Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

07.05.2015

10:16 Uhr

Gabelstapler-Hersteller

Kion kauft Logistik-Spezialisten

Der Gabelstapler-Hersteller Kion hat vor, sein Geschäft auszuweiten und einen Logistik-Spezialisten zu übernehmen. Der Konzern hofft dadurch auf mehr Schwung für die Industrie 4.0.

Ein Mitarbeiter in einem Werk der Kion-Gruppe einen Gabelstapler der Marke Linde zusammen. Kion will mit der Übernahme von Egemin Automation seine Möglichkeiten in der vernetzten Fertigung ausbauen. dpa

Will sich vergrößern

Ein Mitarbeiter in einem Werk der Kion-Gruppe einen Gabelstapler der Marke Linde zusammen. Kion will mit der Übernahme von Egemin Automation seine Möglichkeiten in der vernetzten Fertigung ausbauen.

FrankfurtDer Gabelstapler-Hersteller Kion weitet sein Geschäft mit der Übernahme eines Spezialisten für Logistik-Automatisierung aus. Wie das Unternehmen am Donnerstag in Wiesbaden mitteilte, bezahlt es für die entsprechende Sparte des belgischen Herstellers Egemin rund 72 Millionen Euro. Kion verspricht sich von seiner dann siebten Marke unter dem Konzerndach Geschäftswachstum im automatischen Management unter anderem von Warenlagern. Zu Jahresbeginn konnte der weltweit Branchenzweite nach Toyota Industries seinen Gewinn deutlich steigern. Das Konzernergebnis kletterte im ersten Quartal um mehr als 50 Prozent auf knapp 42 Millionen Euro.

Die intelligente Fabrik

Forschung in der Smart Factory

Langfristig dürfte die Vision der smarten Technik weit über den Einsatz einzelner Komponenten wie Datenbrillen hinaus gehen. So forschen Dominic Gorecky und seine Kollegen am Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in einem Smart Factory-Laboratorium an neuen Technologien und ihrem Einfluss auf die Schnittstelle zwischen Mensch und Maschine.

Produktionssteuerung per Chip

Produktionsmodule verschiedener Firmen lassen sich wie Legobausteine zu einem beliebigen Produktionsprozess kombinieren: Ein Modul fräst etwa eine individuelle Gravur in eine Platte, das nächste Modul setzt ein spezielles Gehäuse auf, ein anderes führt eine Qualitätskontrolle durch. Jedes Produkt kommuniziert mittels RFID-Kennzeichnung mit den Modulen, welcher Prozessschritt ausgeführt werden soll - die zentrale Steuerung wird damit aufgehoben. Um die Flexibilität von Industrie 4.0-Anlagen voll auszuschöpfen, agiert der Menschen als Manager des Gesamtsystems und trifft im Problemfall relevante Entscheidungen.

Noch lange kein Alltag

Bis zur Realisierung von Industrie 4.0 im Arbeitsalltag mit smarten Produktionsanlagen und mehr Freiräumen für Mitarbeiter dauert es laut Experten noch mindestens zehn Jahre. Eines der Hauptprobleme liegt laut Dominic Gorecky darin, dass sich die verschiedenen Maschinen- und Komponentenhersteller bisher nur schwer auf gemeinsame, offene Schnittstellen einigen können. Diese sind aber nötig, um eine umfassende Vernetzung möglich zu machen

Kion will mit der Übernahme von Egemin Automation seine Möglichkeiten in der vernetzten Fertigung, der sogenannten Industrie 4.0, ausbauen. „Automatisierte Logistiklösungen werden im Zusammenhang mit Industrie 4.0 eine entscheidende Rolle spielen, weil sie der Vision von intelligenten Fabriken und Lagerhäusern den Weg ebnen“, sagte Vorstandschef Gordon Riske. Zusammengearbeitet haben Kion und Egemin Automation demnach bereits seit Jahren. Die übrigen Sparten der Egemin Group sollen künftig unter einem anderen Namen weiter zur belgischen Bau- und Immobilien-Holding Ackermans & van Haaren gehören.

Zu Kion, die vor einigen Jahren durch die Abspaltung vom heute auf Industriegase fokussierten Linde-Konzern entstanden sind, gehören unter anderem die Marken Linde, Still und Fenwick. Das Unternehmen bietet neben Gabelstaplern und Lagertechnik auch damit verbundene Dienstleistungen an. Der im MDax notierte Konzern konkurriert mit Jungheinrich aus Hamburg, dem drittgrößten Gabelstaplerproduzenten der Welt.

Bei Kion zog der Auftragseingang im ersten Vierteljahr vor allem durch Bestellungen aus Westeuropa und China um sieben Prozent an. Das operative Ergebnis erhöhte sich um knapp sieben Prozent auf 93,4 Millionen Euro. Der Umsatz legte um sieben Prozent auf 1,2 Milliarden Euro zu.

Kion bestätigte die Prognose für 2015, nach der das Unternehmen bei Auftragseingang, Umsatz und bereinigtem Ebit leicht zulegen will. 2014 stieg der Umsatz um vier Prozent auf 4,68 Milliarden Euro und das Ergebnis vor Zinsen und Steuern verbesserte sich um mehr als sechs auf 443 Millionen Euro.

Von

rtr

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×