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07.04.2011

14:56 Uhr

Fonds für Seltene Erden

Deutschland und Brasilien wollen gemeinsam arbeiten

VonAnnette Schavan

Seltene Erden sind unverzichtbar für viele elektrische Antriebe - doch Hauptproduzent China senkt weiterhin die Exporte. Abhilfe könnte die Förderung in Brasilien schaffen. Dabei soll ein millionenschwerer Fonds helfen.

Die Förderung von Neodym in Brasilien könnte beim Mangel an Seltenen Erden Abhilfe schaffen. Quelle: Reuters

Die Förderung von Neodym in Brasilien könnte beim Mangel an Seltenen Erden Abhilfe schaffen.

BerlinWährend wir in der Politik über die Geschwindigkeit des Umbaus unserer Energieversorgung debattieren, gibt es in deutschen Technologie-Unternehmen ernste Sorgen um Versorgungsengpässe wichtiger Ressourcen. Unverzichtbar für alle elektrischen Antriebe etwa in Windrädern, Hybrid-Autos oder Elektrorollern ist Neodym, ein Metall aus der Gruppe der Seltenen Erden.

Der mit Abstand größte Produzent Seltener Erden ist China, das seine Exporte seit 2005 kontinuierlich senkt und damit auch die technisch hervorragend aufgestellte deutsche Magnetproduktionsindustrie vor Herausforderungen stellt. Nun könnte eine Förderung brasilianischer Neodym-Reserven nach Angaben von Fachleuten des Fraunhofer-Instituts Abhilfe schaffen.

Mit dem Start der Hannover Messe geht das Deutsch-Brasilianische Jahr der Wissenschaft, Technologie und Innovation 2010/2011 zu Ende. In Brasilien hat angewandte Forschung gegenüber Grundlagenforschung Priorität. Wirtschaftspolitisches Credo der „Emerging Economy“ ist es, eine innovative Produktionstechnologie für Permanentmagnete unter Nutzung eigener Rohstoffe zu entwickeln. Dies könnte ein wichtiger Schritt dazu sein, das chinesische Monopol bei Seltenen Erden aufzubrechen.

Es ist also ein klassisches Win-Win-Projekt, wenn im Rahmen des Wissenschaftsjahres ein Netzwerk aus relevanten deutschen und brasilianischen Institutionen und Firmen aufgebaut und ein Konzept für eine „Lab-Factory“ entwickelt wird, in der die Fertigung vom Abbau der Rohstoffe bis zur Magnetherstellung erfolgen kann. Ganz abgesehen davon, dass Zusammenarbeit in Forschung und Entwicklung Kosten verringert, macht Deutschland mit Kooperationen wie dieser deutlich, dass es auf vielen Gebieten nicht nur für kreative Ideen und erfolgreiche Produkte steht, sondern umfassendes Systemwissen und Nachhaltigkeitskonzepte für technologische Entwicklungen hat.

Die Regierung verfolgt mit ihrer Strategie zur Internationalisierung von Wissenschaft und Forschung das Ziel, Deutschlands Position in der globalen Wissensgesellschaft nachhaltig zu festigen und Wissenspotenzial außerhalb Deutschlands zu erschließen. In Brasilien und Deutschland zeigen Forschungsinstitute großes Interesse, die Zusammenarbeit zu intensivieren. Deshalb bereiten wir nun zum Abschluss des Deutsch-Brasilianischen Jahres der Wissenschaft einen gemeinsamen Fonds vor, der, ausgestattet mit mehr als zwei Millionen Euro, neue Kooperationen ermöglicht und ihnen langfristig eine neue Qualität geben soll. So entsteht ein Klima des Vertrauens, das die deutsch-brasilianischen Beziehungen auch in Politik und Wirtschaft enger werden lassen kann.

Annette Schavan ist Bundesforschungsministerin.


Kommentare (1)

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Account gelöscht!

07.04.2011, 16:37 Uhr

ein gemeinsamer fonds von zwei millionen euro soll eine basis für langfristige zusammenarbeit schaffen? das scheint mir in diesem zusammenhang doch eher ein lächerlicher betrag. oder handelt es sich wieder einmal um einen der häufige "nachlässigkeitsfehler", die die berichterstattung immer wieder ziehren?
aufklärung und korrektur tut not.
danke
charlie.f.kohn@sixpence-pictures.com
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