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05.01.2011

12:58 Uhr

Futterhersteller

Razzia im Dioxin-Skandal

Mehrere Staatsanwaltschaften im Norden Deutschlands arbeiten mit Hochdruck den Dioxin-Skandal auf. Nun gab es auch eine erste Razzia. Derweil sind Verbraucherschützer und die Bundesregierung gänzlich unterschiedlicher Ansicht, ob Eier und Geflügelfleisch weiter konsumiert werden sollten. Das dürfte Verbraucher weiter verunsichern.

Frische Eier - ja oder nein? Die Meinungen gehen auseinander. dpa

Frische Eier - ja oder nein? Die Meinungen gehen auseinander.

HB UETERSEN. Im Skandal um Dioxin in Tierfutter und Eiern ist am Mittwoch der Futterhersteller Harles & Jentzsch in Uetersen (Kreis Pinneberg) durchsucht worden. Polizisten und Staatsanwälte gingen am Mittag auf das Betriebsgelände, um Beweismittel sicherzustellen.

Die Staatsanwaltschaft Itzehoe führt ein Ermittlungsverfahren gegen die Leitung des Unternehmens. Es soll technische Mischfettsäuren, die für die Papierherstellung bestimmt waren, für Futtermittel verwendet haben. In Uetersen fuhren am Mittag Polizisten und zivile Ermittler in mehreren Fahrzeugen vor.

Die Staatsanwaltschaft bestätigte, dass es eine gerichtlich angeordnete Durchsuchung gebe. Das betreffe auch einen Betrieb im niedersächsischen Bösel, sagte Behördensprecher Friedrich Wieduwilt. Das Werk bei Cloppenburg betreibt ein Tanklager und eine Futterfett-Rührstation für Harles & Jentzsch.

Bis zu 3000 Tonnen verseuchtes Futterfett wurden nach Angaben des Bundeslandwirtschaftsministeriums im November und Dezember hergestellt und gingen an 25 Futtermittelhersteller in mindestens vier Bundesländern. Anders als zunächst angenommen, wurden auch Agrarbetriebe in Schleswig-Holstein mit belastetem Futter beliefert. Es kam von einem Hamburger Händler, der Vorprodukte aus Uetersen bezogen hatte.

Die Staatsanwaltschaft in Oldenburg geht im Dioxin-Skandal einer weiteren Spur nach. Gegen eine Firma in Bösel (Kreis Cloppenburg) laufe ein Vorermittlungsverfahren, sagte Staatsanwalt Rainer du Mesnil. "Es besteht derzeit noch kein Tatverdacht."

Die Firma betreibt ein Tanklager und eine Rührstation für den Futtermittelhersteller Harles und Jentzsch. Harles und Jentzsch hat 3000 Tonnen mit Dioxin belastetes Futtermittel ausgeliefert. "Wir wollen wissen: Was ist in den Tanks, wo kommt es her und wo ging es hin?", sagte der Staatsanwalt. Es seien Proben genommen worden, deren Analyse noch mehrere Tage dauern werde.

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