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04.08.2014

21:24 Uhr

Für TRW-Übernahme

ZF Friedrichshafen will Lenksysteme abgeben

Um die Übernahme des US-Autozulieferers TRW möglich zu machen, will ZF Friedrichshafen von seiner Tochter ZF Lenksysteme trennen. Auch TRW stellt Lenksysteme her. Bestätigt ist aber vorerst nichts.

ZF Friedrichshafenwill sich von einem Tochterunternehmen trennen um die Übernahme des US-Zulieferers TRW zu ermöglichen. dpa

ZF Friedrichshafenwill sich von einem Tochterunternehmen trennen um die Übernahme des US-Zulieferers TRW zu ermöglichen.

New YorkDer Autozulieferer ZF Friedrichshafen zieht nach Angaben von Insidern im Zuge der geplanten Übernahme des US-Konzerns TRW Automotive eine Trennung von seiner Tochter ZF Lenksysteme in Betracht. ZF wolle das Gemeinschaftsunternehmen mit Bosch auflösen und seine Hälfte an den Stiftungskonzern verkaufen, sagten zwei mit dem Vorgang vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters am Montag. Damit sollten kartellrechtliche Hürden ausgeräumt werden, da die Amerikaner ebenfalls Lenkungen für Kraftfahrzeuge produzieren. Vollzogen würde das aber erst, wenn das Zusammengehen von ZF Friedrichshafen und TRW unter Dach und Fach sei.

Sprecher von TRW, Bosch und ZF Friedrichshafen nahmen zu den Angaben nicht Stellung.

ZF Lenksysteme erwirtschaftete im vergangenen Jahr mit weltweit 13.000 Mitarbeitern gut vier Milliarden Euro Umsatz. Die Zukunft des ZF-Bosch-Gemeinschaftsunternehmens ist den Angaben zufolge eine der wichtigen Fragen, die in den Fusionsgesprächen von ZF und TRW noch geklärt werden müssen. Der deutsche Getriebehersteller und der auf Sicherheitssysteme für Fahrzeuge versierte US-Konzern hatten im Juli Gespräche bestätigt. ZF will mit der Übernahme von TRW seine Marktposition als Anbieter von Technik für autonomes Fahren stärken.

Die weltweit größten Automobilzulieferer

Platz 10

Faurecia - 18,03 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Das Schicksal des Autozulieferers ist eng verbunden mit PSA Peugeot/Citroën. Derzeit stagnieren die Geschäfte. Zum Portfolio gehören Sitze und Emissionskontrollsysteme.

Platz 9

Aisin Seiki - 18,92 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Die Japaner gehören zur Toyota-Gruppe und produzieren etliche Komponenten für die Autoindustrie, darunter Getriebe und Navigationssysteme.

Platz 8

Michelin - 20,25 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Der französische Reifenriese musste zuletzt erneut Rückschläge beim Absatz hinnehmen. Neben Reifen stellt das Unternehmen aus Clermont-Ferrand auch Navigationssysteme her.

Platz 7

Johnson Controls - 20,93 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Die US-Amerikaner aus Milwaukee konzentrieren sich die Zulieferung von Sitzen, Türen und Instrumenten. Damit legte der Umsatz zuletzt leicht zu.

Platz 6

Hyundai Mobis - 23,25 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Die Koreaner sind Teil des riesigen koreanischen Hyundai-Imperiums und zählen zu den wichtigsten Zulieferern für die Autobauer Hyundai und Kia. Gebaut werden Sicherheitssysteme, Airbus, Lampen und Antriebsstränge.

Platz 5

Bridgestone / Firestone - 24,62 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

In der Gummiverarbeitung sind die Japaner sogar weltweit führend. In Frankreich, Italien, Polen und Spanien betreiben sie eigene Werke.

Platz 4

Magna - 24,95 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Unter der Führung der schillernden Österreichers Frank Stronach wuchs der Konzern - und kann nahezu alle Bauteile selbst Produzieren. Fahrgastzellen, Sitze, Antrieb und Elektronik gehören zum Portfolio des Unternehmens.

Platz 3

Denso - 27,79 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Die Japaner verloren zuletzt wieder Marktanteile. Kunden sind insbesondere die großen japanischen Autobauer. Das Unternehmen baut unter anderem Klimaanlage, Antriebsstränge und Elektronik.

Platz 2

Robert Bosch - 30,7 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Der zweitgrößte Autozulieferer der Welt ist in Stuttgart daheim. Neben Benzin- und Dieselsystemen baut Bosch auch Multimedia-Systeme, Bremsen, Elektronik und Batterien für etliche große Autohersteller .

Platz 1

Continental - 33,32 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Aus Hannover in die Welt: Neben den bekannten Reifen liefert Conti auch Sicherheits- und Telematiksysteme, Steuerinstrument und die Elektronik für Antriebsstränge. Im Vergleich zum Vorjahr legte der Umsatz damit leicht zu.

Insidern zufolge stand zuletzt ein Kaufpreis von rund 105 Dollar je TRW-Aktie zur Diskussion. Damit wäre der US-Konzern umgerechnet fast neun Milliarden Euro wert, das 7,5-fache des für 2014 geschätzten operativen Gewinns vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen. Gemessen daran wäre es eine der teuersten Übernahmen in der Autozulieferbranche. Zusammen würden ZF Friedrichshafen und TRW Automotive weltweit auf Rang vier hinter Bosch vorrücken. Weltmarktführer ist einer Rangliste der Fachzeitschrift "Automobil Produktion" zufolge der deutsche Dax-Konzern Continental vor dem japanischen Zulieferer Denso.

Von

rtr

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