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03.03.2014

13:51 Uhr

Forschungsflop

Roche fürchtet um Krebsmedikament

Rückschlag für den Schweizer Pharmakonzern Roche: Unabhängig Experten empfehlen den Abbruch einer Studie mit einem neuen Lungenkrebsmedikament. Das Mittel sollte dem Unternehmen Milliardenumsätze einbringen.

Roche-Zentrale in Basel: Der Schweizer Pharmakonzern muss eine Medikamentenstudie wegen fehlender Wirksamkeit abbrechen. Reuters

Roche-Zentrale in Basel: Der Schweizer Pharmakonzern muss eine Medikamentenstudie wegen fehlender Wirksamkeit abbrechen.

ZürichDer Schweizer Pharmariese Roche muss um die Früchte jahrelanger Forschungsarbeit an einem Krebsmittel fürchten. Ein unabhängiges Prüfgremium hat empfohlen, eine spätklinische Phase-III-Studie mit dem neuen Lungenkrebsmittel Onartuzumab zu stoppen, wie der Baseler Konzern am Montag mitteilte. Das Mittel sollte einmal für Milliardenumsätze sorgen.

Die Experten kamen jedoch zum Schluss, dass eine Kombination aus diesem Wirkstoff und dem Roche-Medikament Tarceva das Leben von Patienten mit einer speziellen Form von Lungenkrebs nicht merklich verlängerte. Es ist der zweite Flop 2014: Bereits vor sechs Wochen hatte Roche mitgeteilt, dass das Schizophrenie-Medikament Bitopertin in zwei klinischen Studien die Symptome der Erkrankung nicht deutlich verbesserte.

Nach dem Rückschlag mit Onartuzumab bei Lungenkrebs stellt Roche das gesamte klinische Programm mit Onartuzumab auf den Prüfstand. Der Wirkstoff soll auch gegen andere Krebsarten eingesetzt werden, etwa gegen Magen- und Darmkrebs.

Analysten hatten dem neuen Lungenkrebs-Medikament Blockbuster-Potenzial zugetraut, also eine Milliarde Franken Verkaufserlöse oder mehr pro Jahr. Der Studienabbruch komme für viele überraschend, weil Onartuzumab in mehreren vorangegangenen Studien positive Ergebnisse gezeigt habe, erklärten die Analysten der Zürcher Kantonalbank.

Roche hatte in der nun gestoppten METLung-Studie geprüft, ob eine Behandlung von Onartuzumab plus Tarceva das Leben von Patienten mit vorbehandeltem MET-positivem, fortgeschrittenem nicht-kleinzelligem Lungenkrebs (NSCLC) verlängert - im Vergleich zu einer Therapie mit Tarceva alleine. Onartuzumab sollte das auf der Zelloberfläche sitzende Protein MET blockieren, das mit der Tumorentwicklung und Metastasierung im Zusammenhang gebracht wird.

Die Anleger reagierten mit Verkäufen. Die Roche-Genussscheine fielen um 2,8 Prozent auf 263,90 Franken - deutlich stärker als der europäische Gesundheitssektor. Börsenhändler führten den Kurseinbruch auch auf Gewinnmitnahmen zurück: Die Roche-Titel gehörten im Vorjahr mit einem Kursplus von 35 Prozent zu den Schweizer Standardwerten mit der besten Performance.

Von

rtr

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