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11.01.2010

16:25 Uhr

Ford Focus

Der wichtigste Ford des Jahres fährt vor

VonFlorian Brückner

Es ist der große Hoffnungsbringer für Ford in diesem Jahr: der neue Focus. Bis 2012 will der US-Autobauer zwei Millionen Autos von dem Kompaktwagen verkaufen, auf dessen Plattform zehn verschiedene Modelle aufbauen sollen. Und mit dem maßgeblich in Köln entwickelten Focus setzt Ford weiter auf seine Strategie des Weltautos.

Ford-Chef Alan Mulally (links) und Verwaltungsratchef Bill Ford. dpa

Ford-Chef Alan Mulally (links) und Verwaltungsratchef Bill Ford.

DETROIT. Das ist bei Ford der Beginn einer neuen Ära. Vorbei sind die Zeiten, als der US-Autobauer in den Vereinigten Staaten und in Europa zwei verschiedene Modelle in der Klasse der Kompaktwagen anbot. Beide hießen zwar Focus, hatten aber bis auf den Namen nur wenig miteinander gemein. Damit ist nun Schluss. Die dritte Generation des Brot- und Buttermodells von Ford wird für alle Weltmärkte nahezu baugleich hergestellt. Egal ob ein Focus nun in den USA, in Deutschland oder in China verkauft wird, 80 Prozent der Teile sollen immer identisch bleiben, wie Ford auf der Detroit Motor Show bekannt gab. Bislang, so schätzen Experten, dürfte der Anteil der identischen Teile zwischen 20 bis 30 Prozent gelegen haben.

In Detroit hat Ford nun den neuen Focus vorgestellt, der für die Amerikaner auch deshalb ein Novum darstellt, weil er "developed in Cologne", also ein echter Europäer ist. Die Federführung für das C-Segment, hierzulande auch als Golf-Klasse bekannt, lag bei Ford Deutschland mit Sitz in Köln-Merkenich und um die Motoren kümmerten sich maßgeblich die Kollegen im englischen Dunton. Dazu passt die Fertigungsstrategie: Produziert werden soll der Focus in Saarlouis (Deutschland), Michigan (USA) und Chongqing (China). Eine Welt, ein Ford, so lautet die neue Konzernstrategie von Ford-Chef Alan Mulally.

Und der Focus war nicht der Anfang. Zuvor hat Ford bereits den Fiesta weltweit ins Rennen geschickt. Und dabei wird es nicht bleiben. Zukünftig will Ford für jedes Autosegment nur noch eine modulare Plattform anbieten, auf der dann verschiedene Modelle für den weltweiten Markt entwickelt werden sollen. Auf der Basis des neuen Focus sind alles in allem zehn unterschiedliche Fahrzeuge geplant.

Für Ford-Deutschland ist die neue Strategie im Konzernverbund ein Gewinn. Die Kölner werden zum weltweiten Kompetenzzentrum für die Klein- und Kompaktwagen. "Wir haben in Köln für den Fiesta die Gesamtführung bei der Entwicklung gehabt und haben diese auch beim neuen Focus", sagt Ford-Chef Bernhard Mattes. Ford verfolgt damit offenbar eine regionale Aufteilung der Entwicklungskompetenzen, an der sich - wenn auch wenig erfolgreich - bereits General Motors (GM) versucht hat. Im inzwischen zerbröckelten GM-Imperium sollten Kleinwagen in Südkorea, Trucks in den USA und etwa Kompaktwagen in Deutschland entwickelt werden.

Experten begrüßen die neue Strategie: "Ford ist auf dem richtigen Weg", sagt Oliver Kertesz, Autoanalyst beim Prognoseinstitut IHS Global Insight, dem Handelsblatt. "Mit einer Weltplattform lassen sich viele Synergieeffekte nutzen." Im ersten vollen Produktionsjahr 2010 erwartet IHS Global Insight bereits etwa 800.000 Einheiten, 2012 werden dann wohl erstmals die zwei Mio. Marke überschritten. Bei Ford in den USA rechnet man je Modellreihe mit möglichen Einsparungen von 700 Millionen Dollar.

Kommentare (2)

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Martin Stenzel

11.01.2010, 22:43 Uhr

...wenn man über einen CEO schreibt, sollte man wenigstens seinen Namen kennen. Fords CEO ist Alan Mulally nicht bill oder William.

Martin Stenzel

11.01.2010, 22:44 Uhr

...wenn man über einen CEO schreibt, sollte man wenigstens seinen Namen kennen. Fords CEO ist Alan Mulally nicht bill oder William.

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