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20.12.2011

17:35 Uhr

Fusionspläne

VW und Porsche uneinig über gemeinsamen Weg

Die Pläne von VW und der Porsche Holding noch in diesem Jahr eine Möglichkeit zum Zusammenschluss zu finden, gelten als immer unwahrscheinlicher. Damit ist eine Fusion wohl erst im November 2012 möglich.

VW und Porsche suchen immer noch nach einem gemeinsamen Weg zur Fusion. dapd

VW und Porsche suchen immer noch nach einem gemeinsamen Weg zur Fusion.

Stuttgart/HamburgNach dem Scheitern der Fusionspläne von VW und der Porsche Holding per Aktientausch kommen die beiden Autobauer Insidern zufolge mit der Suche nach alternativen Wegen für ihren geplanten Zusammenschluss nicht wie geplant voran. „Da sind noch einige Fragen offen“, sagte eine mit der Situation vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag.

Ursprünglich wollte VW-Finanzvorstand Hans Dieter Pötsch den Aufsichtsräten von VW und Porsche noch im laufenden Jahr alternative Möglichkeiten für den Zusammenschluss unterbreiten. „Das wird definitiv nichts mehr in diesem Jahr“, sagte eine zweite mit den Vorgängen vertraute Person. Von den Unternehmen war keine Stellungnahme dazu zu erhalten.

Damit bleibt es vorerst dabei, dass sich VW den Sportwagenbauer Porsche frühestens im November kommenden Jahres ganz einverleiben kann, wenn eine Option auf die Übernahme eines Anteils von gut 50 Prozent an der Porsche AG erstmals gezogen werden könnte. Die seit 2009 favorisierte Verschmelzung per Aktientausch zwischen der Porsche Holding und VW bis Ende dieses Jahres war im Spätsommer gescheitert. Die Unternehmen hatten sich wegen offener steuerlicher und rechtlicher Fragen nicht auf eine Bewertung einigen konnten.

Von einem Zusammenschluss versprechen sich beide Unternehmen hohe Synergieeffekte von rund 700 Millionen Euro pro Jahr, unter anderem durch einen gemeinsamen Einkauf, die gemeinsame Entwicklung und Synchronisation der Produktion. Daher drängt die Zeit: Denn diese Kosteneinsparungen lassen sich nicht realisieren, solange der Zusammenschluss nicht gelingt und beide Unternehmen eigenständig agieren müssen.

Die Mitte 2009 vereinbarte Put-Call-Option zur Übernahme der restlichen, noch nicht im Besitz des Wolfsburger Konzerns befindlichen Anteile an der Porsche AG, kann hingegen erstmals im November 2012 und letztmals im Januar 2015 gezogen werden. Bis 2014 fallen aber bei Ausübung dieser Option nach herrschender Rechtslage hohe Steuerforderungen an, die bei einer Verschmelzung per Aktientausch vermieden worden wären.

Die VW-Finanzabteilung ist daher fieberhaft auf der Suche nach Alternativen, ohne das im Sommer 2009 fein austarierte Vertragspaket wieder aufzuschnüren, dem alle stimmberechtigten Großaktionäre und die Betriebsräte ihren Segen gegeben hatten.

Die Porsche Holding ist mit knapp 51 Prozent der Stimmrechte an VW beteiligt und hält eine knappe Mehrheit an der Porsche AG, in der das Fahrzeuggeschäft des Sportwagenbauers gebündelt ist. Die restlichen 49,9 Prozent des Kapitals der Porsche AG sind bereits in der Hand von VW.

Von

rtr

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