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10.09.2012

14:35 Uhr

Für Schadenersatz

BP verkauft Ölfelder im Golf von Mexiko

Die Ölkatastrophe vor zwei Jahren im Golf von Mexiko ist für BP noch längst nicht abgehakt. Um für weitere milliardenschwere Schadenersatzforderungen gewappnet zu sein, hat der Multi nun Ölfelder verkauft.

Die Deepwater Horizon in Flammen: BP braucht frisches Geld. dpa

Die Deepwater Horizon in Flammen: BP braucht frisches Geld.

New YorkBP sammelt mit Ölfeld-Verkäufen Milliarden für Schadenersatzzahlungen im Zusammenhang mit der Umweltkatastrophe im Golf von Mexiko vor zwei Jahren ein. Der US-Ölproduzent Plains Exploration & Production (PXP) gab am Montag bekannt, von den Briten für 5,55 Milliarden Dollar Anteile an Öl- und Gasvorkommen in der Region zu übernehmen.

Damit sichere sich PXP Zugriff auf Felder, die zuletzt knapp 60.000 Barrel pro Tag förderten. Darunter befindet sich auch das Holstein-Feld, das sich bislang BP und Royal Dutch Shell teilten. Für weitere 560 Millionen Dollar erwirbt PXP auch die 50-prozentige Shell-Beteiligung daran.

Die größten börsennotierten Ölkonzerne der Welt

Die größten Öl- und Gaskonzerne

Sie fördern und raffinieren Erdöl oder Gas und betreiben riesige Tankstellennetze. Wie viel die zehn größten Öl- und Gaskonzerne der Welt an der Börse wert sind.

Quelle: Bloomberg, Stand: 26.7.2012

Platz 10

ENI (Italien)

Der italienische Öl- und Gaskonzern erreicht mit einer Marktkapitalisierung von 70 Milliarden Dollar Rang zehn unter den Energiekonzernen. Das Unternehmen mit Sitz in Rom ist der größte Gasversorger Italiens. Neben dem Öl- und Gasgeschäft mit Exploration, Förderung, Raffinerie und Vertrieb sind die Italiener auch im Stromgeschäft aktiv.

Platz 9

Sinopec (China)

Der chinesische Mineralölriese zählt zu den größten Energiekonzernen des Landes und erreicht an der Börse eine Marktkapitalisierung von 80,9 Milliarden Dollar. Das Unternehmen mit Sitz in Peking ist im Hang-Seng-Index notiert.

Platz 8

Total (Frankreich)

Die Franzosen betreiben in Europa ein dichtes Tankstellennetz. In mehr als 30 Ländern fördert der Konzern Öl und Gas. Der Konzern mit Sitz in Courbevoie nahe Paris erreicht einen Börsenwert von 124 Milliarden Dollar.

Platz 7

Gazprom (Russland)

Der russische Konzern rangiert an der Weltspitze der Gasförderer. Das Moskauer Unternehmen ist an der Börse mit 116 Milliarden Dollar bewertet. Gazprom kontrolliert fast die gesamte Erdgasförderung Russlands.

Platz 6

Petrobras (Brasilien)

Der halbstaatliche Konzern mit Sitz in Rio de Janeiro hat eine Marktkapitalisierung von 125,1 Milliarden Dollar. Die Brasilianer sind besonders in der Offshore-Förderung von Öl stark. Der Konzern wurde ursprünglich zur Abwehr von US-Konzernen gegründet.

Platz 5

BP (Großbritannien)

Die Katastrophe im Golf von Mexiko hat den Konzern in Bedrängnis gebracht. Aktuell ist das Unternehmen mit 129,1 Milliarden Dollar bewertet. In Deutschland wird Benzin und Diesel unter der Marke Aral vertrieben.

Platz 4

Chevron (USA)

Der US-Konzern ist auf dem Parkett 213,4 Milliarden Dollar wert. Die Hauptsitze sind im kalifornischen San Ramon sowie im brasilianischen Fortaleza. Der Konzern ist im Bereich der geothermischen Energiegewinnung führend.

Platz 3

Royal Dutch Shell (Großbritannien)

Das Unternehmen mit Sitz in London und Den Haag zählt zu den drei größten Öl- und Gaskonzernen der Welt. Shell ist in mehr als 180 Ländern aktiv. An der Börse ist der Konzern mit 216,4 Milliarden Dollar bewertet.

Platz 2

PetroChina (China)

Die Chinesen schoben sich auf rang zwei der größten Öl- und Gaskonzerne vor. An der Börse ist der Konzern 249,2 Milliarden Dollar wert. Das Unternehmen ist besonders im Sudan aktiv und steht deswegen in der Kritik.

Platz 1

Exxon Mobil (USA)

Die Spitze der Öl- und Gaskonzerne erobert Exxon Mobil mit einer Marktkapitalisierung von 399,7 Milliarden Dollar. Das Unternehmen entstand 1999 durch den Zusammenschluss von Exxon mit Mobil Oil. Das Unternehmen gilt als Nachfolger der Standard Oil Company des legendären Milliardärs John D. Rockefeller.

Im April 2010 war die BP-Bohrinsel "Deepwater Horizon" im Golf von Mexiko explodiert und hatte die schwerste Ölkatastrophe in der Geschichte der USA ausgelöst. Dabei starben elf Arbeiter. Die US-Regierung wirft dem Konzern grobe Fahrlässigkeit und mutwilliges Fehlverhalten vor. Sollte das Gericht diese Position bestätigen, drohen den Briten in diesem Prozess Schadenersatzzahlungen von bis zu 21 Milliarden Dollar. Das Verfahren soll im Januar beginnen.

In einem anderen Rechtsstreit hat sich BP mit 125.000 von der Ölpest geschädigten Privatpersonen und Unternehmen auf einen Vergleich geeinigt, der eine Schadenersatzzahlung von 7,8 Milliarden Dollar vorsieht. Das zuständige Gericht muss dem allerdings noch zustimmen. Eine Anhörung ist für den 8. November angesetzt.

Kohlendioxid statt Erdöl

Video: Biokunststoffe - Kohlendioxid statt Erdöl

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Von

rtr

Kommentare (1)

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DJHLS

10.09.2012, 09:26 Uhr

Dieser Artikel ist ein Musterbeispiel für schlechten Journalismus.

"Notverkauf" - welche "Not" meinen Sie? BP verkauft seit der Macondo-Katastrophe Assets. Das ist ein geordneter Prozeß, bei dem zuletzt eine Raffinerie mit Tankstellennetz an Tresoro verkauft worden ist. War das Ihrer Meinung nach ein Notverkauf?

Bildunterschrift: "Die Deepwater Horizon in Flammen: BP braucht frisches Geld." Nein. Wie an anderer Stelle des Artikels richtig zu lesen ist, geht es darum, für den worst Case die Schadensersatzforderung gegen zu finanzieren. Dieser worst case wäre, dass ein Gericht der Auffassung des Klägers (Department of Justice) folgt und so ein Gerichtsprozeß dauert Jahre. Ist Ihnen so etwas nicht bekannt?

Bitte unterlassen Sie solche Anlegerirreführung. Ihre Begriffe "Notverkauf" "braucht frisches Geld" sind kursbeeinflussende Implikationen.

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