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22.01.2008

17:47 Uhr

Fusionspläne

Widerstand gegen MAN-Vertreter im Scania-Aufsichtsrat

Scania -Großaktionär Investor sperrt sich gegen die Entsendung eines Vertreters des Lkw-Herstellers MAN in den Aufsichtsrat seines schwedischen Rivalen. Dennoch kommt Bewegung in die mächtig ins Stocken geratenen Fusionspläne von MAN und Volkswagen mit Scania.

Scania-Chef Leif Östling könnte vor Ablauf seines Vertrags aus dem Amt scheiden. Diese Spekulation gab Gerüchten um eine bevorstehende Fusion neue Nahrung. Foto: dpa

Scania-Chef Leif Östling könnte vor Ablauf seines Vertrags aus dem Amt scheiden. Diese Spekulation gab Gerüchten um eine bevorstehende Fusion neue Nahrung. Foto: dpa

hst/mcs/HB STOCKHOLM/DÜSSELDORF. Der Vertreter eines Konkurrenten würde die Arbeit im Kontrollrat nahezu unmöglich machen, sagte Investor-Chef Börje Ekholm am Dienstag in Stockholm. Er machte grundsätzliche Bedenken geltend, ging aber nicht ausdrücklich auf Pläne des Münchener Maschinenbau- und Nutzfahrzeugkonzerns ein, einen eigenen Sitz im Aufsichtsrat von Scania zu erhalten. Am Montag hatte ein Investor-Sprecher gegenüber dem Handelsblatt noch geäußert: "Wir haben gesagt: Wenn MAN einen Vertreter in dem Aufsichtsrat haben will, lässt sich das sicherlich regeln."

MAN hatte erst kurz vor Weihnachten seinen Anteil bei Scania auf 15,6 Prozent aufgestockt. Damit halten MAN und Volkswagen mit 52 Prozent die Mehrheit der Stimmrechte an Scania und könnten ihren Einfluss im Aufsichtsrat der Schweden ausbauen. Volkswagen schickt bisher drei Vertreter in das Kontrollgremium, MAN ist nicht vertreten. Es wird erwartet, die beiden deutschen Aktionäre entsprechend ihrem Stimmrechtsanteil vertreten sein wollen. Die Liste der Kandidaten für den neuen Aufsichtsrat zur Scania -Hauptversammlung Anfang Mai wird vom Nominierungskomitee aufgestellt, in dem Thyssen-Krupp -Chef und MAN -Aufsichtsrat Ekkehard Schulz und die VW -Juristin Gudrun Letzel sitzen.

Investor gehört zum Reich der einflussreichen schwedischen Industriellenfamilie Wallenberg. Die Beteiligungsgesellschaft ist drittgrößter Scania -Eigner nach Volkswagen und MAN. Über Investor und Stiftungen hält die schwedische Industriellenfamilie Wallenberg insgesamt aber rund 30 Prozent der Scania -Stimmrechte und kann damit eine Übernahme nach schwedischen Recht blockieren. Gängige Lesart ist es, dass Wallenberg dem verdienten Scania -Chef Leif Östling nicht in den Rücken fallen wolle und erst nach seinem Abgang einer Fusion zustimme könnte.

MAN hatten vor gut einem Jahr ein Übernahmeangebot für Scania unterbreitet, um zur Nummer eins im europäischen Lastwagenmarkt aufzusteigen. Die mehr als zehn Mrd. Euro schwere Offerte der Münchener scheiterte am Widerstand Schwedens und wurde von Hauptaktionär Volkswagen nicht unterstützt. Der Konzern beharrt auf der Zustimmung des zweitgrößten Scania -Aktionärs Investor, die (noch) aussteht. Seither werden Gespräche nur noch hinter den Kulissen geführt.

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