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09.05.2011

13:26 Uhr

Fusion MAN und Scania

Die VW-Aktionäre sind die Gewinner

VonMark Christian Schneider

Der Autobauer Volkswagen hat jetzt den Anteil am LKW-Bauer MAN auf mehr als 30 Prozent erhöht und will weiter zukaufen. Ein guter Schachzug im Sinne der Aktionäre. Ein Kommentar von Mark C. Schneider.

Volkswagens Ziel ist es, die bestehenden kartellrechtlichen Hürden bei der Zusammenarbeit zwischen der schwedischen VW-Tochter Scania und MAN zu überwinden. Die Synergien sind längst ausgemacht, können aber bisher nicht umgesetzt werden.

Der Schritt ist richtig, denn nur über eine engere Zusammenarbeit lassen sich wirklich Kostenvorteile bei der anstehenden Entwicklung der nächsten LKW-Generation heben, die deutlich weniger verbrauchen und an Schadstoffen ausstoßen darf. Davon profitieren alle Aktionäre.

Bisher hatte Beobachter erwartet, dass Scania die Integration vornehmen würde - doch Volkswagens direkter Schritt geht schneller und erleichtert die Zusammenarbeit zwischen den Schweden und den Bayern, die so gleichberechtigt bleiben.

Schließlich hatte sich VW-Patriarch Ferdinand Piëch früh festgelegt und beiden Unternehmen Kontinuität in Identität und Strukturen zugesichert. Das war besonders mit Hinblick auf die Zustimmung der IG Metall, aber auch der schwedischen Arbeitnehmervertreter wichtig.

Das Pflichtangebot des Dax-Konzerns Volkswagen an die verbleibenden Aktionäre des Dax-Konzerns MAN dürfte keine Massenverkäufe auslösen. Das ist aber auch gar nicht notwendig. Um den nötigen rechtlichen Freiraum für eine engere Zusammenarbeit zu bekommen, braucht Volkswagen keine Mehrheit der MAN-Stimmrechte - eine Hauptversammlungsmehrheit in der Größe von 35 bis 40 Prozent der Stimmen reicht bereits aus. Und mit gut 20 Milliarden Euro in der Kasse hat Volkswagen mehr als genug Geld, um endlich Klarheit im LKW-Geschäft zu schaffen.

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