absehbare Zeit keine japanischen Produkte mehr kaufen werden. Japan steht wirtschaftlich dichter am Abgrund als es viele Ökonomen bislang begreifen. Die Schäden aus Erdbeben und Tsunamie mögen bei allem Elend finanziell verschmerzbar sein, doch die Atomkatastrophe wird sich zu einem auch wirtschaftlichen SuperGau auswachsen. Noch 25 Jahre nach Tschernobil meiden Europäer Ukrainische Produkte. Japan als Exportnation wird zu einem anderen Land werden...

Karl

18.03.2011, 20:03 Uhr

Ist garnicht so schlimm wenn die Produktionen jetzt schon zum stoppen kommen.
Die nächsten Wochen und Monate geht es eh Schlag auf Schlag weiter.....
Spätestens nach den nächsten großen Beben in Amerika wird die Wirtschaft eh kollabieren.....
Der Dollar stürzt und vieles andere mit ihm.....
die Menschen werden verarmen, natürlich auch hier in Europa / Deutschland.
Dann werden eh keine neuen Autos mehr gekauft......ausser der absoluten Luxusklasse.
Die Reichen sind clever genug und wissen was kommt.....nur der kleine Michel ist mal wieder der Dumme.
Aber das war schon immer so.

DIE GESCHICHTE LEHRT DIE MENSCHEN,
DAß DIE GESCHICHTE DIE MENSCHEN NICHTS LEHRT........

no.7

18.03.2011, 20:50 Uhr

Die gutbezahlten Ökonomen versichern unisono, für den deutschen Jubelaufschwung bestehe "keine gefahr". Eine totale Fehleinschätzung, finde ich, selbst wenn Japan den finanziellen zusammenbruch vermeiden kann.-Ich finde es gut, daß wir nun eiiges werden nicht produzieren können, damit die Leute einmal sehen, daß Merkels hochgejubelte internationale Verflechtung eben nicht nur vorteile, sondern auch Nachteile hat. aber daran denkt Merkel nicht- wird schon gutgehen.

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