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16.09.2012

22:31 Uhr

Fusion mit BAE Systems

EADS will deutsche Politik mitreden lassen

Der Luft- und Raumfahrtkonzern EADS will im Falle der geplanten Fusion mit BAE Systems der Bundesregierung große Mitspracherechte einräumen. Laut einem Medienbericht soll Deutschland auch Arbeitsplatzgarantien erhalten.

Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) beim Besuch des EADS-Stand auf der Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung (ILA) in Berlin. dpa

Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) beim Besuch des EADS-Stand auf der Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung (ILA) in Berlin.

BerlinEADS macht einem Zeitungsbericht zufolge der Politik Zugeständnisse für die geplante Megafusion: Für den Zusammenschluss mit dem britischen Rüstungskonzern BAE Systems bietet der europäische Luft- und Raumfahrtkonzern der Bundesregierung entscheidende Mitspracherechte an, wie die „Financial Times Deutschland“ (Montagausgabe) vorab unter Berufung auf Branchenkreise berichtet. Erstmals solle Deutschland ein Vetorecht erhalten. Dieses Privileg hat bislang nur die französische Regierung.

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Die geplante Satzung von EADS-BAE Systems sieht dem Blatt zufolge vor, dass kein einziger Aktionär - ob privat oder staatlich - künftig mehr als 15 Prozent am Konzern halten darf. Andernfalls könnten Deutschland, Frankreich oder Großbritannien widersprechen. Zudem müssten Vorstand und Verwaltungsrat mehrheitlich von EU-Bürgern besetzt sein. EADS sei offenbar auch zu einer weitgehenden Arbeitsplatz- und Standortgarantie für die Bundesrepublik bereit.

Die beiden Unternehmen hatten am Mittwoch überraschend mitgeteilt, dass sie sich zu einem neuen Megakonzern in der Luft-, Raumfahrt- und Rüstungsindustrie mit einem Umsatz von rund 72 Milliarden Euro zusammenschließen wollen. 60 Prozent in dem neuen Unternehmen, das Boeing als Weltmarktführer ablösen würde, sollten die EADS-Aktionäre halten, 40 Prozent entfielen auf BAE. Dieses Kräfteverhältnis wird von vielen Experten als Benachteiligung der EADS-Seite gesehen.

Von

rtr

Kommentare (4)

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Account gelöscht!

17.09.2012, 07:30 Uhr

Heimlicher Bailout für Daimler und Banken: Bund will EADS-Anteile kaufen
Weil der Daimler-Konzern keine privaten Abnehmer für seine Anteile am Rüstungskonzern EADS gefunden hat, springt Deutschland über die KfW ein und gewährt damit gleich auch noch der Deutschen Bank und der Allianz einen heimlichen Bailout.
Es drohen weitere Milliarden-Risiken für den Steuerzahler, die schon bisher tatkräftig für das Überleben des Prestige-Unternehmens gesorgt haben.
Zum Glück verfügt die Bundesrepublik Deutschland mit Peter Hintze über einen ausgesprochen kompetenten Luftfahrt-Experten: Als ehemaliger Pastor hat er besondere Kenntnisse in überirdischen Themen.
Als solcher mischte er sich schon immer gern in die Unternehmenspolitik von EADS ein. Zuletzt sorgte ein Brief von Hintze an das EADS-Management im Frühjahr für Aufregung: Hintze forderte eine stärkere Mitsprache bei der Besetzung von EADS-Führungspositionen. Seine Begründung: Der Bund habe Airbus-Flugzeuge bestellt und solle daher auch im Unternehmen mitreden können. Tatsächlich hat EADS in Deutschland kaum nennenswertes Geschäft auf dem freien Markt gemacht: Die Wirtschaftswoche schrieb kürzlich, dass es vor allem Steuergelder waren, die EADS über Wasser hielten. Die Vergünstigungen reichen von „zinsgünstigen Krediten für neue Flugzeugmodelle der Zivilflugtochter Airbus über Großbestellungen für Waffensysteme bis zur Exportförderung wenn sich Mitglieder der Bundesregierung im Ausland für EADS-Produkte einsetzten”.
Was für eine geballte Kompetenz ist da am Werk.

Ofelas

17.09.2012, 09:15 Uhr

"Erstmals solle Deutschland ein Vetorecht erhalten. Dieses Privileg hat bislang nur die französische Regierung."

Wieso hatte Frankreich ein Vetorecht und wir nicht?
Wieso sind die Geschaeftszentralen in Touluse und Marseille, wenn beim Eurocopter die massgebliche Technologue aus Deutschland stammte.
Wieso hat Frankreich bei der ueberwiegenden Mehrheit der EADS Projekte die Systemfuehrerschaft, selbst wenn die Kompetenzzentren in Deutschland liegen?
Wieso kommt es immer zu einem Ausverkauf wenn unsere Politiker involviert sind?

Account gelöscht!

17.09.2012, 09:38 Uhr

Die Unwissenheit der Presse macht Angst!
Das vermeintlich, großzügige Häppchen "Mitspracherecht" wird als Erfolg verkauft, obwohl Mitspracherecht im 22,5% Anteil, feinst austariert, bereits seit EADS Gründung BESTANDEN. Dieses wurde im Gegensatz zu FR immer durch die Industrie (mehr schlecht als Recht) durchgeführt, und nicht wie in Frankreich (hartnäckig, egoistisch erfolgreich) durch den Staat. Wer glaubt FR wird sich nach der Fusion von seinen Anteilen trennen und sich ebenfalls wie DE, mit der "goldenen Aktie" begnügen, darf sich wundern.
Deutschland, vertreten durch CDU Pastor Hintze, zeigt die geballte Inkompetenz der Bundesregierung.
Bei dieser Machtkonstellation (Toulouse EADS ZIVIL//London EADS MILITÄR) wird sich bei neuen Programmen (A320 Neuentwicklung nach Neo (2020-2025) Hamburg sicher nur wieder die Vorgeige spielen dürfen. Beim Eurofighter oder der jetzt anstehenden Drohnenentwicklung wird sicher Paris und London DE austricksen.
Der Status Quo der Wertschöpfung in DE wird in 10-20 Jahren abschmelzen! Hauptsitze sind immer auch der kulturelle, nationale Taktgeber für ein Land, dies wird mit der Fusion Frankreich und England auf Kosten Deutschlands stärken. F.J.Strauss Vermächtnis wird zerstört.
Man sollte mindestes den Aufsichtsrat der EADS Gruppe in München ansiedeln und den juristischen Sitz in den Niederlanden aufgeben. Wenn schon alle operative und strategische Sitze an DE vorbeigehen!

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