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30.09.2016

08:27 Uhr

Fusion mit Flugzeugsparte

Airbus stellt sich neu auf

Airbus-Chef Tom Enders will den europäischen Luft- und Raumfahrtkonzern beweglicher machen. Dazu fusioniert die Airbus Group mit ihrer Flugzeugsparte. Auf die Beschäftigten kommt erneut ein Stellenabbau zu.

Der europäische Luft- und Raumfahrtkonzern legt seine Holding mit der Passagierjetsparte zusammen. Reuters

Airbus

Der europäische Luft- und Raumfahrtkonzern legt seine Holding mit der Passagierjetsparte zusammen.

ToulouseDer Flugzeugkonzern Airbus konsolidiert sich weiter. Das Unternehmen teilte am Freitag mit, es lege dafür sein Zivilflugzeug-Geschäft mit der Zentralholding zusammen Von dem Schritt ist vor allem der Hauptstandort Toulouse betroffen. Zum Umfang des damit verbundenen Stellenabbaus wollte sich Airbus nicht äußern. „Die Details der Zusammenlegung und damit verbundene Auswirkungen werden nun auf Konzern-, Divisions- und nationaler Ebene mit den Sozialpartnern diskutiert“, hieß es. Bis Anfang 2017 soll die Verschmelzung über die Bühne gehen.

In der „Financial Times“ erklärte Konzernchef Tom Enders, der Umfang des Stellenabbaus sei nicht „unsignifikant“, aber er sei geringer als bei der letzten Sanierungsrunde, der an die 8000 Arbeitsplätze zum Opfer fielen. Weltweit beschäftigt der Airbus-Konzern 137.000 Menschen, davon 55.000 in der Passagierfliegersparte. Die neuerlichen Einsparungen würden sich bereits in der Bilanz des kommenden Jahres niederschlagen.

Wo Airbus Flugzeuge zusammenbaut

Vier Werke

Der größte europäische Flugzeughersteller Airbus baut in vier großen Produktionswerken auf drei Kontinenten Flugzeuge zusammen. Die Hauptproduktionsstätten.

Toulouse

Am Stammsitz von Airbus in der südfranzösischen Stadt mit mehr als 21 000 Beschäftigten in der Region werden auf mehreren Fertigungslinien die A320, A330, A350 und A380 endmontiert. Für die A320-Familie gibt es zwei Endmontagelinien.

Hamburg-Finkenwerder

Das Hamburger Werk in Finkenwerder ist mit 12 700 Beschäftigten die größte Produktionsstätte von Airbus in Deutschland. Für die Flieger der A320-Familie werden hier nicht nur Teile produziert, es gibt auch drei Endmontage-Linien. Eine vierte Linie soll in Hamburg entstehen, wenn die Produktion des Erfolgsschlagers A320 mehr als ohnehin geplant ausgeweitet wird. Auch an anderen Airbus-Programmen wie dem weltgrößten Passagierflugzeug A380 ist Hamburg beteiligt.

Tianjin

2008 eröffnete Airbus ein Werk als Joint Venture in der chinesischen Hafenstadt Tianjin. Dort werden von mehr als 400 Mitarbeitern ebenfalls Flugzeuge der A320-Familie montiert.

Mobile

Mit der Fertigungsstätte im US-Staat Alabama will Airbus dem Erzrivalen Boeing noch mehr Konkurrenz machen. Im Frühjahr 2016 soll dort der erste auf dem 470 000 Quadratmeter großen Areal montierte Mittelstreckenjet der A320-Familie ausgeliefert werden. 1000 Arbeitsplätze sind dort geplant.

Quelle: dpa

Enders sieht die Zusammenlegung der Holding mit dem größtem Einnahmenbringer als Fortführung seiner seit Jahren andauernden Transformation des französisch-deutsch-spanischen Unternehmens. „Wir sind entschlossen, ein neues Leistungsniveau zu erreichen. Dies gelingt uns unter anderem durch die weitere Verschlankung der Unternehmensstrukturen und die Einführung einer einfacheren, agileren Gesamtorganisation, die sich auszeichnet durch weniger Bürokratie, engere Zusammenarbeit und schnellere Prozesse“, erklärte Enders, der Konzernchef bleibt. Spartenchef Fabrice Brégier wird als Chief Operating Officer (COO) zuständig für das Tagesgeschäft und die Neugestaltung der digitalen Geschäftsaktivitäten sowie die Lieferkette und Qualität.

Am Geschäft mit Rüstungsgütern und Hubschraubern hält Enders fest. „Die beiden anderen Divisionen, Defence and Space unter Führung von Dirk Hoke und Helicopters, geleitet von Guillaume Faury, bleiben integraler Bestandteil des Konzerns und werden durch die Fusion erheblich von gezielterer Unterstützung im operativen Geschäft sowie reduzierten Kosten profitieren.“

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