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29.10.2014

08:42 Uhr

Führungsstreit im Gasekonzern

Reitzle wird wohl nicht Linde-Aufsichtsratschef

ExklusivEin zu viel beschäftigter Mann: Wolfgang Reitzle leitet die Kontrollgremien zahlreicher Unternehmen. Deswegen lehnen die Ex-Kollegen beim Gasekonzern Linde seine Rückkehr ab: Linde könne man nicht nebenbei führen.

Bis Mai 2014 war Wolfang Reitzle noch Vorstandsvorsitzender des Anlagenbauers und Gasspezialisten Linde AG. dpa

Bis Mai 2014 war Wolfang Reitzle noch Vorstandsvorsitzender des Anlagenbauers und Gasspezialisten Linde AG.

DüsseldorfWolfgang Reitzle wird aller Voraussicht nach nicht als Aufsichtsratschef zum Gasekonzern Linde zurückkehren. Der Ex-Chef habe inzwischen viele andere Aufgaben übernommen, sagte ein Insider dem Handelsblatt (Mittwochausgabe). „Es ist ausgeschlossen, dass Reitzle mit so einem Programm auch noch Aufsichtsratschef wird.“

Als Favorit gilt im Aufsichtsrat jetzt Franz Fehrenbach. Der ehemalige Bosch-Chef war im vergangenen Jahr in den Linde-Aufsichtsrat eingezogen und wäre mit seiner Führungserfahrung aus einem Industrieunternehmen eine Idealbesetzung.

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Nach Linde, Anlagenbauer und Gasspezialist, will Wolfgang Reitzle sich nun einer Firma widmen, die er mit Lebensstil und Lebensfreude verbindet: Weinhändler Hawesko bestellt den ehemaligen Linde-Chef in den Aufsichtsrat.

Reitzle führt inzwischen den Verwaltungsrat von Holcim sowie die Aufsichtsräte von Continental und der Medical Park AG. Zudem zog er in die Kontrollgremium des Springer-Verlags und des Weinhändlers Hawesko ein. Linde-Aufsichtsratschef Manfred Schneider habe Reitzle klargemacht, dass der Gaskonzern nicht nebenbei geführt werden könne, hieß es im Umfeld. Es war erwartet worden, dass Reitzle nach der obligatorischen zweijährigen Abkühlphase im Frühjahr 2016 die Nachfolge Schneiders antreten würde.

Kommentare (1)

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Herr Alex Hemp

29.10.2014, 09:44 Uhr

Nicht ganz richtig. Reitzle hat sich dieses Amt schon vor Jahren versaut, weil er es schon vor dem Akt veröffentlicht hat und damit mehr als nur eine Person vor den Kopf gestossen hat.
Davon abgesehen ist Reitzle in der Firma selbst nicht wohlgelitten, sein Auftreten kann an Arroganz nicht übertroffen werden. Da divergieren Aussenwirkung und Innenwirkung massiv. Bei den Aktionären ist er ebenfalls nicht besonders beliebt, wie man in den letzten Jahren deutlich beobachten konnte.
Reitzle hat für viel Geld Konkurrenten wie AGA und BOC hinzugekauft, für zuviel, wie der ein oder andere sagt. Sein wirtschaftlicher "Weitblick" beschränkte sich auch darauf. Gleiches Spiel mit der Healthcare Sparte. Es wurde hinzugekauft, anstatt selber zu entwickeln.
Das führt derzeit dazu, das die Firma innerlich inhomogen ist, zuviele Baustellen gleichzeitig. Und die Mitarbeiterzufriedenheit leidet (s.kununu).
Man wird froh sein, diesen Egomanen loszusein.

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