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12.10.2012

06:55 Uhr

Folgen der Schuldenkrise

Coca-Cola flüchtet aus Griechenland

Mit über 40.000 Mitarbeitern ist der griechische Abfüller von Coca-Cola der größte Konzern des Landes. Doch aus Angst vor der Schuldenkrise will das Unternehmen in die Schweiz flüchten.

Der zweitgrößte Abfüller für Coca-Cola sitzt in Griechenland. RUETERS

Der zweitgrößte Abfüller für Coca-Cola sitzt in Griechenland.

AthenCoca-Cola Hellenic Bottling SA, der weltweit zweitgrößte Abfüller für Coca-Cola und das nach Marktwert wertvollste griechische Unternehmen, will sein Haupt-Aktien-Listing von Athen nach London verlegen. Damit flüchtet der Konzern aus dem Epizentrum der seit Jahren anhaltenden europäischen Schuldenkrise.

Coca-Cola Hellenic ist in 28 Ländern auf drei Kontinenten aktiv und beschäftigt über 40.000 Mitarbeiter. Vergangenes Jahr erzielte das Unternehmen weltweit einen Umsatz von 6,9 Mrd. Euro. Rund 95 Prozent der Geschäftsaktivitäten und Aktionäre befinden sich außerhalb von Griechenland.

Coca-Cola vs. Pepsico

Pepsis Konzernstruktur

Im dritten Quartal 2011 erwirtschaftete Pepsi 17,6 Mrd. Dollar Umsatz. Davon entfallen in Nord- und Südamerika 5,63 Mrd. Dollar auf das Snackgeschäft und 5,95 Mrd. Dollar auf die Getränkesparte. 3,91 Mrd. Dollar Umsatz machte der Cola-Konkurrent in Europa, 2,10 Mrd. Dollar in Asien/Pazifik.

Pepsis Rentabilität

Das Nettoergebnis lag bei 2 Mrd. Dollar bei 17,6 Mrd. Dollar Umsatz. Damit erzielte der Konzern im dritten Quartal eine Rendite von 11,3 Prozent.

Coca-Colas Rentabilität

Gegen Coca-Cola hat Pepsi das Nachsehen. Der Umsatz war mit 12,3 Mrd. Dollar im dritten Quartal zwar geringer als bei Pepsi - das Nettoergebnis fiel allerdings mit 2,2 Mrd. Dollar höher aus. Die Rendite lag bei 18,1 Prozent.

Pepsis Wertentwicklung

Die relative Wertentwicklung von Pepsi an den Börse spricht Bände. Sie konnte nach der Krise zwar schnell wieder auf einen positiven Wert klettern, entwickelte sich aber deutlich schwächer als die von Coca-Cola.

Coca-Colas Wertentwicklung

Coca-Cola ist bei den Investoren beliebter als Pepsi. Der Aktienkurs entwickelte sich in den vergangenen Jahren deutlich besser als der von Pepsi. Zuletzt lag die Wertentwicklung gar bei 160 Prozent, bei Pepsi nur bei knapp über 100 Prozent.

Ein neues Unternehmen in der Schweiz, gegründet von einem der wichtigsten Aktionäre, wird dazu nun ein Angebot zu einem Aktientausch für Coca-Cola Hellenic unterbreiten - und dabei gleichzeitig ein Haupt-Listing in London anstreben, wie aus einer Pflichtmitteilung an der Athener Börse vom Donnerstag hervorgeht.

“Der Schritt wird dem Konzern dabei helfen, sich selbst von Problemen - die mit Griechenland verbunden sind - abzusondern”, sagte Paris Mantzavras von Pantelakis Securities in Athen. Zu solchen Problemen könnten etwa ein Austritt der Griechen aus der Eurozone und Kapitalkontrollen zählen.

Kommentare (26)

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manaslu

12.10.2012, 07:20 Uhr

Phantastisch!! Deutsche Renten-, und demnächst weitere Steuermilliarden sind ins endlose Loch Grexia geworfen worden. Nun ziehen die größten Arbeitgeber ab! Das Loch öffnet sich weiter. D wird solange füllen, bis hier die Beamten endlich auf der Straße marschieren. Weil auch sie Beiträge an die Rentenversicherung etc. abführen müssen. Spätestens 2014 wird es krachen und in allen wirtschaftlichen Fugen: beben.

Schlaumeier

12.10.2012, 07:28 Uhr

Genau richtig. Die griechische Wirtschaft muss angekurbelt werden, sagen ja auch unsere Politiker. Deshalb ab sofort: 1 Liter Ouzo für jeden Griechen. Dann kann die deutsche Presse + Politik vermelden: "Stimmung in Griechenland so gut, wie seit Jahrzehnten nicht mehr". Im Ernst: Es sagt doch alles über den Zustand der griechischen Wirtschaft, wenn sich zum jettzigen Zeitpunkt ein Konzern wie Coca Cola zurückzieht.

ymu

12.10.2012, 08:03 Uhr

Nach dem Austritt Griechenlands wird selbst eine Cola zum unbezahlbaren Luxusgut.

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