Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

11.11.2011

14:32 Uhr

Ford-Chef Mulally

„Marktanteile sind nicht das Wichtigste“ 

VonCarsten Herz, Mark C. Schneider

Ford strebt anders als VW nicht an die Spitze der Autobauer. Konzernchef Alan Mulally erklärt im Interview, wie der Konzern profitabel wachsen soll, auf welche Modelle er setzt und was er aus der Luftfahrt gelernt hat.

Ford-Konzernchef Alan Mulally liebt seine Produkte. dpa

Ford-Konzernchef Alan Mulally liebt seine Produkte.

Handelsblatt: Herr Mulally, Sie haben diese Woche für mehr als 100 Millionen Euro eine neue Fabrik in Köln eröffnet, während Europa um das Überleben des Euros kämpft. Wie ernst ist die Lage?

Alan Mulally: Die ganze Welt befasst sich derzeit mit dem entscheidenden Thema – wirtschaftlichem Wachstum. Die USA erholen sich sehr langsam von der Rezession. In Europa verlangsamt sich die Wirtschaft. Und auch im asiatisch-pazifischen Raum geht das Wachstum zurück, vor allem in China, selbst wenn dort die Raten immer noch beträchtlich sind. Der politische Fokus muss deshalb darauf liegen, was nötig ist, um die wirtschaftliche Entwicklung wieder zu beschleunigen. Das ist das allerwichtigste Thema.

Kommentar: Die meistgehasste Zahl der Autobranche

Kommentar

Die meistgehasste Zahl der Autobranche

Ford will nicht der größte Autobauer der Welt werden - und ist mit diesem Wunsch nicht allein. Keiner will mehr die Nummer Eins der Branche sein. Kein Wunder - aber die neuen Ziele sind auch nicht kleiner.

Wir sieht Ihr Szenario für die Autoindustrie 2012 aus?

Wir bereiten uns auf ein schwächeres Wachstum weltweit vor…

…aber nicht auf eine Rezession?

Nein. Wir glauben, dass die Weltwirtschaft auch nächstes Jahr zulegen wird. Natürlich werden die Wachstumsraten nicht mehr so hoch sein wie in der Vergangenheit. Aber ich bin zuversichtlich, dass wir aus dieser Situation wieder herausfinden werden. Die Tatsache, dass wir unser Geschäft weiter ausweiten und hier in Köln eine neue Fabrik gebaut haben, zeigt am besten, was zu tun ist: Wir müssen das Geschäft am Laufen halten.

Wie wichtig ist Europa für Ihre Strategie?

Das Europa-Geschäft ist wirklich ein fundamentaler Baustein unserer Strategie. Schon die Vision von Firmengründer Henry Ford war es, mit Produktionsstätten im Ausland jeden Kunden rund um die Welt mit den besten Autos und Lastwagen zu versorgen. Zugleich wollte er so von der Konjunktur im Ausland profitieren. Bis heute verfolgen wir diese Strategie. Darum sitzen wir seit 1925 in Köln und haben allein in Deutschland und Belgien rund 40 Millionen Autos gebaut. Das Bekenntnis zu Deutschland und natürlich die Expertise in Design und Entwicklung macht Europa zu einem ganz wichtigen Bestandteil des globalen Konzerns. Wir sind sehr zufrieden mit unserem Europa-Geschäft.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×