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17.07.2012

15:15 Uhr

Führungschaos

Sedran zum neuen Opel-Chef ernannt

Der angeschlagene Autobauer hat eine neue Führung. Strategievorstand Thomas Sedran werde die Geschäfte übernehmen, "bis ein Nachfolger ernannt wird", teilte der Konzern mit. Auf Sedran wartet ein Berg an Problemen.

Der angeschlagene Autobauer sucht den Weg aus der Krise. Reuters

Der angeschlagene Autobauer sucht den Weg aus der Krise.

RüsselsheimDer Sanierungsexperte Thomas Sedran ist neuer Opel-Chef. Der Aufsichtsrat der Adam Opel AG ernannte den 47-Jährigen zusätzlich zu seinen Aufgaben als Strategiechef zum stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden. Sedran solle die Geschäfte führen, bis ein neuer Opel-Chef gefunden sei, teilte Opel in Rüsselsheim nach einer außerordentlichen Sitzung des Kontrollgremiums mit. Das Unternehmen sucht also weiter nach einer Dauerlösung.

Der neue Chef des ums Überleben kämpfenden Rüsselsheimer Autobauers muss einen Berg an Problemen bewältigen, darunter den Absatzschwund im Kernmarkt Europa. Opel ächzt wie zahlreiche Massenhersteller unter der Schuldenkrise, in deren Folge sich besonders die Kunden in Südeuropa keine neuen Autos mehr zu kaufen trauen. Zudem leidet Opel nach jahrelangem Zick-Zack-Kurs des Mutterkonzerns General Motors (GM) und öffentlich ausgetragenem Streit über die richtige Sanierung an massiven Imageproblemen.

Thomas Sedran übernimmt die Nachfolge von Ex-Vorstandschef Stracke. dpa

Thomas Sedran übernimmt die Nachfolge von Ex-Vorstandschef Stracke.

Opel-GM-Europe-Präsident Steve Girsky bekräftigte, Sedran werde gemeinsam mit dem Aufsichtsrat daran arbeiten, die nötigen Reformen umzusetzen. "Wir werden die Bürokratie verringern und die Kultur unseres Unternehmens verändern", erklärte er.

Der promovierte Ökonom Sedran betreut Opel seit 2009 - damals noch in seiner Funktion als Experte der Münchner Unternehmensberatung AlixPartners, die den Rüsselsheimern bei der Restrukturierung helfen sollte. Der Manager, der in Augsburg geboren ist und seine universitäre Ausbildung in Hohenheim und München absolviert hat, verbrachte den Großteil seiner bisherigen Karriere bei Beratungsgesellschaften: Mehr als zehn Jahre lang arbeitete er bei Roland Berger, ehe er zu AlixPartners wechselte.

Am 1. April 2012 wurde der 47-Jährige in den Opel-Vorstand berufen, wo er das neu geschaffene Ressort "Operations, Geschäftsentwicklung und Unternehmensstrategien" übernahm. In dieser Funktion sollte er für langfristiges Wachstum des schwächelnden Autobauers sorgen, "in Europa und darüber hinaus", wie es bei Opel explizit heißt.

Opel trifft die Absatzschwäche im Kernmarkt auch deshalb besonders hart, weil er sie nicht durch Verkäufe anderswo auf der Welt ausgleichen kann. Denn in lukrativen Wachstumsmärkten wie China oder Lateinamerika dürfen die Rüsselsheimer ihre Fahrzeuge auf Geheiß des US-Mutterkonzerns nicht anbieten.

Kommentare (6)

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Notarzt

17.07.2012, 16:00 Uhr

Herr Sedran, ich wünsche ihnen viel Mut und Geschick bei der Problembewältigung. Opel muss wieder in die Spur kommen, möglichst ohne GM. Kämpfen sie, denn der Erhalt von Opel unter eigener Flagge ist ihr Lohn!

Opelanum

17.07.2012, 16:02 Uhr

Uns jetzt wird alles anders und besser?

Opelaner

17.07.2012, 16:11 Uhr

Wie soll das gehen?????

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