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27.06.2012

03:51 Uhr

Führungswechsel

Boeing bekommt neuen Verkehrsflugzeug-Chef

Beim Airbus-Erzrivalen geht eine der bekanntesten Führungskräfte. Der Verkehrsflugzeug-Chef Jim Albaugh verlässt Boeing zu einer kritischen Zeit, doch sein Nachfolger steht bereits fest.

Jim Albaugh (links) unterzeichnet einen Vertrag mit Scheich Ahmed Bin Saeed Al-Maktoum, Präsident der Fluggesellschaft Emirates. AFP

Jim Albaugh (links) unterzeichnet einen Vertrag mit Scheich Ahmed Bin Saeed Al-Maktoum, Präsident der Fluggesellschaft Emirates.

Seattle/BrasiliaBoeing hat im ewigen Rennen gegen den Erzrivalen Airbus überraschend den Chef seiner Sparte für Zivilflugzeuge ausgewechselt. Wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte, wird der 57-jährige Firmenveteran Raymond Conner mit sofortiger Wirkung den ebenfalls altgedienten Manager Jim Albaugh ersetzen, der ab Oktober in Rente geht.

Der Personalwechsel findet in einer kritischen Zeit statt: In wenigen Wochen beginnt die für die Branche enorm wichtige Farnborough Airshow. Zudem bemüht sich Boeing derzeit, die Produktion von Zivilflugzeugen hochzufahren - einschließlich des von Problemen geplagten neuen Modells 787 Dreamliner.

Conner arbeitet seit 1977 bei Boeing. Er fing dort als Mechaniker an und hat sich im Laufe der Jahre zum Vertriebschef hochgearbeitet. Einige Branchenexperten werteten den Stabwechsel als positiv für Boeing. Conner sei hervorragend für die stark kundenorientierte Sparte geeignet, weil er wohl die Hände von mehr Boeing-Kunden geschüttelt habe als jeder andere, erklärte etwa Analyst Carter Leake von BB&T Capital Markets.

Albaugh leitete die Sparte seit 2009. Er habe wohl alles erreicht, was er sich zum Ziel gesetzt habe, und wolle sich deshalb wahrscheinlich jetzt zurückziehen, erklärte Loren Thompson vom Lexington Institute.

Das Verkehrsflugzeug-Geschäft ist der Kern von Boeing. Hier macht der Konzern mehr als die Hälfte seines Umsatzes. Daneben sind die Amerikaner ähnlich wie ihre europäischen Konkurrenten auch noch im Rüstungsgeschäft und in der Raumfahrt tätig.

Boeing und Embraer wollen gemeinsam Transportflugzeug entwickeln

Gleichzeitig kündigten der brasilianische Flugzeugbauer Embraer und der US-Konzern Boeing an, gemeinsam ein militärisches Transportflugzeug bauen zu wollen. Ein am Dienstag unterzeichneter Vertrag sehe unter anderem den Austausch technischen Wissens sowie von Marktzugängen vor, teilten die beiden Unternehmen mit. Nach Angaben von Embraer liegen für die Maschine vom Typ KC-390 bereits 60 Kaufabsichtserklärungen aus mehreren Ländern vor. Die ersten Testflüge seien für 2014 geplant, die erste Auslieferung werde 2016 erwartet.

Boeing erklärte, der Vertrag sei Teil einer breiteren Zusammenarbeit im Flugzeugbau. Über finanzielle Vereinbarungen wurden keine Angaben gemacht.

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