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31.03.2006

08:28 Uhr

Fristablauf

ABB beendet Asbest-Desaster

VonOliver Stock

Der Elektrokonzern ABB, der vor drei Jahren am Rande der Pleite stand, kann jetzt die milliardenschweren Klagen von Asbestopfern gegen die US-Tochter Combustion aller Voraussicht nach mit einem Vergleich beenden. Mehr als 100 000 Betroffene hatten in den USA gegen ABB geklagt.

HB ZÜRICH. Der Schweizer Elektrokonzern ABB befreit sich von einer drückenden Altlast: Das Unternehmen, das vor drei Jahren am Rand der Pleite stand, kann jetzt die milliardenschweren Klagen von Asbestopfern gegen die US-Tochter Combustion aller Voraussicht nach mit einem Vergleich beenden. ABB kostet das Asbestkatastrophe insgesamt 2,2 Mrd. Dollar.

Die Frist, bis zu der Betroffene Einspruch gegen den Vergleichsvorschlag erheben müssen, läuft heute um 24 Uhr amerikanischer Zeit ab. Nach Handelsblatt-Informationen lagen bis gestern Abend keine Einsprüche vor. Damit dürfte ein Schlussstrich unter einen Prozess gezogen werden, der sich seit November 2002 hinzieht. „Wir sind optimistisch, die Sache jetzt sehr bald zu Ende zu bringen“, sagte ABB-Chef Fred Kindle dem Handelsblatt.

Mehr als 100 000 Betroffene hatten in den USA gegen ABB geklagt, weil deren US-Tochter Combustion Engineering asbesthaltiges Material in Heizkesseln für Kraftwerke eingesetzt hatte. Der frühere ABB-Chef Jürgen Dormann ließ die betroffenen US-Tochtergesellschaften Konkurs gehen, um die Risiken zu begrenzen. Der Konzern musste sich außerdem von zahlreichen Geschäftsgebieten trennen, um sein Überleben zu sichern.

In dem Vergleich, der mit Ablauf der Frist wirksam wird, verpflichtet sich ABB nun, insgesamt 1,4 Mrd. Dollar an eine Stiftung zu zahlen, welche die Summe dann an die Asbestopfer verteilt. Bereits früher sind 800 Mill. Dollar an Asbestopfer ausgezahlt worden. Für einen Teil der noch zu bezahlenden Summe hat der Konzern Rückstellungen gebildet. Der Rest soll laut Plan in Aktien beglichen werden. Auch dafür hat der Konzern vorgesorgt. Da seine Vorsorge höher ist als die Summe, die voraussichtlich gezahlt werden muss, dürften unterm Strich rund 300 Mill. Dollar übrig bleiben, die ABB im zweiten Quartal seinem Eigenkapital gutschreiben kann, das Ende des Jahres bei 3,5 Mrd. Dollar lag.

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