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03.06.2015

13:14 Uhr

Ford und Toyota verbünden sich

Autobauer setzen auf das Smartphone

Die Digitalisierung weicht die Vormachtstellung der Autobauer in ihrer eigenen Branche auf. Apple und Google sind auf dem Weg ins Cockpit – und ganz neue Player glauben, auch in der Branche mitmischen zu können.

Die beiden Autoriesen könnten die Kräfte bündeln, um den Vormarsch von Apple und Google in den Cockpits ihrer Fahrzeuge zu bremsen. dpa

Toyota und Ford

Die beiden Autoriesen könnten die Kräfte bündeln, um den Vormarsch von Apple und Google in den Cockpits ihrer Fahrzeuge zu bremsen.

BerlinDer Wettstreit zwischen Autoindustrie und IT-Konzernen um die Führungsrolle im Fahrzeug-Cockpit heizt sich auf. Während Apple und Google mit Rückenwind des Smartphone-Erfolgs die Displays der Infotainment-Anlagen besetzen, rüsten die Hersteller zur Gegenwehr. Die Branchenriesen Ford und Toyota prüfen eine Kooperation bei Systemen zur Integration von Smartphones in künftigen Modellen, wie sie am Mittwoch beim Finanzdienst Bloomberg ankündigten. Damit würden sie verstärkt mit Carplay von Apple oder Android Auto von Google konkurrieren.

Carplay und Android Auto waren vor einem Jahr vorgestellt worden und finden jetzt allmählich den Weg in neue Fahrzeuge von Marken wie Audi, Chevrolet oder Hyundai. Die Systeme lassen ausgewählte Smartphone-Apps zur Unterhaltung oder Navigation auf dem Auto-Bildschirm erscheinen und binden auch Kurzmitteilungen und Anrufe ein. Die meisten Hersteller unterstützen beide Plattformen und bauen weiterhin auch eigene Lösungen ein. Toyota und Ford sind auch Partner bei Carplay. Ford ist im Gegensatz zum japanischen Konzern ebenso bei Android Auto dabei.

„In der Industrie wird viel diskutiert über das Verhältnis zu Google und Apple“, sagt ein gut vernetzter Unternehmensberater, der die Hersteller bei der Entwicklung eigener Systeme unterstützt. „Die Autobauer haben Angst, Daten an Google und Apple zu verlieren.“ Es gehe um Kontrolle: „Carplay und Android Auto sind so designt, dass das Auto zum Zubehör des Smartphones wird.“ Zudem vermissten die Konzerne Spielraum für Differenzierung: „Zu ihrem Geschäftskonzept gehört, dass die Bedienung in einem Maserati hochwertiger aussieht als in einem Fiat.“

Der italienische Autobauer versucht bei seinem neuen Fiat 500X noch einmal, mit einer Infotainment-Lösung aus eigener Entwicklung dagegenzuhalten. Das System im Cockpit nutzt zwar das Smartphone zur Internet-Verbindung - die gesamte Bedienoberfläche wurde aber bei Fiat unter anderem mit Hilfe des US-Konzerns Harman entwickelt. Zugleich ließ Fiat-Chef Sergio Marchionne jüngst eine kleine Schockwelle durch die Branche gehen, als er erklärte, er sei bei seiner Suche nach einem starken Partner auch offen für Allianzen mit Apple und Google.

Marchionne tauchte außerdem im Silicon Valley auf und traf sich dort mit Apple-Chef Tim Cook sowie mit dem Gründer des Elektroauto-Bauers Tesla, Elon Musk. Cook sei interessiert in Apples „Intervention im Auto“, erklärte der Fiat-Chef danach etwas kryptisch. Das gießt Öl ins Feuer der seit Monaten andauernden Gerüchte, Apple arbeite an einem Elektroauto, das zum Jahr 2020 auf den Markt kommen könnte.

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