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29.12.2015

17:10 Uhr

Fusionen und Übernahmen

Elefantenhochzeiten sorgen 2015 für Rekordvolumen

2015 war das Jahr der großen Fusionen. Mit einem Volumen von rund fünf Billionen US-Dollar haben Firmen im vergangenen Jahr so viel für Übernahmen ausgegeben wie nie zuvor. Vor allem Großfusionen hatten Konjunktur.

Elefantenhochzeiten nennt man Fusionen von Konzernen, die ein Volumen von mehr als zehn Milliarden US-Dollar haben. ZBSP

Großfusionen

Elefantenhochzeiten nennt man Fusionen von Konzernen, die ein Volumen von mehr als zehn Milliarden US-Dollar haben.

LondonDas Transaktionsvolumen der Firmenfusionen und -übernahmen in aller Welt hat dieses Jahr einen Rekordwert erreicht. Erstmals sei die Schwelle von fünf Billionen Dollar (4,6 Billionen Euro) überschritten worden, teilte das Beratungsunternehmen Dealogic am Dienstag mit. Vom 1. Januar bis zum 29. Dezember habe sich das Volumen auf 5,03 Billionen Dollar summiert. Im Vergleich zu 2014 sei dies ein Anstieg um 37 Prozent.

Vor allem Großfusionen ab einem Volumen von zehn Milliarden Dollar hätten die Entwicklung vorangetrieben, erklärte Fidelia Liu von Dealogic. Dieses Jahr gab es demnach 69 solcher Elefantenhochzeiten, mehr als doppelt so viele wie 2014. Zehn der Fusionen hatten laut Dealogic sogar ein Volumen von jeweils mehr als 50 Milliarden Dollar.

Die größten Bierbrauer weltweit

Platz 10

BGI / Groupe Castel (Frankreich)

Das französische Traditionsunternehmen BGI / Groupe Castel verkauft nicht nur Bier, sondern auch Wein und Soft Drinks. Insbesondere in Afrika sind die Franzosen mit ihren Marken Castel und Flag gut aufgestellt.

Ausstoß (Mio. hl): 29,8

*Quelle: Barth-Haas Group/Statista, alle Zahlen für 2015

Platz 9

Kirin (Japan)

Die Japaner haben durchaus Sinn für ausgefallene Bierkreationen, entwarfen vor wenigen Jahren ein Frozen Beer. Obwohl die Brauerei, die zum Industriekonglomerat Mitsubishi gehört, ihre Vormachtstellung auf dem Heimatmarkt vor zehn Jahren an Asahi abtreten musste, ist sie global führend.

Ausstoß (Mio. hl): 43,1

Platz 8

Beijing Yanjing Beer Company (China)

Yanjing ist der Durchstarter in Asien. In rasantem Tempo hat sich das Kleinunternehmen zu einem mächtigen Konzern im asiatischen Raum entwickelt. Die Gründung der Brauerei liegt nur gut 30 Jahre zurück.

Ausstoß (Mio. hl): 48,3

Platz 7

Molson-Coors (USA/Kanada)

Die Erfinder des Dosenbiers sind auch international längst eine Größe. 2012 übernahm das Unternehmen die tschechische Brauereigruppe StarBev, zu der auch Staropramen gehört. Dadurch gehören die Amerikaner vor allem in Osteuropa zu den führenden Brauern.

Ausstoß (Mio. hl): 58,1

Platz 6

Tsingtao Brewery (China)

Die Chinesen haben ihren Einfluss in den letzten Jahren kontinuierlich ausgebaut. Als einer der Hauptsponsoren der olympischen Spiele von 2008 in Peking hat sich Tsingtao fest etabliert. Bereits seit 1972 vertreibt die Firma ihre Produkte auch in den USA.

Ausstoß (Mio. hl): 70,5

Platz 5

China Resource Brewery (China)

Dieses Unternehmen setzt auf Kompetenz aus Europa: Das Joint Venture aus dem chinesischen Unternehmen CR Enterprise und SAB-Miller aus Großbritannien produziert die Marke „Snowbeer“ für den chinesischen Markt. Und das durchaus erfolgreich. Wächst die Marke weiter wie bisher, dürfte bald im Ranking aufsteigen.

Ausstoß (Mio. hl): 117,4

Platz 4

Carlsberg (Dänemark)

Die Dänen haben sich längst von einer regionalen Marke zum Global Player entwickelt. Zu Carlsberg gehören auch die deutsche Kultmarke Astra sowie Lübzer und Holsten.

Ausstoß (Mio. hl): 120,3

Platz 3

Heineken (Niederlande)

Die Welt trinkt Heineken, möchte man meinen. Die Marke hat sich international längst etabliert. Heineken ist auch an den deutschen Marken Kulmbacher und Paulaner beteiligt.

Ausstoß (Mio. hl): 188,3

Platz 2

SAB Miller (Vereinigtes Königreich)

Die britische Brauerei ist berühmt-berüchtigt für das „Miller“. Die ur-amerikanische Marke gehört seit 2002 zum SAB-Miller-Konzern und hat sich die australische Traditionssorte Foster's einverleibt.

Ausstoß (Mio. hl): 191,3

Platz 1

Anheuser-Busch Inbev NV/ SA (Belgien)

Der amerikanisch-belgisch-brasilianische Brauriese kann seinen Marktenteil sogar weiter steigern. Mittlerweile stammt jedes fünfte Bier, das weltweit verkauft wird, aus dem Konzern. Die bekannteste deutsche Marke im Portfolio ist Beck's.

Ausstoß (Mio. Hektoliter): 409,9

Der mit Abstand größte Zusammenschluss des Jahres ereignete sich in der Pharmabranche: Für die Fusion der US-Branchenriesen Pfizer und Allergan wurde ein Preis von 160 Milliarden Dollar vereinbart. Noch teurer war überhaupt nur eine einzige Übernahme in der Geschichte: die des deutschen Unternehmens Mannesmann durch Vodafone Ende 1999. Damals flossen 172 Milliarden Dollar.

Im Jahr 2015 landete auf Platz zwei die Übernahme des Brauereiriesen SABMiller durch den Weltmarktführer Anheuser-Busch InBev. Hier lag der Preis bei 117,4 Milliarden Dollar. Sowohl die Bier- als auch die Pharmafusion müssen noch von den zuständigen Aufsichtsbehörden genehmigt werden.

Hintergrund des Übernahmebooms ist unter anderem eine allgemeine Verbesserung des Marktklimas seit der weltweiten Finanzkrise. 2009 etwa war das weltweite Fusionsvolumen nicht einmal halb so groß wie 2015. Außerdem können Unternehmen derzeit wegen der lockeren Geldpolitik der großen Notenbanken günstig an Kredite kommen.

Von

afp

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