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13.01.2017

16:52 Uhr

Fresenius Medical Care

Dialysekonzern feiert Etappensieg in den USA

Fresenius Medical Care hat eine Verordnung der US-Gesundheitsbehörde CMS vorerst stoppen können. Das Verbot von Zuschüssen für Zusatzversicherungen für Dialysepatienten hätte das Geschäft in Amerika deutlich gebremst.

Das Dialyseunternehmen profitiert in den USA von Zuschüssen für bedürftige Patienten. Die amerikanische Gesundheitsbehörde will das verbieten. dpa

Fresenius Medical Care

Das Dialyseunternehmen profitiert in den USA von Zuschüssen für bedürftige Patienten. Die amerikanische Gesundheitsbehörde will das verbieten.

FrankfurtDer Dialysekonzern Fresenius Medical Care (FMC) hat im Streit über Zuschüsse für bedürftige Dialysepatienten in den USA einen Teilerfolg erzielt. Ein von FMC und anderen Dialyseanbietern angerufenes Gericht hat einen Vorstoß der US-Gesundheitsbehörde CMS, der die Unternehmen belasten würde, vorerst gestoppt. Das Inkrafttreten einer entsprechenden Verordnung, das für den heutigen Freitag geplant war, sei vorläufig bis zum 26. Januar ausgesetzt worden, erklärte FMC. Am Mittwoch soll eine Anhörung zu dem Thema stattfinden.

Laut der CMS-Verordnung soll die Wohltätigkeitsorganisation American Kidney Fund Dialysepatienten künftig keine Zuschüsse mehr für Zusatzversicherungen zahlen dürfen. Die Patienten würden dann nur noch eine Basisversorgung erhalten – und FMC sowie Konkurrenten wie DaVita und US Renal eine deutlich niedrigere Vergütung für ihre Behandlung. Das hätte laut FMC erheblich nachteilige Auswirkungen aufs eigene Geschäft. Die Aktie der Fresenius-Tochter war Anfang der Woche deshalb zeitweise um über sieben Prozent eingebrochen – der größte Kurssturz seit dreieinhalb Jahren.

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Der Kurs des Gesundheitskonzerns klettert in immer neue Höhen. Für manchen Analysten ist Fresenius „eines der am besten gemanagten Unternehmen in ganz Deutschland“. Ob weitere Gewinne folgen, hängt vom neuen Chef ab.

Die CMS-Verordnung wurde von der Administration von Barack Obama in einem Schnellverfahren noch kurz vor der Amtseinführung des neuen Präsidenten Donald Trump am 20. Januar erlassen. FMC, andere Dialyseanbieter und Patientenvertreter reichten dagegen jedoch umgehend Klage ein mit dem Ziel, das Wirksamwerden der Verordnung zu verhindern. Nun hoffen sie, dass die Karten unter dem Präsidenten Trump neu gemischt werden. „Wir freuen uns darauf, mit der neuen Administration an einem Regelwerk zu arbeiten, das die Nachhaltigkeit des (staatlichen) Krankenversicherungs-Programms Medicare schützt und Amerikanern weiter die Möglichkeit lässt, sich für den Krankenversicherungsschutz ihrer Wahl zu entscheiden”, erklärte FMC Nordamerika.

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Trump hat in dieser Woche bekräftigt, dass er die Gesundheitsreform seines Vorgängers (Obamacare) durch ein anders System ersetzen will. Gleichzeitig griff er jedoch auch die Pharmaindustrie an und warf ihr vor, bei ihren Preisforderungen an den Staat „über Leichen zu gehen”.

Die CMS hat die Verbindung von FMC und DaVita mit dem American Kidney Fund (AKF), der von den Dialyseanbietern unterstützt wird, bereits im Sommer 2016 unter die Lupe genommen. Kürzlich forderte dann auch eine US-Generalanwaltschaft die Unternehmen auf, ihr Informationen über die Subvention von Krankenversicherungsbeiträgen durch den Fund bereitzustellen. FMC betonte, Patienten niemals dazu gedrängt zu haben, AKF-Zuschüsse zu beantragen und damit eine Zusatzversicherung abzuschließen. FMC-Anleger schöpften am Freitag wieder Hoffnung. Die Aktien des Konzerns legten zeitweise gut ein Prozent zu und entwickelten sich damit etwas besser als der Leitindex Dax.

Zudem bekommt Fresenius Medical Care (FMC) in seinem wichtigsten Markt Nordamerika ab Montag einen neuen Chef. Bill Valle werde dann die Nachfolge von Ron Kuerbitz antreten, teilte die Tochter des hessischen Gesundheitskonzerns Fresenius am Freitag mit. Der 56-jährige Valle ist seit 30 Jahren im Dialysegeschäft tätig, seit 2009 für FMC. Dort wird er Kuerbitz auch im Vorstand ablösen.

Kuerbitz, der ein Jahr älter ist als sein Nachfolger, will Valle noch bis Mitte Februar unterstützen und dann als Chef zu Agilon Health wechseln, einem auf den US-Gesundheitsmarkt spezialisierten Dienstleistungs- und Technologieanbieter. Er freue sich auf die neue Aufgabe bei einem „jungen, aufstrebenden Unternehmen, in dem ich andere Facetten des Gesundheitsmarkts kennenlernen werde”, sagte Kuerbitz. Mit dem Streit über Zuschüsse für bedürftige Dialysepatienten in den USA habe der Wechsel nichts zu tun, sagte ein FMC-Sprecher.

Von

rtr

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