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01.10.2012

09:38 Uhr

Fusion mit Glencore

Xstrata macht den Weg für den Deal des Jahres frei

Die größte Fusion des Jahres hat ihre wichtigste Hürde genommen: Der Verwaltungsrat von Xstrata hat nach langem Hin und Her den Aktionären empfohlen, das Angebot von Glencore anzunehmen. Allerdings nur unter Bedingungen.

Die Firmenzentrale von Glencore in Zug (Schweiz). Reuters

Die Firmenzentrale von Glencore in Zug (Schweiz).

Fast acht Monate nach Ankündigung ihrer Fusion haben sich die beiden Schweizer Rohstoff-Konzerne Glencore und Xstrata auf das im September von Glencore nachgebesserte Angebot für den Deal im Umfang von rund 36 Milliarden Dollar sowie die weiteren Bedingungen geeignet. Nun sollen die Aktionäre über den Vertrag abstimmen, der bis Ende des Jahres unter Dach und Fach sein soll, wie beide Unternehmen am Montag mitteilten. Durch die Fusion soll ein neuer Rohstoffgigant mit einem Börsenwert von rund 90 Milliarden Dollar (knapp 70 Milliarden Euro) entstehen, bei dem von der Förderung über die Verarbeitung, Lagerung und Transport bis hin zu Vermarktung und Verkauf alles in einer Hand ist.

Die Aktionäre hatten eigentlich schon Anfang September abstimmen sollen. Einflussreiche Anteilseigner von Xstrata - angeführt vom staatlichen Fonds Qatar Holding - hatten aber Widerstand geleistet und bessere Konditionen verlangt. Sie setzten sich durch: Für jeden Anteilsschein bekommen die Xstrata-Aktionäre nun 3,05 Anteile von Glencore. Bei Ankündigung der Fusion im Februar waren noch 2,8 Glencore-Anteile vereinbart gewesen.

Die größten Rohstoffkonzerne der Welt

Platz 5

Anglo American

Das südafrikanisch-britische Unternehmen verdient sein Geld vor allem mit Industrie- und Edelmetallen, Diamanten - und Kohle. Der Konzern machte 2014 insgesamt 20,4 Milliarden Dollar Umsatz. Zu dem Portfolio gehört etwa auch der Diamantenschürfer De Beers. Anglo American ist der größte Platinförderer der Welt.

Quelle: Bloomberg,

Platz 4

Xstrata

Der Minenkonzern Xstrata ist der größte Zinkproduzent der Welt und hat sich mit dem berühmt-berüchtigten Rohstoffhändler Glencore zusammengeschlossen. Xstrata hatte an der Börse einen Wert von 55,1 Milliarden Dollar. Beide Unternehmen aus der Schweiz waren bereits eng verflochten. Glencore hielt rund 34 Prozent an Xstrata.

Platz 3

Vale

Der brasilianische Rohstoffkonzern Vale kommt auf einen Börsenwert von 107,9 Milliarden US-Dollar. Das einstige Staatsunternehmen verzeichnete ein rasantes Wachstum und stieg zum weltweit größten Förderer von Eisenerz auf. Zudem betreibt Vale die weltgrößte Eisenerzmine in Brasilien. In der Ferr Carajas-Mine werden 110 Millionen Tonnen Erz pro Jahr gefördert. Der Grundstoff für die Stahlerzeugung wird über rund 900 Kilometer per Eisenbahn in den nächsten Hafen gefahren.

Platz 2

Rio Tinto

Der britisch-australische Gigant rangiert auf Platz zwei der Eisenerzförderer. Das Traditions-Unternehmen mit zwei Hauptsitzen, in London und Melbourne, kommt auf eine Börsenwert von 111,6 Milliarden Dollar. Zudem betreibt Rio Tinto wichtige Kupferminen, wie etwa in West Australien. Die Anglo-Australier übernahmen sich 2007 fast am Kauf des kanadischen Aluminiumkonzerns Alcan und wurden selbst Ziel eines Übernahmeversuchs durch den Konkurrenten BHP Billiton.

Platz 1

BHP Billiton

Ein echtes Schwergewicht an der Börse mit einer Marktkapitalisierung von 199,7 Milliarden Dollar ist der britisch-australische Gigant BHP Billiton. Das Unternehmen betreibt Eisenerz- und Kupferminen, erweitert aber auch sein Geschäft etwa auf Schiefergasressourcen in den USA.

Über einen weiteren Streitpunkt müssen die Aktionäre nun abstimmen: die üppigen Bonuszahlungen für zahlreiche Xstrata-Manager, die damit zum Bleiben bewegt werden sollen. Xstrata und Glencore warben am Montag noch einmal um Zustimmung. Ohne diese Manager, die das fusionierte Unternehmen führen sollen, sei dessen Wert "gefährdet". Xstrata-Chef Mick Davis soll den neuen Konzern sechs Monate lang führen, dann soll ihm Glencore-Chef Ivan Glasenberg folgen. Ein Xstrata-Manager soll Verwaltungsrat-Chef werden.

Xstrata und Glencore hatten die Fusion im Februar angekündigt. Die Verhandlungen hatten bereits im Jahr 2006 begonnen. Glencore gilt als größter Rohstoffhändler der Welt. Im Mai 2011 war das Unternehmen in London und Hongkong an die Börse gegangen und hatte damit zehn Milliarden Dollar kassiert.

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