Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

01.08.2011

14:45 Uhr

Für Raumfahrttochter

EADS setzt Einkaufstour fort

Für 673 Millionen Euro übernimmt EADS den Satelliten-Dienstleister Vizada. Der europäische Luftfahrt- und Rüstungskonzern will damit seine Raumfahrttochter Astrium stärken.

Der Astrium-Satellit TerraSar-X Quelle: dpa

Der Astrium-Satellit TerraSar-X

BerlinDer europäische Luftfahrt- und Rüstungskonzern EADS setzt seine Einkaufstour fort. Als Gegengewicht zur einflussreichen Flugzeugsparte Airbus baut der Konzern sein Raumfahrtgeschäft aus und kauft für 673 Millionen Euro Vizada, einen Anbieter von weltweiten satellitengestützten mobilen Kommunikationsdiensten. Die Transaktion soll aus dem Barbestand von derzeit elf Milliarden Euro finanziert werden. Der Kauf ist der zweitgrößte, den der Konzern je getätigt hat. Die größte Akquisition war die Übernahme des 20-prozentigen Anteils von BAE Systems an Airbus vor einigen Jahren. Dafür legte EADS 2,75 Milliarden Euro auf den Tisch.

Die Aktie des Konzerns legte in Paris ein Prozent sowie in Frankfurt 1,4 Prozent zu und damit in beiden Fällen mehr als der Markt. Vizada ist 2007 aus dem Zusammenschluss von Satelliten-Dienstleistungen von France Telecom sowie der norwegischen Telenor hervorgegangen und gehörte bislang der Beteiligungsgesellschaft Apax France. Das Unternehmen bietet mit 700 Mitarbeitern für rund 200.000 Kunden zur See, in der Luftfahrt und beim Militär Satellitenverbindungen an. Für dieses Jahr wird mit einem Umsatz von 660 Millionen Dollar und einem Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) von 95 Millionen Euro gerechnet. EADS Astrium baut unter anderem die Ariane-Raketen und konkurriert in Deutschland mit der Bremer OHB Technology.
Der Boeing-Konkurrent hat sich bereits seit längerem vorgenommen, seine Abhängigkeit vom konjunkturabhängigen Airbus-Geschäft zu verringern, das 70 Prozent ausmacht. Er treibt seine Übernahmepläne vor allem seit der Niederlage im Rennen um einen milliardenschweren US-Rüstungsauftrag Anfang des Jahres voran. Zudem machten Anleger wiederholt Druck, die reichlich gefüllten Kassen für Investitionen in Wachstumsbereiche zu nutzen. Im Juni kaufte EADS das kanadische Wartungsunternehmen Vector Aerospace für 450 Millionen Euro und stärkt damit die Hubschraubertochter Eurocopter. Vergangene Woche legte das Unternehmen ein Angebot für den dänischen Flugzeugteile-Anbieter Satair über 348 Millionen Euro vor.

Von

rtr

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×