Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

29.01.2009

14:38 Uhr

Französischer Strommarkt

Poweo dient sich deutscher Eon an

VonHolger Alich und Jürgen Flauger

Der französische Energie-Anbieter Poweo prüft nach Angaben von Unternehmenschef Charles Beigbeder den Verkauf an einen Großkonzern als strategische Option. Ein Kandidat für einen Verkauf sei die deutsche Eon.

Aus dem Konzernumfeld von Eon war zu vernehmen, dass der Konzern keine weitere Verstärkung in Frankreich anstrebt. Foto: ap Quelle: ap

Aus dem Konzernumfeld von Eon war zu vernehmen, dass der Konzern keine weitere Verstärkung in Frankreich anstrebt. Foto: ap

PARIS. Auf die Frage, ob Eon bei einem Verkauf Favorit wäre, sagte Beigbeder zu „Radio Classique“: „Dies ist eine der Optionen, die wir erwägen könnten.“ Derzeit sei aber noch keine Entscheidung gefallen. Die Aktie von Poweo legte daraufhin zweistellig zu.

Eon wollte auf Anfrage keinen Kommentar abgeben. Aus dem Konzernumfeld war aber zu hören, dass Eon nach der Übernahme von Endesa France keinen Bedarf sieht, sich in Frankreich weiter zu verstärken.

Nach dem Übernahmedebakel um die spanische Endesa hatte Eon im Zuge der Einigung Endesas Aktivitäten in Frankreich bekommen, zu der auch der französische Stromanbieter Snet zählt. Die Filiale ist mittlerweile in Eon France umgetauft worden und nach Angaben Eons der drittgrößte Stromanbieter in Frankreich – allerdings mit großem Abstand zu den Platzhirschen EDF und GDF-Suez. Eon France hat nach eigenen Angaben Produktionskapazitäten über 2 561 Megawatt.

Seit kurzem ist Luc Poyer Chef von Eon France. Der 42-jährige Absolvent der Elite-Schmiede Ena arbeitete zuvor bei Total und zuletzt beim Energieanbieter Poweo. Dort war er für die industriellen Aktivitäten verantwortlich.

Poweo hat nach eigenen Angaben eine Investmentbank beauftragt, um strategische Optionen zu prüfen. Die Bank soll Wege finden, wie Poweo an die Mittel kommen kann, den geplanten Ausbau der Produktionskapazitäten voranzutreiben. Poweo hat nach eigenen Angaben rund 500 Megawatt Produktionskapazitäten und will diese verzehnfachen. Das Unternehmen machte im Neun-Monats-Zeitraum bis September 2008 einen Umsatz von 367 Mio. Euro und hat 234 000 Kunden in Frankreich.

Der französische Strommarkt gilt nach wie vor als schwer zugänglich. Er ist zwar de jure für den Wettbewerb geöffnet; doch der Staat legt Ex-Monopolist EDF über einen Vertrag zur öffentlichen Daseinsvorsorge niedrige, regulierte Tarife auf. Das hat zur Folge, dass Kunden kaum Interesse an einen Anbieterwechsel haben. Nach Angaben der Regierungsbehörde CRE nutzen 97 Prozent aller 34 Mio. französischen Stromverbraucher, inklusive der Industrie, noch einen regulierten EDF-Tarif.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×