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13.07.2014

19:07 Uhr

Für Billig-Airlines

Boeing verringert Sitzabstände

Billigfluggesellschaften wollen mehr sparen und beeinflussen mit ihren Wünschen die Flugzeugbauer. Boeing etwa will bei einem 737-Modell den Abstand der Sitze weiter verringern. Für Passagiere wird es noch enger.

Sitzabstände werden verringert

Eng, Enger, Economy

Sitzabstände werden verringert: Eng, Enger, Economy

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LondonMehr Passagiere auf gleichem Raum: Der Flugzeugbauer Boeing will mit einer neuen Variante seiner Mittelstreckenjets die Wünsche von Billigfluglinien wie Ryanair erfüllen. Dank zusätzlicher Ausgangstüren hinter den Tragflächen und eines geringeren Sitzabstands soll die modernisierte Auflage 737-MAX-8 künftig 200 Menschen befördern können, wie der Chef der Boeing-Verkehrsflugzeugsparte, Ray Conner, vor Beginn der Farnborough Airshow am Sonntag in London sagte. Das sind 11 Sitze mehr als bei der normalen Version. „Das Modell richtet sich speziell an Billigfluglinien“, sagte Conner. Je mehr Passagiere auf gleichem Raum befördert werden, desto günstiger können die Airlines die Tickets anbieten.

Der Sitzabstand soll bei der Billigflieger-Variante von üblicherweise 30 bis 31 Zoll auf 29 Zoll schrumpfen. Auch der europäische Boeing-Rivale Airbus arbeitet daran, mehr Fluggäste in sein Konkurrenzmodell A320 zu bekommen. Für die Langversion A321 hat Airbus schon eine Variante mit mehr Ausgängen vorgestellt, dank derer der Flieger für mehr Fluggäste befördern darf.

Das sind Boeings beste Kunden

Platz 10 – ALC

Die Top Ten der Boeing-Kunden 2013 wird eröffnet vom Leasingunternehmen ALC. Die Firma orderte 52 Maschinen verschiedener Typen: 737, 777 und 787 Dreamliner.

Quelle: Boeing, Bestellungen und Optionen im Jahr 2013

Platz 9 – Gecas

Gecas ist die Flugzeugleasing-Sparte von General Electric (GE) – und gut mit Boeing im Geschäft. 2013 orderte das Unternehmen 54 Flugzeuge. Darunter sind 10 Dreamliner, die restlichen 44 Maschinen verteilen sich auf die 737-Typen.

Platz 8 – Southwest Airlines

Die Mittelstrecke ist das Terrain der US-Airline. Infolgedessen bestellte Southwest 55 Maschinen der 737, darunter hauptsächlich die spritsparende Max-Variante.

Platz 7 – Etihad

Air-Berlin-Retter Etihad griff im November bei Boeing zu und orderte 56 Maschinen. Groß und lang – so lässt sich die Bestellung zusammenfassen: 30 Mal 787-10, 26 Mal 777.

Platz 6 – Tui Travel

Der Tourismuskonzern macht seine Flotte fit. Die Bestellung: 60 Stück der 737-Max und 2 Stück der 787-8.

Platz 4 – Westjet

Der kanadische Billigflieger leistete sich 75 neue Flugzeuge. Auch bei Westjet steht der spritsparende 737-Max hoch im Kurs. 65 Stück davon orderten die Kanadier, dazu kommen 10 Exemplare der 737-800.

Platz 4 – Turkish Airlines

75 US-Maschinen gehen bald in die Türkei: Die Turkish Airlines kaufte groß bei Boeing ein und bestellte 50 spritsparende 737-Max, 20 Stück der „normalen“ 737-800 und 5 Exemplare der 777-300ER.

Platz 3 – Flydubai

Der arabische Billigflieger ist auf dem Vormarsch: Flydubai hat 2013 insgesamt 86 Flugzeuge – 75 Stück der 737-Max und 11 Exemplare der 737-800.

Platz 2 – American Airlines

Die fusionierte „neue American“, die sich aus American Airlines und US Airways gebildet hat, ist zweitgrößter Kunde von Boeing. 143 Maschinen wurden insgesamt bestellt – allein 100 davon sind 737-Max.

Platz 1 – Ryanair

Der irische Billigflieger bestellte auf einen Schlag 175 Stück des Mittelstreckenjets 737-800 bei Boeing.

Auf die erwartete neue Version für die A330 von Airbus reagierte Boeing-Manager Conner gelassen. Airbus will seinem 20 Jahre altes Langstreckenmodell laut Insidern unter dem Namen A330neo mit sparsameren Triebwerken eine zweite Jugend verschaffen. Die A330 konkurriert mit Boeings 787 „Dreamliner“, der deutlich weniger Kerosin verbraucht. „Unsere 787-10 ist fast 30 Prozent besser als die A330“, sagte Conner mit Blick auf die geplante Langversion des Boeing-Fliegers. Zwar sei die A330 in der Anschaffung billiger, doch am Ende gehe es um die Höhe der Betriebskosten.

Es wird erwartet, dass Airbus seine Pläne für die A330neo auf der Luftfahrtmesse in Farnborough bei London vorstellt, die an diesem Montag (14. Juli) ihre Pforten öffnet.

Von

dpa

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