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31.10.2012

12:17 Uhr

Fukushima-Betreiber

Tepco schafft es nicht aus den roten Zahlen

Auch im zweiten Geschäftsquartal macht die Katastrophe um das Kernkraftwerk Fukushima in Japan dem Betreiber noch Schwierigkeiten. So hoch wie im Vorjahresquartal war das Minus allerdings nicht mehr.

Das Tepco-Logo am Unternehmenssitz in Tokio. Reuters

Das Tepco-Logo am Unternehmenssitz in Tokio.

TokioDie Fukushima-Katastrophe im März 2011 macht dem japanischen Kraftwerksbetreiber Tepco weiter zu schaffen. Im zweiten Geschäftsquartal (Juli-September) verbuchte das Unternehmen einen Nettoverlust von 11,1 Milliarden Yen (knapp 108 Mio Euro), wie die Tokyo Electric Power Co (Tepco) am Mittwoch mitteilte.

Das Minus fiel jedoch deutlich niedriger aus als im gleichen Quartal des Vorjahres, als der japanische Betreiber einen Verlust von 55,5 Milliarden Yen einfuhr. Nach der Katastrophe hatten auch massive Entschädigungszahlungen an die Opfer die Bilanz belastet. Im Juli dieses Jahres war der ums Überleben kämpfende Atombetreiber verstaatlicht worden, um eine drohende Insolvenz abzuwenden.

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Der japanische Kraftwerksbetreiber Tepco kämpft ums Überleben.

Am 11. März 2011 war Japan von einem gewaltigen Erdbeben der Stärke 9,0 erschüttert worden. Ein dadurch ausgelöster Tsunami riss mehr als 15 800 Menschen in den Tod. In dem von Tepco betriebenen Kernkraftwerk Fukushima kam es zum Größten Anzunehmenden Unfall (GAU). Weite Gebiete nahe der Atomruine sind noch immer so verstrahlt, dass eine Rückkehr der Menschen als höchst ungewiss gilt.

Von

dpa

Kommentare (6)

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Rumpelstilzchen

31.10.2012, 12:40 Uhr

Nch dem GAU wurde das Unternehmen verstaatlicht. Es ist wie immer, die Gewinne werden privatisiert, die Verluste sozialisiert. Eigentlich sollten alle mit ihrem Privatvermögen haften, die früher die TEPCO Gewinne eingestrichen haben! Und sei es nur als Widergutmachung für die unverantwortliche Betriebsführung (Ignorieren von Sicherheitsmängeln.

Marc_Renton

31.10.2012, 12:53 Uhr

Unglaublich das es die bude übrhaupt noch gibt. Jeder euro "gewinn" die die machen sollte an die leute gehen die geschädigt wurden.

vandale

31.10.2012, 13:22 Uhr

Nun, ein grosser Teil des Schadens, bzw. der Kosten von Tepco sind Panikkosten.

Die Region um die verunfallten Kernkraftwerke ist in etwa so stark radioaktiv kontaminiert als dies der Südschwarzwald und Teile des Erzgebirges seit geologischen Zeiten sind. Die Evakuierung war eine sinnlose Verschwendung*.

Nach den Reaktorunfällen wurden alle Kernkraftwerke in Japan abgeschaltet. Das heisst ein Hauptumsatzbringer ist entfallen, die Kosten entstanden weiter. Einen jahrelang andauernden Ausfall des Hauptumsatzbringers kann kaum ein Unternehmen überstehen. BP wäre sicherlich zahlungsunfähig geworden wenn man dem Unternehmen die Oel- und Gasförderung nach dem Bohrinselunglück untersagt hätte.

Vandale

*Gem. eines wissenschaftlichen Berichts der University of Tokyo im Auftrag der WHO haben die Evakuierungen möglicherweise 34 Menschenleben gekostet. Diese Zahl ergibt sich aus dem Vergleich der Evakuierten mit einer Vergleichsgruppe an anderer Stelle in Japan. Die Zahl ist unsicher, da die Menschen durch die Flutkatastrophe mit zig-1000 Toten, teils Angehörigen sehr mitgenommen waren. Wenn nicht evakuiert worden wäre, wären statistisch keine Todesopfer zu erwarten gewesen. Einige aussereuropäische Länder sind dabei ihre nuklearen Katastrophenschutzpläne zu ändern.

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