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07.01.2013

18:02 Uhr

Frankreich

Paris drängt Peugeot zu Kauf von Opel

Frankreichs Präsident Hollande hätte Gefallen an einer Fusion von Peugeot und Opel. Einem Medienbericht zufolge will die Regierung den kriselnden Autobauer PSA sogar zu einem Kauf bewegen – um VW Kontra zu geben.

Automodelle von Peugeot und Opel in Bochum. Reuters

Automodelle von Peugeot und Opel in Bochum.

ParisDie französische Regierung drängt den kriselnden Autobauer PSA Peugeot Citroën einem Medienbericht zufolge zum Kauf von Opel. Damit solle ein Gegengewicht zu Europas größtem Autobauer Volkswagen geschaffen werden, berichtet die Tageszeitung "Le Monde" in ihrer Dienstagsausgabe unter Berufung auf Mitarbeiter des französischen Finanzministeriums und das Umfeld von Staatschef François Hollande. Ein Opel-Sprecher in Rüsselsheim sagte der Nachrichtenagentur AFP, es handle sich um "reine Spekulation - und sonst nichts".

Über eine Fusion von PSA und Opel war immer wieder spekuliert worden, seitdem PSA und der Opel-Mutterkonzern General Motors (GM) im Februar eine strategische Allianz verkündeten und GM mit sieben Prozent bei den Franzosen einstieg.

Die größten Autohersteller in Europa

Platz 10

Nissan - 239.000 Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012

Im Vergleich zum Vorjahr büßen die Japaner Marktanteile ein. Die Zahl der Neuzulassungen schrumpfte um drei Prozent.

Platz 9

Toyota - 295.000 Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012

Weltweit gehören die Japaner zu den größten Autokonzernen. In Europa stagnieren die Absätze allerdings. Im Vergleich zum Vorjahr wurden ein Prozent weniger Neuwagen verkauft.

Platz 8

Daimler - 349.000 Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012

Der deutsche Premiumhersteller kann sich freuen: Als einziger Hersteller in der europäischen Top Ten verkauften die Stuttgarter mehr Autos als im Vorjahr. Die Verkäufe legten um ein Prozent zu.

Platz 7

BMW - 421.000 Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012

Trotzdem kann BMW die Premiumkrone auch in Europa behaupten. Die Münchner verkauften zwar ein Prozent weniger Neuwagen als im Vorjahr - doch das ist immer noch besser als die Konkurrenz.

Platz 6

Fiat - 456.000 Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012

Die Sorgenfalten von Fiat-Chef Sergio Marchionne dürften zunehmen. Mit einem Minus von 17 Prozent im Vergleich zum Vorjahr befinden sich die Italiener in einer der tiefsten Absatzkrisen der Unternehmensgeschichte.

Platz 5

Ford - 533.000 Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012

Auch für den US-Autobauer, dessen größtes Werk in Europa nördlich von Köln liegt, sind die Verkäufe in Europa eingebrochen. 11 Prozent weniger Fahrzeuge wurden an den Mann gebracht.

Platz 4

General Motors - 573.000 Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012

Die Zahlen sind besorgniserregend. So besorgniserregend, dass zuletzt auch Opel-Chef Karl-Friedrich Stracke gehen muss. In Europa brachen die Verkäufe des US-Riesen im Vergleich zum Vorjahr um 11 Prozent ein.

Platz 3

Renault - 583.000 Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012

Noch schlimmer trifft es den französischen Autoriesen Renault. Satte 17 Prozent weniger Autos konnten die Franzosen im ersten Halbjahr absetzen. Die Regierung denkt bereits über Staatshilfen für die angeschlagene heimische Autoindustrie nach.

Platz 2

Peugeot/Citroën - 827.000 Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012

Auch der größte französische Autobauer klagt über Absatzprobleme und kündigte zuletzt an, 8000 Stellen streichen zu wollen. Im ersten Halbjahr schrumpften die Verkäufe um 14 Prozent.

Platz 1

Volkswagen - 1,66 Millionen Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2012

Es ist einsam an der Spitze: Die Wolfsburger deklassieren die Konkurrenz um längen. Im schwierigen europäischen Massenmarkt verliert Volkswagen zwar ein Prozent - doch insgesamt nehmen die Marktanteile zu.

Inzwischen haben GM und PSA Verträge zur gemeinsamen Entwicklung von drei Fahrzeugprojekten und zur Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens für den Einkauf unterzeichnet. Auf eine Fusion von PSA mit Opel verzichtete GM laut Medienberichten wegen der Finanzprobleme der Franzosen, die den Abbau von 8000 Arbeitsplätzen planen.

