Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

15.07.2014

10:13 Uhr

Fragwürdige Exportgeschäfte

Sig Sauer erneut von Ermittlern durchsucht

Erneut Durchsuchungen bei Sig Sauer: Der Pistolenhersteller steht in Verdacht, illegale Waffenlieferungen nach Kolumbien getätigt zu haben. Die Staatsanwaltschaft spricht von „sehr umfangreichen Ermittlungen“.

Polizeibeamtin nach den Durchsuchungen der Geschäftsräume von Sig Sauer: Jetzt sind die Privathäuser der Vorstände dran. dpa

Polizeibeamtin nach den Durchsuchungen der Geschäftsräume von Sig Sauer: Jetzt sind die Privathäuser der Vorstände dran.

Berlin Der Pistolen- und Gewehrhersteller Sig Sauer gerät wegen fragwürdiger Exportgeschäfte immer stärker in Bedrängnis. Eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Kiel bestätigte am Dienstag, dass die Behörde zum zweiten Mal binnen weniger Wochen Räume des Unternehmens durchsucht habe. Dahinter stehe der Vorwurf eines Verstoßes gegen das Außenwirtschaftsgesetz. Für die USA vorgesehene Pistolen-Lieferungen sollen nach Kolumbien gelangt sein. Auch eine Lieferung nach Kasachstan wird untersucht. Die Staatsanwaltschaft sprach von „sehr umfangreichen“ Ermittlungen. Ein Ende sei noch nicht absehbar.

Das Bundeswirtschaftsministerium hatte am Montag von schwerwiegenden Vorwürfen gesprochen und Aufklärung gefordert. Regierungskreisen zufolge werden vom zuständigen Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) derzeit keine Ausfuhranträgen des Unternehmens genehmigt. Eine Zuverlässigkeitsprüfung sei eingeleitet worden.

Bei vorsätzlich ungenehmigten Ausfuhren von Rüstungsgütern droht den Verantwortlichen eine Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder eine Geldstrafe. Eine fahrlässig ungenehmigte Ausfuhr solcher Waren wird als Ordnungswidrigkeit geahndet und kann eine Geldbuße von bis zu 500.000 Euro nach sich ziehen.

Die Sig Sauer GmbH & Co KG hatte nach einer Durchsuchung ihrer Geschäftsräume durch die Staatsanwaltschaft Anfang Juli den Vorwurf eines Fehlverhaltens zurückgewiesen. Nach Darstellung des Unternehmens standen die Lieferungen im Einklang mit den betreffenden Gesetzen in Deutschland und den USA. Die Firma aus Schleswig-Holstein produziert mit fast 200 Mitarbeitern Gewehre und Pistolen für Sportschützen und Jäger sowie für den militärischen und den Sicherheitsbereich.

Von

rtr

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×