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29.10.2013

15:22 Uhr

Ford-Manager Mattes

Europamarkt findet kaum zu alter Form zurück

Geht es nach Ford-Manager Mattes, endet die Talfahrt auf den europäischen Automärkten bald. Er warnt aber auch vor übertriebener Hoffnung – Mattes geht nicht davon aus, dass die Märkte zu ihrer alten Form zurückfinden.

Zuversichtlich zeigte sich der Ford-Manager Bernhard Mattes bei den Chancen auf höhere Margen im europäischen Autogeschäft. dpa

Zuversichtlich zeigte sich der Ford-Manager Bernhard Mattes bei den Chancen auf höhere Margen im europäischen Autogeschäft.

MünchenEuropas Automärkte werden nach Einschätzung von Ford-Deutschland-Chef Bernhard Mattes wohl kaum wieder auf das starke Niveau von einst zurückfinden. „Ob wir jemals wieder bei 18 Millionen landen werden, das ist zu bezweifeln“, sagte Mattes am Dienstag mit Blick auf die jährlichen Pkw-Neuzulassungen auf dem Kontinent. Er halte eher 15 bis 15,5 Millionen Fahrzeuge für realistisch. „Darauf gilt es sich einzustellen.“ Auch Mattes sieht jüngst Zeichen für ein allmähliches Ende der historischen Talfahrt, er warnte aber vor übertriebenen Hoffnungen.

„Ich würde jetzt nicht zu euphorisch sein. Wir glauben, dass die Steigerungen – wenn – dann sehr verhalten und langsam kommen.“ 2013 lag der Markt nach neun Monaten bei 9 Millionen Neuwagen.

Zuversichtlich zeigte sich der Deutschland-Manager des US-Konzerns aber bei den Chancen auf höhere Margen im europäischen Autogeschäft. „Der Trend geht klar dahin, dass höherwertige Ausstattungen auch im Volumensegment nachgefragt werden“, sagte Mattes in München beim Autogipfel des Handelsblatts. So entschieden sich schon 56 Prozent der Käufer des kleinen Ford-Fiesta für die Variante der Top-Ausstattung mit allen zubuchbaren Extras. In der Branche ist es kein Geheimnis, dass die Margen wesentlich an den Extras hängen. Das gilt für das Klein- und Kompaktwagensegment sogar noch stärker.

Die größten Autobauer der Welt

Platz 10

Suzuki - 2,69 Millionen verkaufte Fahrzeuge

Auch wenn der Absatz der Japaner stagniert treibt auch hier der Yen-Wechselkurs die Gewinne nach oben. Der Gewinn legt um satte 50 Prozent zu.

Platz 9

PSA Peugeot Citroën- 2,82 Millionen verkaufte Fahrzeuge

Die Franzosen stecken weiter tief in der Krise und haben im Jahr 2013 rund fünf Prozent weniger Autos verkauft. Mit frischem Geld aus China soll es dieses Jahr wieder aufwärts gehen.

Platz 8

Honda - 4,28 Millionen verkaufte Fahrzeuge

Kaum ein Autokonzern weltweit hat bei den Verkäufen so stark zugelegt wie die Japaner. Unterm Strich steht ein Plus von satten 12 Prozent.

Platz 7

Fiat/Chrysler - 4,42 Millionen verkaufte Fahrzeuge

Die Fusion soll dem italienisch-amerikanischen Duo neuen Schwung verleihen. Für Gewinne sind im Markenreicht von Fiat, zu dem auch Maserati, Alfa Romeo und Jeep zählen, vor allem die Amerikaner zuständig.

Platz 6

Nissan- 5,1 Millionen verkaufte Fahrzeuge

In Deutschland erfreut sich vor allem der SUV Qashqai enormer Beliebtheit, aber auch weltweit läuft es rund für Japaner. Unter Strich steht ein Absatzplus von etwa drei Prozent.

Platz 5

Ford- 6,33 Millionen verkaufte Fahrzeuge

Die Amerikaner haben nicht nur eines der besten Jahre der Unternehmensgeschichte hinter sich, sondern mit dem Focus erneut das meistverkaufte Auto der Welt in ihren Reihen. Für das Treppchen reicht das allerdings nicht.

Platz 4

Hyundai/Kia- 7,61 Millionen verkaufte Fahrzeuge

Das rasante Wachstum der vergangenen Jahre ist etwas abgekühlt, doch die Koreaner legen weiterhin stetig zu. Das Duo landet trotz starker Heimatwährung beim Absatz im Plus.

Platz 3

Toyota- 9,03 Millionen verkaufte Fahrzeuge

Beim Gewinn hängt Toyota die Konkurrenz um die Weltmarktspitze locker ab, doch beim Absatz reicht es nur für Bronze. Vor allem weil der Absatz im Vergleich zum Vorjahr nur stagniert.

Platz 2

Volkswagen- 9,51 Millionen verkaufte Fahrzeuge

Der VW-Konzern kommt beim Absatz auf den zweiten Platz. Mit allen zwölf Konzernmarken, darunter auch Audi und Porsche, erwirtschaften die Wolfsburger ein Absatzplus von vier Prozent.

Platz 1

General Motors - 9,71 Millionen verkaufte Fahrzeuge

Beim Absatz behaupten die Amerikaner im Dreikampf mit Toyota und Volkswagen die Krone. Ob sich der Titel angesichts der aktuellen Rückrufprobleme verteidigen lassen wird?

Quelle

Ernst&Young-Studie „Die größten Automobilhersteller weltweit“, Gesamtjahr 2013

Mit Blick über Europa hinaus kündigte Mattes an, dass der Ford-Konzern in Asien verstärkt Tempo machen wolle. „Wir haben die Nachhaltigkeit dieses Marktes später erkannt als andere“, räumte er im Gespräch mit Handelsblatt-Redakteur Mark C. Schneider ein.

Von

dpa

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