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10.04.2015

18:42 Uhr

G36-Affäre

Heckler & Koch will das BKA einschalten

Heckler & Koch musste zuletzt wegen angeblich schief schießender Gewehre im erhitzten Zustand mächtig einstecken. Jetzt schlägt das Unternehmen zurück: Das Bundeskriminalamt soll alle Vorwürfe prüfen.

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen gab bekannt, dass bei einer Untersuchung mangelnde Treffsicherheit des G36 in erhitztem Zustand festgestellt worden sei. dpa

Sturmgewehr G36

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen gab bekannt, dass bei einer Untersuchung mangelnde Treffsicherheit des G36 in erhitztem Zustand festgestellt worden sei.

BerlinDer Waffenhersteller Heckler & Koch hat dem Verteidigungsministerium in der Affäre um das Sturmgewehr G36 Rufschädigung vorgeworfen und will nun das Bundeskriminalamt einschalten. Das BKA solle „alle erhobenen Vorwürfe und angeblichen Fachexpertisen“ zur Treffsicherheit des Gewehrs kriminaltechnisch überprüfen, verlangte das Unternehmen am Freitag in einer Stellungnahme. Ansprüche wegen Rufschädigung und Kreditgefährdung gegen die Bundesregierung würden geprüft.

„Nebulöse Vorwürfe schaden nicht nur dem Ruf unseres Unternehmens, sondern verunsichern vor allem unsere Soldatinnen und Soldaten im Einsatz und unterminieren die Glaubwürdigkeit unserer Einsatzkräfte gegenüber Deutschlands Alliierten“, heißt es in der Erklärung.

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) hatte in der vergangenen Woche erklärt, dass bei einer gemeinsamen Untersuchung des Bundesrechnungshofs, des Fraunhofer Instituts und der Bundeswehr mangelnde Treffsicherheit des G36 in erhitztem Zustand festgestellt worden sei.

Die Mängelliste der Bundeswehr

Kampfhubschrauber

Von den 31 TIGER-Kampfhubschraubern stehen dem Heer derzeit nur 10 zur Verfügung

Transporthubschrauber

Nur 8 von 33 NH90-Transporthubschrauber sind aktuell einsatzbereit

Kampfjets

Der sogenannte Buchbestand an EUROFIGHTER-Kampfjets liegt bei 109, davon sind theoretisch 74 verfügbar, aber nur 42 einsatzbereit.

Marine

Bei der Hubschrauberflotte der Marine sieht es besonders düster aus. Nur 3 von 15 Hubschraubern des Typs SEA KING könnten derzeit abheben. Bei den SEA LYNX sind es 4 von 18.

Fahrzeuge

Bei allem, was Räder hat, sieht es besser aus. Von den 180 gepanzerten BOXER-Transportfahrzeugen könnten aktuell nur 70 in einen Einsatz geschickt werden.

Die Studie soll in den nächsten Tagen veröffentlicht werden. Die Bundeswehr hat in den vergangenen 20 Jahren 176 544 Sturmgewehre G36 bei Heckler & Koch gekauft, von denen nach Angaben des Ministeriums noch 166 619 genutzt werden.

Kommentare (2)

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Herr Jürgen Dannenberg

10.04.2015, 20:53 Uhr

Nach 20 Jahren fällt der BW um Frau Ministerin auf, das dass G 36 angebäblich nix taugt. Ihre Aussage. Ja, Respekt.

Herr Teito Klein

10.04.2015, 20:59 Uhr

H&K will das BKA einschalten
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Das G36 ist ein "Übungsgewehr" und nicht für den Einsatz geeignet.
Jetzt soll es aber in Afghanistan und dem Rest der Welt eingesetzt werden. Das geht nicht gut!

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