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18.07.2012

16:45 Uhr

Frankreich

Politik will den Sparplan von Peugeot nicht hinnehmen

Der Streit zwischen der französischen Regierung und PSA Peugeot-Citroën eskaliert. Industrieminister Arnaud Montebourg griff am Mittwoch die Familie Peugeot an. Der Sparplan sieht eine Streichung von 8000 Stellen vor.

Der französische Industrieminister Arnaud Montebourg beim Treffen mit Vertretern von PSA Peugeot-Citroën. AFP

Der französische Industrieminister Arnaud Montebourg beim Treffen mit Vertretern von PSA Peugeot-Citroën.

ParisDer Streit zwischen der sozialistischen Regierung in Paris und dem Autobauer PSA Peugeot-Citroën wegen der geplanten Streichung von 8000 Stellen eskaliert: Industrieminister Arnaud Montebourg griff am Mittwoch die Strategie des Unternehmens und das Verhalten des Hauptaktionärs, der Familie Peugeot, scharf an. Die Familie wies die Angriffe umgehend zurück und hob hervor, sie habe „systematisch" auf die Ausschüttung von Dividenden zugunsten des Unternehmens verzichtet.

„Wir haben ein echtes Problem mit der Strategie von Peugeot, der Allianz mit General Motors, dem Verhalten des (Haupt-)Aktionärs", sagte Montebourg dem Sender France Inter. Er wollte am Abend mit PSA-Chef Philippe Varin sprechen und strebt auch ein Treffen mit der Familie Peugeot an. In einer Erklärung hob die Familie hingegen hervor, sie habe der „Entwicklung der Gruppe und ihrer Strategie immer Priorität eingeräumt".

Anders als der Konkurrent Renault hatte Peugeot in den vergangenen Jahren einen großen Teil der Produktion in Frankreich gehalten und sich stark auf den europäischen Markt konzentriert. Wegen der Krise in Europa steckt der Konzern nun in finanziellen Schwierigkeiten.

Montebourg machte deutlich, dass es Finanzhilfen des Staates nicht ohne Gegenleistung geben werde. Die Regierung, die am 25. Juli einen Plan zur Stützung der französischen Automobilindustrie vorlegen will, lehne eine Neuauflage der Abwrackprämie ab, sagte er. „Wir zielen auf massive Unterstützung für innovative und saubere Fahrzeuge ab, Hybrid und Elektro", sagte er. Er brachte dabei die Möglichkeit eines Umwelt-Bonus oder -Malus ins Gespräch.

Präsident François Hollande hatte bereits deutlich gemacht, dass der Sparplan von Peugeot-Citroën „nicht akzeptabel" sei. PSA will die Produktion in seinem traditionsreichen Werk in Aulnay-sous-Bois bei Paris mit mehr als 3000 Mitarbeitern 2014 einstellen und im westfranzösischen Rennes 1400 der 5600 Stellen abbauen.

Außerdem sollen außerhalb der Autoproduktion 3600 Stellen etwa in der Entwicklung wegfallen. Der Konzern verliert nach eigenen Angaben seit einem Jahr rund 200 Millionen Euro pro Monat.

Von

afp

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