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24.01.2007

16:01 Uhr

Fruchtgummihersteller Mederer passt Sortiment an

Süßes soll gesünder werden

VonIngo Reich

Der Trend zu zucker- und fettfreien aber auch gesünderen Süßigkeiten setzt sich fort. Mit einer umfangreichen Veränderung seines Sortiments reagiert jetzt der Fürther Süßwarenhersteller Mederer auf die in der Branche weiter rollende Wellness-Welle. Rund zwanzig Prozent seiner Produkte will das Unternehmen künftig mit einem „beweisbaren Zusatznutzen“ ausstatten.

KÖLN. „Süßwaren mit einem Zusatznutzen sind stark im Kommen“, sagte Holger Wenzel, Hauptgeschäftsführer des Hauptverbandes des Deutschen Einzelhandels (HDE), am gestrigen Dienstag bei der Auftaktpressekonferenz zur diesjährigen Internationalen Süßwarenmesse (ISM) in Köln. Mit einer umfangreichen Veränderung seines Sortiments reagiert jetzt der Fürther Süßwarenhersteller Mederer auf die in der Branche weiter rollende Wellness-Welle.

Rund zwanzig Prozent seiner Produkte will der Hersteller der Fruchtgummimarke „Trolli“ künftig mit einem „beweisbaren Zusatznutzen“ ausstatten, wie Unternehmensinhaber Herbert W. Mederer dem Handelsblatt sagte. Der 60-Jährige denkt dabei konkret an Beimischungen, die die Immunabwehr stärken, den Säurehaushalt des Magens regeln oder die Zahnpflege unterstützen.

Die wegen der zur Jahresmitte EU-weit in Kraft tretenden „Claims-Verordnung“ erforderlichen beweiskräftigen Gutachten will Mederer alsbald in Auftrag geben, erste Kontakte zu Universitäten bestünden bereits.

Mitte der neunziger Jahre haben Unternehmen wie Nestlé und Danone bereits probiotische Joghurts eingeführt, die die Abwehrkräfte steigern sollen. Auf Unilever, die eine cholesterinsenkende Margarine auf den Markt brachte, folgte schon bald der US-Zuckerwarenhersteller Wrigley mit zahnpflegenden Kaugummis und Bonbons.

Den Erfolg dieser Produkte will sich nun Mederer zum Vorbild nehmen. So soll ein weiteres Fünftel seines Sortiments auch künftig mit „werthaltigen Aussagen“ wie „mit Fruchtsaft“ oder „mit Milch“, beworben werden.

Der Mehrheit der Mederer-Produkte, immerhin etwa 60 Prozent, soll so bleiben wie bisher. Auf Werbegags wie den Aufdruck „ohne Fett“ auf Tüten mit zuckersüßen Colafläschchen aus Fruchtgummi muss der Süßwarenproduzent dann aber wegen der neuen EU-Verordnung verzichten.

„Kein Problem“, sagt Mederer, denn diese Auslobung hätte er erst auf Anregung des Handels auf die Verpackungen nehmen müssen, nachdem Mitbewerber wie Katjes und Haribo aktiv mit dem Slogan „ohne Fett“ geworben hätten. Verbraucherschützer waren daraufhin auf die Barrikaden gegangen und hatten versucht, diese Aussage wegen einer Irreführung der Konsumenten hinsichtlich des Kaloriengehaltes gerichtlich untersagen zu lassen. Sie blieben allerdings erfolglos.

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