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18.08.2015

18:32 Uhr

Ford und Schenker

Ermittlungen wegen Bestechung dauern an

Ford-Mitarbeiter sollen laut einem Bericht Schmiergeld an die Bahn-Tochter Schenker gezahlt haben, um Container rascher durch den Zoll zu bringen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt. Auch die US-Börsenaufsicht mischt mit.

Eine Ende der Ermittlungen ist noch nicht abzusehen. ap

Ford-Wagen rollen vom Band

Eine Ende der Ermittlungen ist noch nicht abzusehen.

DüsseldorfDie Staatsanwaltschaft Köln hat ihre Ermittlungen wegen Bestechungsvorwürfen gegen den Autokonzern Ford und die Bahn-Tochter Schenker in Russland ausgeweitet. Schenker-Mitarbeiter sollen im Hafen von Sankt Petersburg Zollbeamte mit einer Million Euro pro Jahr bestochen haben, um die Fracht schneller durch den Zoll zu einem nahe gelegenen Ford-Werk zu bringen.

Beschuldigt würden inzwischen nicht nur acht Mitarbeiter der Bahn-Tochter, die im Auftrag von Ford Frachtcontainer nach Sankt Petersburg transportiert hatte, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Köln. Auch zwei Ford-Beschäftigte, die bei Zeugenvernehmungen „unrunde“ Angaben gemacht hätten, stünden jetzt unter Verdacht. Außerdem ermittele die Behörde gegen einen Mitarbeiter eines russischen Subunternehmens. Zuvor hatten die „Süddeutschen Zeitung“ und der Westdeutsche Rundfunks (WDR) darüber berichtet.

Die Ermittlungen hatte die Bahn bereits im November 2013 öffentlich gemacht. Ford versicherte am Dienstag schriftlich: „Wir unterstützen im bestmöglichen Umfang jedwede behördliche Untersuchung, in die Ford einbezogen wird.“ Im laufenden Verfahren wolle das Unternehmen die Untersuchungen aber nicht kommentieren. Laut dem Bericht floss das Bestechungsgeld auf Konten einer russischen Firma, mit der Schenker bereits seit Jahren nicht mehr zusammenarbeite.

Die Ermittlungen gingen auf einen anonymen Hinweis zurück. Die Bahn hatte daraufhin Anzeige gegen Unbekannt gestellt. 2013 hatte es wegen des Bestechungsverdachts bereits Durchsuchungen in Büros von Schenker-Mitarbeitern gegeben. Laut dem Medienbericht hat sich inzwischen nun auch die US-Börsenaufsicht SEC in die Ermittlungen eingeschaltet. Sie sei zuständig, weil die Ford-Aktien an der New Yorker Börse gehandelt werden und damit der US-Börsenaufsicht unterliegen. Die Ermittlungen dauerten an und seien kompliziert, sagte der Sprecher der Kölner Staatsanwaltschaft. Von einer Anklageerhebung sei das Verfahren noch weit entfernt.

Ford erwarte in allen Aktivitäten die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften, erklärte ein Sprecher des Autobauers. Zu laufenden Ermittlungen äußere sich der Konzern aber nicht. Ein Sprecher der Deutschen Bahn sagte: „Bei der Bahn laufen weiter interne Untersuchungen gegen mehrere Mitarbeiter. Wir haben uns auch schon von Mitarbeitern getrennt.“

Kommentare (2)

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Herr Wolfgang Trantow

18.08.2015, 19:15 Uhr

Schenker = Staat = Politiker! So arbeiten also Politiker für die Bürger! Chef = Frau Merkel! Können wir uns solche Politiker leisten? Warum dürfen Politiker ungestraft wirken????? Warum gibtr es keine Höchststrafen für Politiker?

Herr Emil Wendler

19.08.2015, 08:24 Uhr

Ein kleineres Logistikunternehmen würde keine Füße mehr auf den Boden bringen.
Sämtliche genehmigte Zollverfahren, die ein intern. Spediteur zur Arbeit benötigt, würden storniert werden. Der Spediteur könnte Insolvenz anmelden.
Bei Schenker sucht man die Schuldigen in der Regierung - dort sitzen Sie auch-
aber Schenker hätte doch nicht mitmachen brauchen. Schenker hat durch sein Handeln andere Dienstleister aus dem Geschäft ausgeschlossen und das wird vom
Staat gedeckt. Ein paar Handlanger werden mit Bewährungsstrafen davon kommen
und in Pension geschickt. Der "Service" Betrieb Schenker läuft weiter.

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