Frankreichs Finanzminister Pierre Moscovici zählte am Sonntagabend bei einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur AFP, dem Sender France Inter und "Le Monde" die bisherigen Bemühungen zur Sanierung von PSA auf und sagte dann: "Wahrscheinlich wird man noch weiter gehen müssen." Genauere Angaben machte er aber nicht, das Peugeot-Management müsse die "Situation klarstellen". Gefragt worden war Moscovici nach einer möglichen Fusion von PSA und Opel.

Renault und PSA: Bonjour Tristesse!

Renault und PSA

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Renault stellt seine Absatzzahlen vor – auch hierzulande schwächelt das Geschäft.

Laut "Le Monde" wird in Hollandes Umfeld befürchtet, dass VW mit einem Preiskampf PSA als Konkurrenten ausschalten will. "Volkswagen hat beschlossen, PSA aus dem Weg zu räumen", zitiert "Le Monde" Hollandes Umfeld. Dies könne nur durch eine Annäherung von PSA und Opel verhindert werden.

Ein Mitarbeiter des französischen Finanzministeriums wird in "Le Monde" mit den Worten zitiert, GM könne nur von einer Fusion von PSA mit Opel überzeugt werden, wenn "PSA Opel direkt aufkauft". Unklar ist aber, mit welchen Mitteln PSA das tun sollte.

Die Sanierungspläne von Opel

Der „Deutschland-Plan“

Das Opel-Management hatte seine Absichten für das Werk Bochum bereits im Juni in einem „Deutschland-Plan“ skizziert, der die Grundlage der Sanierung des verlustreichen Herstellers sein soll. Die Eckpunkte haben sich seitdem kaum verändert. Hier die wichtigsten Bestandteile.


Werk in Bochum schließt

Mit dem Verlegung der aktuellen Generation des Familien-Vans Zafira nach Rüsselsheim endet die Fahrzeugproduktion im Traditionswerk Bochum Ende 2014. Erhalten wird nur ein Warenverteilzentrum.

Bessere Auslastung für andere Werke

Die übrigen Opel-Werke könnten durch die Produktion für andere Automarken, etwa die Schwester Chevrolet, besser ausgelastet werden.

Hoffnung auf Nischenmodelle

Nischenmodelle wie der Mini-SUV Mokka oder der Kleinwagen Adam sollen zusätzlichen Absatz bringen.

Neue Märkte erschließen

Über den Mutterkonzern General Motors will Opel wachsende Auslandsmärkte wie Russland oder die Türkei besser erschließen.

Sparen dank Kooperation

In der Zusammenarbeit mit dem Partner PSA Peugeot Citroën will GM für Opel Spareffekte nutzen, etwa in der Konstruktion oder womöglich sogar beim Bau von Fahrzeugen.

Von

afp

Kommentare (41)

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NeinEU

07.01.2013, 18:19 Uhr

Seht ihr es:

Die Franzosen wollten von Anfang an Deutschland brechen und Europa dominieren. Und das schon seit Napoleons Zeiten. Es gibt keine deutsch-französische Freundschaft.

Das ist nur ein Lügenmärchen für den deutschen Michel.


Und deutsche Dumm-Dumm-Politiker winken weiterhin fröhlich europäischen Einheitswahn und damit Deutschlands Selbstaufgabe durch.

Ob es der dumme Deutsche noch einmal begreifen wird?

Rechner

07.01.2013, 18:29 Uhr

O-Ton Grandcoise ?
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Frankreichs Präsident Hollande hätte Gefallen an einer Fusion von Peugeot und Opel. Einem Medienbericht zufolge will die Regierung den kriselnden Autobauer PSA sogar zu einem Kauf bewegen – um VW Kontra zu geben
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BRAVO - würde ihm ähnlich sehen:

Erst ein paar Milliarden an französischen Steuergelder förderungshalber in der Großklitsche versenken, dann alle zusammen zumachen!

Sozialisten werden nie begreifen, daß sich Wettbewerbsfähigkeit nicht mit Staatsknete kaufen läßt.

Aber nur weiter so - wer nicht hören will muß fühlen.

alkeve

07.01.2013, 18:31 Uhr

Habe einmal einen "Neu"Wagen aus dem PSA Konzern gehabt.Und ich hatte schon einige, Gebrauchte und auch Neue von verschiedenen Marken. So viel Ärgern wie mit diesem Wagen hatte ich aber noch nie. Den ersten Äregn mit losen Schrauben und schiefen Türen sofort. Die "dicken" Defekte kamen dann kurz nach Ende der Garantiezeit. Das will ich nie mehr wieder! Habe jetzt einen Opel und bin bis jetzt sehr zufrieden. Wenn diese beiden Hersteller zusammengehen, geht die Qualität sicher auf das PSA Niveau zurück und das ist dann das endgültige Aus für Opel.

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