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28.09.2012

16:12 Uhr

Fusion mit BAE

EADS-Führung will schnelle Entscheidung

EADS dringt auf eine schnelle Entscheidung über die Fusion mit BAE. Berlin und Paris suchen nach einem Hebel, um ihren Einfluss in dem Megakonzern zu sichern. François Hollande hat offenbar eine Idee.

Die Fusion mit BAE rückt näher. AFP

Die Fusion mit BAE rückt näher.

Paris/BerlinDie Spitze des Luftfahrtkonzern EADS hat die Politik davor gewarnt, die geplante Fusion mit der britischen Rüstungsschmiede BAE zu verschleppen. „Ein solches Vorhaben verlangt schnelle Entscheidungen“, sagte Airbus-Chef Fabrice Brégier der Wirtschaftszeitung „Les Echos“. Die Regierungen in Berlin und Paris beharren jedoch darauf, ihren Einfluss in dem neuen Konzern zu sichern. Frankreichs Präsident François Hollande will nach einem Medienbericht mit Deutschland eine Sperrminorität durchsetzen.

Nach Informationen der „Financial Times Deutschland“ strebt Hollande einen Kapitalanteil von mehr als 25 Prozent gemeinsam mit den Deutschen an. Damit hätten beide Staaten eine Blockademöglichkeit in dem geplanten größten Luftfahrt- und Rüstungskonzern der Welt. Zudem sollten zusammen zwei Verwaltungsratssitze besetzt werden, heißt es in dem Bericht. Der Vorschlag stoße aber auf strikte Ablehnung der Briten. Zudem sei offen, ob sich Deutschland überhaupt der Idee anschließt.

Die Bundesregierung wollte die Meldung am Freitag nicht kommentieren. Eine Sprecherin des Wirtschaftsministeriums betonte aber: „Die Balance ist für die Bundesregierung eine wichtige Sache.“ Regierungssprecher Steffen Seibert bekräftigte, man stehe in engem Austausch mit Paris. „Das ist eine Sache von hoher Sensibilität, da tritt man am Ende mit einer Gesamteinschätzung, mit einem Urteil an die Öffentlichkeit - und nicht mit Zwischenstufen auf dem Weg dorthin.“

BAE/EADS-Fusion: Politik torpediert die Luftfahrt-Fusion

BAE/EADS-Fusion

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Die geplante Fusion zwischen EADS und BAE sorgt bei der Bundesregierung für Skepsis.


Die Bundesregierung hat der französischen Regierung nach Informationen der „Welt“ inzwischen einen Forderungskatalog übergeben, in dem auch eine Gleichberechtigung bei den Konzernzentralen verlangt wird. Der CDU-Wirtschaftspolitiker Joachim Pfeiffer nannte unter anderem die Zusagen für Standorte und Arbeitsplätze als nicht ausreichend. „Es genügt nicht, wenn das Unternehmen Arbeitsplätze bis 2014 oder 2016 garantiert“, sagte er der „Stuttgarter Zeitung“.


Nach Einschätzung von EADS-Vorstand Brégier blockiert derzeit vor allem die Frage der Standortgarantien die Verhandlungen mit den Regierungen. Es gebe ein „Gefühl des Misstrauens“, dass eine große Gruppe Forschungsteams oder Produktionsstandorte verlagern könnte, sagte der Airbus-Chef in dem Zeitungsinterview. Dabei habe EADS einen Mechanismus vorgeschlagen, der es Deutschland, Großbritannien und Frankreich erlaube, ihre strategischen Interessen zu schützen.


Brégier verlangte rasche Entscheidungen: „Es ist nicht die Führung von EADS oder BAE, die drängt, es sind die Märkte und die Kunden, die wissen wollen, was die Zukunft der Gruppe ist.“ Zudem sieht das britische Aktienrecht vor, dass die Parteien bis zum 10. Oktober entweder eine Transaktion bekanntgeben oder sagen, dass sie nicht länger einen Zusammenschluss der Unternehmen anstreben.

Die Frist ist verlängerbar, allerdings nicht ohne weiteres. In diesem Fall müsse es einen echten Fortschritt bei den Verhandlungen gegeben haben, sagte Brégier. Er halte das Datum 10. Oktober für absolut wichtig.

 

Von

dpa

Kommentare (1)

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Hans

29.09.2012, 08:32 Uhr

Es wird keine Entscheidungen der Deutschen Regierung geben. Enders & Co können das auf eigene Faust durchziehen, oder gleich absagen. Irgendwelche Staatsgelder oder Aufträge brauchen die vom Bund zum Start der Fusion nicht erwarten. Da geht es für Team Enders um alles oder nichts. So oder so wird es Verlierer geben. Im Falle des Scheiterns sind das EADS und BAE.

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