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24.03.2011

08:54 Uhr

Folgen Naturkatastrophe

Japankrise drückt Autobranche in Kurzarbeit

Die Produktionsschwierigkeiten japanischer Zulieferer werden für die deutsche Autobranche zum echten Problem. Die Lage ist ernst, Kurzarbeit droht.

Ein Bauteil für die Produktion des Opel Corsas fehlt aus Japan, und wird nun aus den USA eingeflogen. Quelle: dpa

Ein Bauteil für die Produktion des Opel Corsas fehlt aus Japan, und wird nun aus den USA eingeflogen.

DüsseldorfDie Japankrise erreicht die Unternehmen in Deutschland. Einige Firmen, die auf japanische Zulieferer angewiesen sind, erwägen nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit Kurzarbeit. „Uns liegen erste Anfragen aus dem Automobilbereich vor“, sagte eine Sprecherin der Behörde der „Süddeutschen Zeitung“. Sie rechnet damit, dass in den nächsten Wochen auch die ersten Anträge auf Kurzarbeitergeld wegen der Japankrise eingehen werden.    

Noch könnten Betriebe, die auf Lieferungen aus Japan angewiesen sind, Engpässe ausgleichen, sagte sie. „Wir spüren aber schon jetzt einen gestiegenen Beratungsbedarf bei den Unternehmen. Die wissen ja, dass in ihren Lagern früher oder später die Teile aus Japan fehlen.“    

Laut Bundesagentur ist die Auszahlung von Kurzarbeitergeld wegen der Japankrise möglich, sofern das Unternehmen nachweisen kann, dass „Lieferengpässe nicht durch andere Lieferanten oder aus Lagerbeständen kompensiert werden können“. Bei der Kurzarbeit kommt die Bundesagentur für einen Teil der Verdienstausfälle auf, die verkürzte Arbeitszeiten verursachen.   

Weltweit hat das Beben erhebliche Konsequenzen für die Autoindustrie. In Japan stehen die Bänder beim Branchenprimus längst still. Mindestens bis zum Samstag wird die Produktion in den zwölf Werken ruhen. Wegen der Ausfälle verschiebt sich auch Start zweier neuer Modelle des Verkaufsschlagers Prius.  Nach dem Erdbeben und Tsunami am 11. März kämpfen auch andere Autokonzerne mit Problemen. Die Werke von Honda im Heimatland sind ebenfalls nicht in Betrieb.   

Peugeot Citroen fuhr seine Produktion in einigen europäischen Fabriken zurück und General Motors setzte zeitweise die Arbeit in seinem Werk in Louisiana aus. Häufig fehlt es an Bauteilen, die nicht rechtzeitig angeliefert werden können.  

In Deutschland ist die Lage bei den Herstellern angespannt, aber noch nicht dramatisch. Die Produktion bei Opel wird durch die Katastrophen in Japan weniger belastet als zunächst befürchtet. Im Werk Eisenach seien am Montag zwei Schichten ausgefallen, schon die Nachtschicht habe aber wieder arbeiten können, sagte ein Konzernsprecher am Dienstag in Rüsselsheim. Am Freitag werde in Saragossa eine Schicht entfallen.

Kommentare (1)

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24.03.2011, 09:48 Uhr

Damit zahlen nun auch wir für die Katastrophe! Wer kann in die Haftung genommen werden? Wenn eine Haftpflicht für AKWs nicht finanzierbar ist, dann sollten bitte alle abgeschaltet werden! Denn dann stimmt das Business Modell nicht, sprich die Kernkraft ist dann nicht billiger:
http://faszinationmensch.wordpress.com/2011/03/23/ist-eine-haftpflicht-fur-akws-nicht-finanzierbar-dann-abschalten/

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