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16.05.2017

16:45 Uhr

Ford Fiesta in Köln

Neuauflage für den Golf-Bezwinger

VonStefan Menzel

Im Ford-Werk in Köln hat die Produktion der achten Fiesta-Generation begonnen. Der Kleinwagen aus dem Rheinland soll wieder den VW Golf als Europas meistverkauftes Auto in Europa ablösen.

Der neue Bestseller läuft vom Band: Im Ford-Werk in Köln-Niehl hat die Serienproduktion des neuen Fiesta begonnen. Karl Anton, Director Vehicle Operations, Ford of Europe (rechts), Vic Daenen, Leiter Fiesta-Fertigung (zweiter von rechts), Martin Hennig, Vorsitzender des Betriebsrats, Rainer Ludwig, Geschäftsführer Personal- und Sozialwesen, und Mitarbeiter aus der Fertigung präsentieren ein neues Modell des Kleinwagen-Klassikers. obs

Neuer Ford Fiesta läuft in Köln vom Band

Der neue Bestseller läuft vom Band: Im Ford-Werk in Köln-Niehl hat die Serienproduktion des neuen Fiesta begonnen. Karl Anton, Director Vehicle Operations, Ford of Europe (rechts), Vic Daenen, Leiter Fiesta-Fertigung (zweiter von rechts), Martin Hennig, Vorsitzender des Betriebsrats, Rainer Ludwig, Geschäftsführer Personal- und Sozialwesen, und Mitarbeiter aus der Fertigung präsentieren ein neues Modell des Kleinwagen-Klassikers.

KölnDer stärkste Applaus brandet ausgerechnet dann auf, als der Name eines Wettbewerbers fällt. „Vor zwei Monaten ist der Fiesta der bestverkaufte Neuwagen in Europa gewesen und hat damit den VW-Golf vom Thron gestoßen“, freut sich Vic Daenen, Werksleiter bei Ford in Köln. Und einen kleinen Seitenhieb wegen des VW-Dieselskandals kann er sich dabei nicht verkneifen: Die Umwelt sei Ford dankbar für die Verkaufserfolge des kleinen Fiesta.

Der Kölner Werksleiter kann sich der Unterstützung seiner Belegschaft sicher sein. Er bekommt dafür nicht nur den Sonderapplaus der Ford-Werker. Jubel ist genauso zu hören wie zustimmendes Pfeifen, in der Y-Halle der Fiesta-Produktion verbreitet sich eine Atmosphäre wie im Fußballstadion. Als dann noch eine Rock-Band auf die Bühne tritt und kölsche Lieder vorträgt, kennt die Feierlaune erst recht keine Grenzen mehr.

Ford in Köln feiert den Produktionsstart der achten Fiesta-Generation. Mehrere Hundert Beschäftigte haben sich vor der Bühne in der Werkshalle versammelt. Prominente Gratulanten sind per Video-Botschaft zugeschaltet: Peter Stöger, Trainer des Fußball-Bundesligisten 1. FC Köln, wünscht viel Erfolg mit dem neuen Fiesta, die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker spricht von einem „großartigen Auto“. Dass am Morgen Meldungen aus den USA gekommen sind, wonach der Ford-Konzern weltweit zehn Prozent seiner Stellen abbauen wolle, spielt in diesem Moment keine Rolle. Der Fiesta geht vor, der neue Kleinwagen muss gefeiert werden.

Die Neuauflage des Golf-Bezwingers soll natürlich wieder ein Erfolg werden. Die Erwartungen in Köln sind groß, dass auch die achte Generation des Ford-Kleinwagens zu einem Verkaufsschlager wird. Europa-Chef Jim Farley freut sich über den „Top-Seller, der für uns in Köln für einen Aufbruch steht“. Sein Kollege Karl Anton, bei Ford Europa verantwortlich für Vehicle Operations, spricht von einer „besonderen Leistung, einen Kleinwagen in Köln profitabel zu bauen.“

Das ist es in der Tat. Für BMW oder Mercedes ist es kein Problem, ihre teuren Premium-Limousinen mit deutschen Löhnen in einem deutschen Werk produzieren zu lassen. Bei einem Kleinwagen sind die Renditen deutlich niedriger – entsprechend schwieriger wird es, solch ein Auto in Deutschland wirtschaftlich zu produzieren.

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Seit 1979 wird der Fiesta in Köln gebaut, insgesamt 8,5 Millionen Mal. Der überwiegende Teil der Autos geht in den Export, 60 Länder stehen auf der Liste der Ford-Werke. Die Fabrik im Kölner Norden hat sich den Ruf erworben, weltweit zu den produktivsten Automobilfabriken zu gehören. Würde es diese Effizienz bei den Kölner Ford-Werken nicht geben, wäre der Kleinwagen schon längst an einen Standort mit deutlich niedrigeren Löhnen abgewandert.

Beim Fiesta der achten Generation hätte das tatsächlich passieren können. Der Kölner Betriebsratschef Martin Hennig erinnert in der Y-Halle daran, dass vor drei Jahren tatsächlich nach einem Alternativ-Standort für die Fiesta-Produktion gesucht worden ist. Ein Ford-Werk in Rumänien war im Gespräch; dort, wo die Löhne deutlich unter dem deutschen Niveau liegen. Martin Hennig spricht klare Worte: „Es wäre ein riesiges Desaster, wenn es so gekommen wäre.“

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