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18.04.2012

12:58 Uhr

Foodwatch

Nestlé wegen Süßigkeiten-Werbung kritisiert

Die Verbraucherorganisation Foodwatch hat den Lebensmittelkonzern Nestlé kritisiert, weil dieser Produktwerbung für ungesunde Kindernahrung macht. Dabei verstoße Nestlé gegen selbstauferlegte Beschränkungen.

Nestlé steht in der Kritik, weil der Konzern Werbung für ungesunde Kinderlebensmittel macht. Reuters

Nestlé steht in der Kritik, weil der Konzern Werbung für ungesunde Kinderlebensmittel macht.

BerlinDie Verbraucherorganisation Foodwatch hat den weltgrößten Nahrungshersteller Nestlé wegen seiner Werbung für ungesunde Kinderlebensmittel kritisiert. Nestlé verstoße mit der Vermarktung solcher Produkte gegen selbstauferlegte Beschränkungen, schreibt die Organisation in einem am Mittwoch veröffentlichten Brief an den Chef von Nestlé Deutschland, Gerhard Berssenbrügge.

Der Konzern habe sich selbst auferlegt, gegenüber Kindern zwischen sechs und zwölf Jahren nur für die Altersgruppe geeignete Produkte zu bewerben, kritisierte Foodwatch. Auch müssten entsprechende Produkte demnach den Regeln Nestlés zufolge „eine positive Rolle in einer ausgewogenen Ernährung dieser Altersgruppe spielen können“. Süße Snacks jedoch, wie sie nach Angaben von Foodwatch einen großen Teil des Produktangebotes Nestlés ausmachen, sollten nach Empfehlung von Nahrungsexperten „nur selten und in kleinen Mengen gegessen werden“.

Als Beispiel für nach Auffassung der Verbraucherorganisation ungesunde Lebensmittel von Nestlé nannte Foodwatch „einige Alete-Produkte für Kleinkinder“, das Kindersortiment der Eiscrememarke Schöller und Smarties. Vor allem aber kritisierte Foodwatch Nestlé-Frühstücksflocken: „Ihre Kindercerealien bestehen alle zu mindestens 30 Prozent aus Zucker“, schrieb die Verbraucherorganisation an Nestlé Deutschland.

„Sie sind kein gesundes Frühstück, sondern Süßigkeiten.“ Problematisch sei die Werbung Nestlés dafür, kritisierte Foodwatch: Der Konzern werbe dafür im Kinderprogramm mit Comicfiguren und Trickfilmen. Daneben locke Nestlé Kinder mit Sammelaktionen und Gewinnspielen.

Eltern gegenüber wiederum werde der Eindruck vermittelt, die Produkte seien Gesund und ausgewogen, da sie Vollkorn enthielten. Auch an Grundschulen sei Nestlé „präsent“ mit Wettbewerben und Informationsmaterialen für Schüler, Eltern und Lehrer. Dabei habe sich der Konzern selbst auferlegt, keine Werbung an Grundschulen machen zu wollen.

Nestlé müsse endlich nach seinen eigenen Grundsätzen handeln, forderte Foodwatch. Als weltgrößter Konzern der Branche „sollte Nestlé Vorbild sein“. Kindern müssten tatsächlich gesunde Nahrungsmittel und Getränke angeboten werden. An Kinder gerichtete Werbung „für Eiscreme, überzuckerte Frühstücksflocken und andere unausgewogene Produkte“ solle Nestlé stoppen, forderte Foodwatch. Daneben müsse sich Nestlé von Schulen zurückziehen.

Nestlé hat für Donnerstag hochrangige Vertreter aus Politik, Handel, Lebensmittelindustrie und Gastronomie zu einer Diskussionveranstaltung eingeladen. Diese sollen sich auf dem „Zweiten Berliner Symposium für Ernährung des Nestlé Zukunftsforums“ über aktuelle Entwicklungen in der Nahrungsbranche austauschen.

Von

afp

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