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31.05.2012

20:06 Uhr

Führungsumbau bei Volkswagen

China pocht erfolgreich auf eigenen VW-Vorstand

VonMark C. Schneider, Markus Fasse

ExklusivVW baut den Konzern um: Neue Vorstände sollen die Töchter MAN und Audi stärken. Scania-Chef Östling wird VW-Vorstand für Nutzfahrzeuge, Personalexperte Jochen Schumm wechselt von VW zu MAN. Ein Kronprinz geht leer aus.

VW-Chef Martin Winterkorn besetzt einige Führungsposten neu. dapd

VW-Chef Martin Winterkorn besetzt einige Führungsposten neu.

DüsseldorfVolkswagens Vorstandschef Martin Winterkorn baut den schnell wachsenden Konzern massiv um. Dazu besetzt Winterkorn Schlüsselstellen auf vielen Ebenen neu, angefangen im Konzernvorstand. Betroffen sind zudem Tochterfirmen wie Audi und MAN sowie China als wichtigster Markt. Der Aufsichtsrat des Autobauers will die Veränderungen bereits Freitagnachmittag bei einer Sitzung in Stuttgart beschließen, erfuhr das Handelsblatt.

Montagabend will Winterkorn die Führungskräfte in der Wolfsburger Autouni informieren. Der Umbau ist riskant: Einige Topmanager verlieren dadurch an Einfluss und müssen an anderer Stelle untergebracht werden – was dort für Unruhe sorgen dürfte.

So wird Leif Östling, Chef von Volkswagens schwedischer Lkw-Tochter Scania, Konzernvorstand für Nutzfahrzeuge. Der Schwede ersetzt in Wolfsburg Jochem Heizmann, der sich künftig im Ausland um den Bau neuer Werke kümmert. Chinas Bedeutung entsprechend wird die Region aufgewertet und direkt aus dem Konzernvorstand geführt. Die chinesische Regierung verlangt einen Ansprechpartner auf Topebene. Das Nachsehen hat Volkswagens China-Chef Karl-Thomas Neumann, der als einer von Winterkorns Kronprinzen für die Konzernspitze galt. Die Verantwortung für China übernimmt im VW-Vorstand offenbar Heizmann, erfuhr das Handelsblatt aus Konzernkreisen. Neumann werde das kaum akzeptieren können, hieß es weiter.

Volkswagen: VW in Chinas wildem Westen

Volkswagen

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Chinas Westen glänzt mit Wachstumsraten. VW will hier jährlich 50.000 Autos produzieren. Der Aufschwung soll soziale Konflikte lindern. Damit gerät VW allerdings zwischen die Fronten eines ethnischen Konflikts.

Trotz des Einzugs von Scania-Chef Östling in den VW-Vorstand entsteht das eigentliche Machtzentrum für Nutzfahrzeuge bei Volkswagens Münchner Lkw-Tochter MAN, die Winterkorn operativ stärkt. In den MAN-Vorstand ziehen der bisherige Audi-Vorstand Ulf Berkenhagen, verantwortlich für den Einkauf, und der langjährige VW-Personaler Jochen Schumm ein. Schumm muss MAN an die stark mitbestimmte Personalwelt des VW-Konzerns anpassen.

Nach der Übernahme von MAN Ende 2011 wollen Winterkorn und VW-Patriarch Ferdinand Piëch so schnell wie möglich Synergien zwischen den Töchtern MAN, Scania und VW Nutzfahrzeuge heben.

Auch bei Volkswagens Ingolstädter Premiumtochter Audi bauen Piëch und Winterkorn den Vorstand tüchtig um. So müssen Technikvorstand Michael Dick und Vertriebsvorstand Peter Schwarzenbauer das Gremium verlassen. Die VW-Spitze ärgert seit einiger Zeit, dass Audis Aggression im Wettbewerb mit Marktführer BMW nachlässt. Der Personalwechsel soll jetzt die Angriffskräfte stärken.

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