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30.11.2016

13:34 Uhr

Ford

Eine Fiesta für den Fiesta

VonLukas Bay

Ford zeigt in Köln die jüngste Auflage des Fiesta. Mit viel Pathos und ein bisschen kölscher Geselligkeit feiern die Kölner die Neuauflage des erfolgreichen Kleinwagens – und natürlich sich selbst.

Ford hat das Rad nicht neu erfunden, aber in Köln zumindest die neueste Version des Kleinwagen-Millionenerfolgs Fiesta präsentiert. AFP; Files; Francois Guillot

Jim Farley, CEO von Ford Europe

Ford hat das Rad nicht neu erfunden, aber in Köln zumindest die neueste Version des Kleinwagen-Millionenerfolgs Fiesta präsentiert.

KölnFord-Europachef Jim Farley hat einen Fahrradreifen in der Hand. Dieser Fahrradreifen sei eine Idee der Mitarbeiter, sagt er. Sie haben ihn an eine Maschine angeschlossen, damit er automatisch den Kofferraum von jedem Auto schließen kann, das in Köln vom Band läuft. Was vorher noch von Menschen übernommen wurde, macht nun der Reifen. Clever, findet Farley. Nicht nur wegen dieser guten Ideen arbeite das Ford-Werk in Köln effizienter als alle anderen in Europa.

Das muss es auch. Denn hier in Köln-Niehl wird seit 1979 der Kleinwagen Fiesta gebaut, der an diesem Dienstagabend seine Premiere feiert. Und gerade in diesem Segment wird besonders knapp kalkuliert. Selbst die deutschen Premiumhersteller haben weite Teile der Produktion ihrer kleinen Modelle darum Richtung Osten verlagert.

Ein Umstand, den auch Mutterkonzern Ford immer wieder unterschwellig einbrachte, als in Niehl darüber verhandelt wurde, ob der Fiesta weiter am Standort gebaut werden kann. Immer wieder wurden auch Gerüchte über eine Verlagerung der Produktion nach Osteuropa kolportiert. Am Ende blieb man Köln treu und investierte in den vergangenen Jahren sogar 600 Millionen Euro, um das Werk in Niehl zukunftsfähig zu machen. Auch dieses gute Ende der Verhandlungen wurde am Dienstagabend in Köln gefeiert.

Der Fiesta kann in seiner Bedeutung für das Kölner Werk kaum unterschätzt werden. Von den rund 18.500 Beschäftigten in den Ford-Werken hängen 4000 Arbeitsplätze direkt am Fiesta. Auch deswegen sitzt Köln Bürgermeisterin Henriette Reker in der ersten Reihe.

Die achte Fiesta-Generation erscheint im 40. Jahr dieser Baureihe: Neu ist eine erweitertes Angebot an Assistenz- und Konnektivitätsfunktionen. Außerdem animiert der SUV-Boom Ford zur Crossover-Variante Fiesta Active. Sie ist Basis einer neuen Fahrzeugfamilie, die Ford in den kommenden Jahren ausweiten will. obs

Mitte 2017 soll der neue Fiesta auf den Markt kommen

Die achte Fiesta-Generation erscheint im 40. Jahr dieser Baureihe: Neu ist eine erweitertes Angebot an Assistenz- und Konnektivitätsfunktionen. Außerdem animiert der SUV-Boom Ford zur Crossover-Variante Fiesta Active. Sie ist Basis einer neuen Fahrzeugfamilie, die Ford in den kommenden Jahren ausweiten will.

Auch für den Konzern ist das Modell ein unbestreitbarer Erfolg. Mit allein 315.000 verkauften Exemplaren war selbst der auslaufende Vorgänger im vergangenen Jahr die Nummer eins in seinem Segment. Über alle Modellreihen hinweg wurde der Fiesta 40 Millionen Mal verkauft. Die achte Generation soll an diese Erfolge anknüpfen.

Da wundert es nicht, dass Ford für die Präsentation groß auffährt. Im Werk Köln-Niehl hat man die gesamte Halle, in der früher die V6-Motoren gefertigt wurden, freigeräumt, um dem Kleinen eine große Bühne zu bereiten.

Oder gleich mehrere Bühnen, die über hunderte Meter zwischen den Tischen hervor ragen. Ganze 2500 Zuschauer aus ganz Europa haben die Kölner zur Premierenfeier eingeladen. Ford-Konzernchef Mark Fields ist extra aus den USA eingeflogen.

Tatsächlich wird die Premiere des Fiestas außerordentlich amerikanisch in Szene gesetzt. Der Abend steht unter dem Firmenmotto „Go Further“, was Ford im Deutschen mit „Eine Idee weiter“ übersetzt. Vermutlich, weil die wörtliche Übersetzung „Geh weiter“ an Autohäusern so unfreundlich wirken würde.

Die Show beginnt mit einer emotionalen Rede einer junge Ford-Mitarbeiterin, die ahnen lässt, dass an diesem Abend nicht nur das ortsübliche Kölsch, sondern auch eine gehörige Portion amerikanischer Pathos serviert werden wird. Eine Familie aus Italien, die seit der ersten Generation Fiesta fährt, bekommt einen eigenen Auftritt.

Ingenieure, Rennfahrer und Kunden erzählen in Einspielfilmen, warum sie Ford so mögen. Der amerikanische Konzern, dem der Ruf vorauseilt, manchmal etwas zu stark auf Effizienz getrimmt zu sein, gibt sich an diesem Abend familiär.

Darüber hinaus macht Europachef Farley mit den jüngsten Zahlen in Europa gute Stimmung. „Vor vier Jahren haben wir ein schlankeres, intelligenteres Geschäftsmodell für Europa mit einer Vielzahl an neuen Modellen und Technologien angekündigt“, sagt er. Denn die einst defizitäre Europa-Tochter will das Jahr mit einem Überschuss von einer Milliarde Dollar abschließen. Auch das ist ein Anlass zu feiern.

Kommentare (1)

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30.11.2016, 15:11 Uhr

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